Thailand

Dieses Land war lange kein konkretes Reiseziel für uns. Erst mit unserem Umzug nach China rückte das Reisen in Südostasien für uns in den Fokus.

Seitdem stand Thailand auf unserer Liste, geplant war es jedoch erst in ein oder zwei Jahren. Der Anreiz kam schließlich von außen: Als zwei Freunde uns erzählten, dass sie nach Thailand reisen würden, eröffnete sich plötzlich eine neue Perspektive. Die Möglichkeit, inmitten unseres Lebens fern von Zuhause vertraute Menschen aus der Heimat wiederzutreffen.

Also verschoben wir unsere ursprünglichen Pläne und entschieden uns dafür, diese Gelegenheit zu nutzen. Ein paar gemeinsame Tage in einer fremden Stadt, Zeit zum Austausch und vor allem, um uns endlich wiederzusehen.

Ankommen im neuen Jahr – Wiedersehen in Bangkok

Nach einer gewohnt unproblematischen Anreise über den stets gut organisierten Flughafen in Peking kamen wir nach etwa fünf Stunden Flugzeit in Bangkok an. Bereits im Vorfeld hatten wir online die TH Digital Arrival Card ausgefüllt, was die Einreise enorm erleichtert. So konnten wir uns direkt in die Schlange der Ausländer stellen, mussten lediglich unseren Pass vorzeigen und konnten zügig passieren, da alle relevanten Daten unter der Passnummer hinterlegt sind.

Nach dem Abholen unserer Koffer und einer kurzen Wartezeit am Fahrzeugschalter ging es mit unserem Fahrer in etwa 40 Minuten in die Innenstadt Bangkoks. Dort warteten bereits unsere Freunde auf uns, die eine halbe Stunde vor uns angekommen waren. Das Wiedersehen war herzlich und dieses vertraute Gefühl war sofort wieder da.

Nach dem gemeinsamen Check-in verabredeten wir uns, um die Gegend rund um das Hotel zu erkunden. Den Anreisetag ließen wir schließlich bei einem thailändischen Abendessen entspannt ausklingen.

Sightseeing- Lumphini Park und Wat Pho

Am nächsten Morgen waren wir alle gespannt auf das Frühstück und es überzeugte uns auf ganzer Linie. Für ein asiatisches Land gab es viele westliche Optionen und besonders die Pancakes wurden schnell zu unserem Highlight.

Anschließend ging es an den Pool auf der Dachterrasse. Wir unterhielten uns ausgiebig, genossen den Blick über die Stadt und ließen uns einfach treiben.

Natürlich wollten wir an diesem Tag auch etwas Sightseeing machen. Unser erster Stopp war der Lumphini Park, eine grüne Oase mitten in der pulsierenden Metropole. Der Park gilt als eine Art „grüne Lunge“ Bangkoks und ist besonders bekannt für seine freilebenden Warane, die man hier immer wieder ganz entspannt über die Wege oder durch die Wasseranlagen laufen sieht. Die ruhige Atmosphäre, die Pflanzen und der Kontrast zur lauten Stadt drumherum wirkten unglaublich entspannend auf uns.

Danach stand für Nico und mich noch ein Tempelbesuch an, denn es ist ein echtes Must-Do in Bangkok. Wir entschieden uns für Wat Pho, einen der ältesten und bekanntesten Tempel der Stadt. Besonders berühmt ist er für den liegenden Buddha, der mit seinen rund 46 Metern Länge und 15 Metern Höhe zu den größten seiner Art gehört. Die gesamte Tempelanlage mit ihren Innenhöfen, Gärten und kunstvollen Verzierungen hat uns sehr beeindruckt.

Etwas getrübt wurde der Eindruck allerdings durch die Vermarktung des Buddhismus auf vermeintlicher Spendenbasis sowie durch zahlreiche Marktstände innerhalb der Anlage, die die spirituelle Atmosphäre ein wenig störten. Weniger touristisch wäre es sicherlich authentischer, dennoch war es ein sehenswerter Ausflug.

