Malaysia – Palmen, Meer und Tiere

Diese Woche stand eine Reise an, welche ich als allererstes gebucht habe, seit wir in Peking leben. Schon als ich meinen Stallmädels damals erzählt habe, dass es für uns nach China geht, stand für Anna und mich fest: Wir müssen uns irgendwo auf der Welt treffen.

Sie reist fast jedes Jahr mit ihrem Papa nach Malaysia. Nicht nur ein wunderschönes Reiseziel, sondern von China aus auch noch vergleichsweise nah. Da ihre Reisepläne für 2026 bereits feststanden, war für mich schnell klar, dass ich sie dort besuchen komme.

Als ihre Planung stand, schaute ich, wie sich das Ganze für mich einrichten lässt. Schließlich buchte ich meine Flüge und Unterkünfte. Ich stoße etwas später zu ihnen dazu und werde insgesamt 16 Tage inklusive der Reisetage mit ihnen unterwegs sein und drei verschiedene Orte entdecken.

Außerdem werden wir dort auch eines unserer gemeinsamen Hobbys an einer der schönsten Kulissen der Welt ausüben. Mehr dazu später, aber vielleicht kann sich der ein oder andere schon denken was wir geplant haben.

Der Beginn eines neuen Abenteuers

Am Montagmorgen bin ich nach einer ziemlich schlaflosen Nacht aufgestanden. Bevor es losging, habe ich erstmal noch eine Runde im Fitnessstudio eingelegt. Bewegung hilft mir einfach immer, einen freien Kopf zu bekommen.

Nach dem Frühstück habe ich meinen Koffer fertig gepackt und mich spontan noch mit einer Freundin auf einen Kaffee getroffen. Wenn man erst am späten Nachmittag fliegt, zieht sich der Morgen oft ziemlich. Man möchte nichts Großes mehr anfangen, aber richtig entspannen kann man auch nicht. Deshalb kam mir die kleine Ablenkung durch nette Gespräche gerade recht.

Direkt aufgeregt war ich eigentlich nicht, gespannt war ich allerdings schon. Schließlich war es meine erste Flugreise komplett alleine. Die Abläufe kenne ich mittlerweile zwar sehr gut, trotzdem ist es ein anderes Gefühl, wenn man alleine unterwegs ist.

Als ich gegen 14:30 Uhr am Flughafen ankam, verlief zunächst alles völlig unproblematisch.
Check-in, Sicherheitskontrolle alles wie immer.

Eine Neuerung gab es allerdings: Nico und ich hatten uns bei unserem letzten internationalen Flug für den sogenannten E-Channel registriert. Dadurch können wir mit unserem Visum an den Flughäfen in Peking dieselben automatischen Grenzkontrollen nutzen wie chinesische Staatsbürger.

Das wollte ich natürlich direkt ausprobieren. Also lief ich selbstbewusst zu den automatischen Scannern, genau wie die Einheimischen. Nur leider waren die Mitarbeiter auf dem Weg dorthin weniger überzeugt davon, dass ich dort hingehöre.

Mehrere Mitarbeiter schickten mich zunächst wieder weg und erklärten mir, ich müsse zur Ausländer-Schlange. Also erklärte ich insgesamt bestimmt fünf verschiedenen Mitarbeitern, dass ich aufgrund meines Visums für den E-Channel registriert bin.

Am Ende durfte ich tatsächlich durch den automatischen Scanner. Pass auflegen, Daumenabdruck scannen, Gesichtserkennung und schon war ich fertig. Keine fünf Minuten später war ich ohne Warteschlange durch die Kontrolle.

Danach ging es mit der Flughafenbahn weiter zu meinem Gate und schließlich pünktlich in den Flieger.

Ankunft in Malaysia

Nach etwa sechs Stunden und dreißig Minuten Flug landeten wir in Kuala Lumpur. Dies ist die Hauptstadt von Malaysia und besitzt einen der flächenmäßig größten Flughäfen der Welt.

Direkt nach der Landung wurde mir bewusst, wie riesig dieser Flughafen wirklich ist. Nach etwa zehn Minuten Fußweg musste ich noch mit einem Bus weiter zur Immigration und zur Gepäckausgabe fahren.

Damit war der Weg allerdings noch nicht zu Ende. Mein Hotel für die Nacht lag nämlich im zweiten Terminal, während ich im ersten Terminal angekommen war. Also ging es erneut in einen Bus, der zwischen den Terminals pendelt.