Am Abend trafen wir uns alle wieder zum Abendessen. Eigentlich hatten wir ein sehr gutes thailändisches Restaurant ins Auge gefasst, doch leider hatte dieses entgegen der Online-Angaben geschlossen. Zufällig liefen wir dann an einem italienischen Restaurant vorbei und entschieden uns spontan dafür. Eine gute Wahl: Das Essen war hervorragend, das Restaurant stilvoll eingerichtet und sehr gemütlich.

Ein weiteres Highlight in Bangkok sind die Rooftop-Bars. Über den Dächern der Stadt tranken wir Cocktails, genossen den Ausblick, lauschten einem ausbaufähigen DJ und führten ausgelassene Gespräche.

Zurück im Hotel tranken wir uns noch einen letzten Absacker in der Hotel-Dachterrassenbar, bevor wir müde ins Bett fielen.

Entschleunigung & Abschied

Den dritten Tag hatten wir bewusst als Entspannungstag geplant: Frühstück, Pool, ein wenig durch die Gassen schlendern. Unter anderem durch die beliebten Viertel Chinatown und Song Wat. Außerdem Kaffee und Kuchen am Nachmittag.

Am Abend wünschten sich unsere Freunde Hot Pot, was für uns mittlerweile fast schon Alltagsessen ist, da es in Peking sehr verbreitet ist. Also zeigten wir ihnen, wie es funktioniert und was man alles kombinieren kann. Es war super lecker und überraschend authentisch – fast wie in China.

Da es unser letzter gemeinsamer Abend war, entschieden wir uns, noch einmal zusammen in der Hotelbar zu sitzen und die Zeit bewusst auszukosten. Der Abschied fiel uns schwer. Die letzten Tage hatten sich angefühlt wie früher, wie unser fester Mädelstag am Dienstag in Deutschland. Umso trauriger war der Gedanke, sie jetzt wieder nicht mehr um mich zu haben.

Als die Bar um Mitternacht schloss, gingen wir alle rechtzeitig schlafen. Für uns alle stand am nächsten Morgen die Weiterreise an.

Weiterreise Richtung Meer

Für diesen Urlaub war uns vor allem eines wichtig: Entspannen und einfach das Meer genießen. Unser letzter Badeurlaub im Warmen lag bereits einige Zeit zurück und nach diesem ereignisreichen Jahr sehnten wir uns nach Ruhe und Erholung.

Deshalb entschieden wir uns bewusst gegen Inselhopping und dafür die Reisezeiten möglichst kurz zu halten. Somit fiel unsere Wahl für den zweiten Stopp auf den Strand von Hua Hin am Bay of Bangkok.

Bereits vorab hatte ich unseren Transfer gebucht, der wie vereinbart pünktlich um 12 Uhr vor dem Hotel in Bangkok auf uns wartete. Die Fahrt nach Hua Hin dauerte etwa drei Stunden und beinhaltete zwei kurze Stopps. Währenddessen unterhielt sich Nico viel mit unserem Fahrer. Wie viele Thailänder sprach er ganz gut Englisch, denn Englischunterricht gehört hier sowohl in der Highschool als auch im Studium zum festen Bestandteil der Ausbildung.

Er zeigte großes Interesse an der westlichen Lebensweise und stellte viele Fragen zu Deutschland und unserem Alltag. Selbst konnte er bisher noch nicht verreisen, da ihm dafür das nötige Geld fehlt. Er hat drei Kinder, für deren Schulbildung er vollständig aufkommt und arbeitet in erster Linie für sie. Umso spannender war es für ihn, etwas über unseren Lebensstil und unser Leben in Europa zu erfahren.

Die Fahrt war sehr unterhaltsam und verging wie im Flug. In Hua Hin angekommen, wurden wir im Hotel herzlich mit einem Willkommensdrink empfangen. Nach dem Einchecken ließen wir die Koffer kurz im Zimmer und gingen direkt hinaus zur wunderschön angelegten Poollandschaft. Wir fühlten uns direkt angekommen, entschleunigt und bereit für die nächsten Tage.

In Hua Hin verbrachten wir den Großteil unserer Zeit mit lange Stunden am Pool, Lesen, Massagen und einfach nichts vorhaben.

Der Strand selbst ist in diesem Abschnitt relativ schmal und die Wellen und der Wind waren während unseres Aufenthalts stark. Dadurch war das Liegen am Strand weniger entspannt als erwartet. Am Dienstag wurde sogar eine offizielle Warnung ausgesprochen, sodass keine kleinen Boote mehr ausfahren durften. Leider fiel dadurch auch unser geplanter Schnorchelausflug auf eine vorgelagerte Insel aus und unser BBQ am Strand.

Abends gingen wir meist in einem der umliegenden Restaurants essen. Die Auswahl war groß: von klassisch thailändisch bis hin zu europäischen Gerichten war alles dabei. Natürlich probierten wir auch typische Klassiker wie Mango Sticky Rice und Phat Kaphrao, die einfach immer gehen.

Sam Roi Yod Nationalpark & Phraya-Nakhon-Höhle

Am Donnerstag stand ein Ausflug auf dem Programm: der Sam Roi Yod Nationalpark mit der berühmten Phraya-Nakhon-Höhle. Der Nationalpark liegt südlich von Hua Hin und ist bekannt für seine Kalksteinberge, Mangroven, Strände und eine beeindruckende Naturvielfalt. Die Höhle selbst zählt zu den bekanntesten Naturwundern Thailands und beherbergt einen kleinen königlichen Pavillon, der im Inneren der Höhle steht.

Normalerweise erreicht man die Höhle per Boot. Aufgrund der weiterhin starken Wellen und des kräftigen Winds war das jedoch nicht möglich, sodass wir die Alternative wählten: den Fußweg über die Berge. Insgesamt mussten wir drei Anstiege bewältigen mit jeweils rund 450 Höhenmeter.

Wenn man die körperliche Fitness mitbringt, würden wir diese Wanderung absolut empfehlen. Der Weg führte durch wunderschöne Landschaften, immer wieder mit Blick auf das Meer und hatte eine ganz besondere Atmosphäre.

In der Mittagssonne erreichten wir schließlich die Höhle. Es war ein Moment, der kaum zu beschreiben ist. Der Lichteinfall auf den Pavillon im Inneren wirkte magisch, fast surreal. Wir nahmen uns Zeit, schauten uns alles in Ruhe an und unsere Tourleiterin erklärte uns die Besonderheiten der verschiedenen Bereiche der Höhle.

Nach dem Abstieg ging es zu einem Restaurant, das zwischen den beiden Bergen direkt am Strand liegt. Dort gab es verschiedene thailändische Gerichte und wie hier üblich zum Abschluss frische Ananas.

Auf dem Hinweg hielten wir bereits kurz an einer Ananasplantage an. Dort erfuhren wir mehr über den Anbau, besonders spannend war, dass die Früchte in Zeitungspapier eingewickelt werden, um sie vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen.

Nach einem sehr geselligen Mittagessen mit vielen netten Bekanntschaften machten wir uns an den letzten An- und Abstieg. Unten angekommen wartete eine kleine Belohnung auf uns: frisch gepresster Mangosaft, bestehend ausschließlich aus gefrorener Mango – ohne Zuckerzusatz, unglaublich süß und erfrischend.

Alles in allem war es ein rundum gelungener Ausflug, den wir am Abend zu zweit in einem Rooftop-Restaurant abschlossen. Mit dem wunderschönen Blick über Hua Hin, einer entspannte Atmosphäre und gutem Essen beendeten wir den ereignisreichen Tag.

Kui Buri Nationalpark – Elefanten in freier Wildbahn

Spontan beim Frühstück am nächsten Morgen buchten wir einen weiteren Ausflug, von dem uns am Vortag jemand begeistert erzählt hatte: den Kui Buri Nationalpark.

Dieser gilt als einer der besten Orte in Thailand, um Elefanten in freier Wildbahn zu sehen. Hier leben rund 300 Elefanten sowie viele weitere Tierarten wie Tapire, Serau (eine ziegenartige Antilope), Marmorkatzen, Wildschweine und zahlreiche Vogelarten.

Mit einem Jeep fuhren wir etwa 7,6 Kilometer durch den Park und hielten an mehreren Aussichtspunkten. Am ersten Spot entdeckten wir bereits vier Elefanten, allerdings weit entfernt und größtenteils hinter Bäumen verborgen. Die anfängliche Euphorie war dadurch etwas gedämpft.