Das Hotel schließlich zu finden, stellte sich ebenfalls etwas komplizierter heraus als gedacht. Aber irgendwie hat es am Ende doch geklappt, sodass ich gegen halb eins nachts einchecken konnte.

Und damit stand auch meine erste Nacht alleine in einem Hotel an. Davor hatte ich tatsächlich am meisten Respekt. Ich schlafe ohnehin nicht besonders gut alleine und normalerweise sind Nico und ich es gewohnt, gemeinsam einzuschlafen. In einer fremden Umgebung und dazu noch mit der Geräuschkulisse eines Flughafens im Hintergrund war ich also gespannt, wie die Nacht werden würde.

Das Einschlafen funktionierte zum Glück erstaunlich gut. Vermutlich war ich einfach extrem müde und hatte so viele Eindrücke zu verarbeiten, dass mein Körper irgendwann einfach abgeschaltet hat.

Doch um vier Uhr morgens wurde ich plötzlich von einem Geräusch geweckt. Zwei Frauen versuchten, meine Zimmertür zu öffnen.

Einmal.
Dann ein zweites Mal.

Im Halbschlaf überlegte ich kurz, was ich jetzt machen sollte. Dann hörte ich eine der beiden sagen:
„Ups … das ist ja gar nicht unser Zimmer.“

Offensichtlich hatten sie einfach die falsche Tür erwischt. Naja die Zimmernummern stehen schließlich auch nur groß und deutlich an jeder Tür.

Am nächsten Morgen bekam ich direkt die nächste Nachricht: Mein Anschlussflug war inzwischen bereits zum dritten Mal nach hinten verschoben worden. Aber so konnte ich den Morgen noch etwas entspannter angehen.

Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg, meinen Koffer aufzugeben. Diesmal lief allerdings nicht alles ganz so reibungslos wie sonst.

An diesem Flughafen funktioniert vieles komplett automatisiert. Zuerst muss man sich an einem Self-Check-in-Schalter einchecken und dort selbst das Gepäcklabel ausdrucken. Danach geht man zum Gepäckband, scannt den Code und legt den Koffer auf das Band, wo er automatisch gewogen wird.

Leider ist mir mein Gepäckaufkleber dabei etwas unglücklich eingerissen und ich musste ihn etwas improvisiert befestigen. Deshalb habe ich während des gesamten Fluges gehofft, dass der Koffer trotzdem problemlos am Ziel ankommt.

Alleine unterwegs ist man in solchen Momenten natürlich etwas nervöser. Man hat niemanden, den man schnell fragen kann, niemanden, mit dem man die Verantwortung teilen oder einfach kurz Rücksprache halten kann.

Aber genau in solchen Situationen ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Sich nicht vom Stress der Umgebung anstecken zu lassen und Schritt für Schritt das zu erledigen, was gerade nötig ist.

Und genau das habe ich dann auch gemacht.

Wiedersehen

Am nächsten Tag ging es mit meinem Anschlussflug weiter an die Ostküste von Malaysia.

Das Land besteht aus zwei geografisch getrennten Teilen: dem westlichen Teil auf der malaiischen Halbinsel und dem östlichen Teil auf der Insel Borneo. Insgesamt leben hier über 33 Millionen Menschen und Malaysia gilt als eines der vielfältigsten Länder Südostasiens.

Neben Malaien leben hier auch viele Menschen chinesischer und indischer Herkunft. Diese kulturelle Mischung spürt man überall: in der Sprache, in der Architektur und natürlich besonders beim Essen.

Nach einem etwas turbulenten, sehr kurzen Flug holte Anna mich mit dem Auto am Flughafen ab und gemeinsam fuhren wir zu unserer ersten Unterkunft: dem Tanjong Jara Resort.

Das Resort liegt im Bundesstaat Terengganu, nahe der kleinen Küstenstadt Dungun. Diese Region gilt als eine der traditionellsten Gegenden Malaysias. Der Islam spielt hier eine besonders große Rolle, weshalb vieles etwas ruhiger und konservativer ist als zum Beispiel in der Hauptstadt Kuala Lumpur.