Unser Guide erklärte jedoch, dass sich am dritten Aussichtspunkt aktuell sechs Elefanten aufhalten würden. Also übersprangen wir den zweiten Punkt und fuhren direkt weiter.

Schon aus der Ferne konnten wir sie sehen: mitten auf einem offenen Feld, ein paar hundert Meter entfernt. Zunächst waren es sechs Elefanten, dann kam ein weiterer langsam hinter einem Busch hervor. Wir beobachteten sie beim Fressen, sahen die Jungtiere bei ihren Müttern trinken und wie sich die Herde ruhig über das Feld bewegte.

Diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, ohne Zäune, ohne Inszenierung, war unbeschreiblich schön und tief bewegend.

Ein besonderes Highlight selbst für unseren Guide war eine große Wildschweinherde, die plötzlich auf das Feld trat. Es waren mindestens 15 Tiere, von ganz klein bis ausgewachsen. Er erzählte uns, dass es sehr selten sei, sie so offen zu sehen, obwohl er täglich im Park unterwegs ist. Zusätzlich konnten wir noch ein Reh, einen Büffel und viele verschiedene Vogelarten beobachten.

Dieser Ausflug war für uns eines der eindrucksvollsten Erlebnisse der Reise. Zudem viel schöner und respektvoller als jeder Zoo. Zum Abschluss aßen wir gemeinsam mit der Safarigruppe in einem thailändischen Restaurant, bevor es etwa eine Stunde zurück nach Hua Hin ging.

Unseren letzten Tag vor der Abreise verbrachten wir ganz ruhig, bevor am Montag wieder der Alltag begann.

Am Abend gingen wir nach dem Essen in einem Restaurant am Meer, gingen noch eine Runde spazieren und ließen nochmal die Atmosphäre auf uns wirken.

Dann hieß es am Sonntag Abschied nehmen von Thailand. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Flughafen und machten uns auf den Weg zurück nach Peking.

Resümee – Ein Land, viele Facetten

Thailand hat bei uns sehr unterschiedliche Eindrücke hinterlassen. Bangkok war für uns zunächst ungewohnt, vor allem im Vergleich zu Peking. Die Stadt wirkte auf uns deutlich lauter, chaotischer und schmutziger. Dazu kommt der hohe touristische Andrang, der Bangkok für uns eher wie „eine große Stadt unter vielen“ wirken ließ. Persönlich hat uns dieser Teil Thailands nicht wirklich abgeholt.

Ganz anders hingegen Hua Hin. Dort fanden wir genau die Ruhe, die wir uns erhofft hatten. Die Stadt ist entspannt, überschaubar und dennoch sehr thailändisch geprägt – mit Tempeln, Märkten und einer angenehmen Atmosphäre. Hier konnten wir abschalten, genießen und das Land auf eine ruhigere, authentischere Weise erleben.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns das Essen. Klassiker wie Pad Thai, Phat Kaphrao und Mango Sticky Rice haben uns jedes Mal aufs Neue überzeugt. Die thailändische Küche ist für uns ein echtes Highlight der Reise gewesen.

Was uns insgesamt sehr positiv überrascht hat, waren die Menschen. Die Thailänder begegneten uns durchweg herzlich, höflich und extrem hilfsbereit. Die offene Mentalität und die Freundlichkeit im Alltag haben unseren Aufenthalt sehr angenehm gemacht. Auch dass viele Menschen gut Englisch sprechen, macht das Reisen gerade für Touristen deutlich entspannter.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass wir die Inselwelt Thailands in diesem Urlaub nicht so erleben konnten, wie ursprünglich geplant. Wetterbedingt mussten Ausflüge aufs Meer ausfallen, sodass wir vor allem das Festland kennengelernt haben. Umso sicherer sind wir uns aber: Wir kommen gerne wieder, um Thailand noch einmal aus einer anderen Perspektive zu entdecken – mit mehr Zeit auf den Inseln, im Meer und in der Natur.

Thailand war für uns vielleicht nicht in allen Aspekten Liebe auf den ersten Blick, aber definitiv eine Erfahrung, die uns bereichert hat. Vor allem Hua Hin und die Naturerlebnisse haben uns gezeigt, wie vielfältig dieses Land ist.

Kommentar verfassen