Terengganu ist außerdem bekannt für seine langen, nahezu unberührten Strände und das türkisfarbene Wasser des Südchinesischen Meeres. Viele Reisende nutzen die Region auch als Ausgangspunkt für bekannte Inseln wie die Perhentian Islands oder Redang.

Gerade deshalb wirkt die Gegend hier noch sehr ursprünglich und deutlich weniger touristisch als viele andere Orte in Südostasien.

Flughafen in Terengganu

Meine Unterkunft für die nächsten vier Nächte war wie ein kleines Hochhaus-Cottage auf Stelzen. Innen war sie überraschend großzügig: zwei große Betten, viel Platz und ein wunderschönes, großes Badezimmer mit Dusche und Badewanne.

Alles war offen und hell gestaltet, mit vielen Holzelementen, die perfekt zum Stil der Anlage passten.

Im Zimmer standen immer Trinkwasserflaschen bereit und es gab sogar hauseigenes Mückenspray sowie einen Balsam gegen Mückenstiche – etwas das man in dieser tropischen Umgebung definitiv zu schätzen lernt.

Abends kam außerdem immer jemand vom Service vorbei, um das Zimmer noch einmal vorzubereiten. Die Vorhänge wurden geschlossen, neue Trinkwasserflaschen hingestellt und kleine Insektenabwehr-Stecker in die Steckdosen gesetzt.

Anna und ihr Vater sind dort inzwischen schon zum vierten Mal und schon bei der Ankunft konnte ich verstehen, warum sie immer wieder zurückkehren. Die Anlage ist im traditionellen malaysischen Stil gebaut und wirkt eher wie ein kleines Dorf als wie ein klassisches Hotel.

Statt eines großen Hotelgebäudes verteilen sich viele kleine Häuser mit dunklen Holzdächern, geschnitzten Details und offenen Veranden über das gesamte Gelände. Zwischen Palmen, tropischen Pflanzen und kleinen Wegen liegen die einzelnen Häuser verteilt, sodass alles sehr ruhig und natürlich wirkt.

Einige der Häuser liegen direkt am Strand, andere etwas weiter im Gartenbereich.

Die Anlage selbst bietet eigentlich alles, was man sich für einen entspannten Aufenthalt wünschen kann: mehrere Restaurants, zwei Pools, ein Fitnessstudio, einen Spa-Bereich, Tennisplätze und sogar einen Gaming Room.

Den Großteil unserer Zeit verbrachten wir allerdings damit, einfach in der Sonne zu entspannen. Wir lagen am Pool, gingen zum Meer, sammelten Muscheln oder machten Fotos.

Besonders beeindruckend war natürlich das Meer direkt vor dem Resort. Der Strand ist breit, mit hellem Sand und das Wasser leuchtet in verschiedenen Türkis- und Blautönen.

Allerdings wehte während unseres Aufenthalts ziemlich starker Wind, wodurch die Wellen deutlich höher waren als sonst. Deshalb hing fast die ganze Zeit die rote Flagge am Strand – ein Zeichen dafür, dass Schwimmen im Meer aktuell nicht empfohlen wird.

Auch die Schnorchelausflüge, die normalerweise vom Resort organisiert werden, konnten deshalb leider nicht stattfinden.

Trotzdem war der Strand wunderschön. Gerade morgens oder abends hatte er eine unglaubliche Ruhe und allein das Rauschen der Wellen zu hören war schon Entspannung genug.

Nach dem Frühstück fütterten wir oft die Fische und Schildkröten in den vier großen Wasserbecken neben dem Restaurant.

Es gab hier viele Tiere zu entdecken. Neben zahlreichen Vögeln liefen auch Pfauen über das Gelände und hin und wieder sah man Echsen oder sogar Warane. Diese entdeckte man meist zufällig irgendwo zwischen den Wegen oder auf Bäumen. Nur einmal sorgte ein Waran für ordentlich Aufregung, als er plötzlich direkt neben uns in den Pool sprang und damit schlagartig die komplette Aufmerksamkeit auf sich zog.

Auch das Fitnessstudio des Resorts haben wir genutzt. Es ist relativ klein, aber überraschend gut ausgestattet. Es gibt mehrere Laufbänder, Fahrräder, Hanteln und verschiedene Kraftgeräte. Für ein Hotelgym war es wirklich völlig ausreichend, auch wenn uns ein oder zwei Beinmaschinen zum Trainieren noch gefehlt hätten.

Während wir dort trainierten, zog draußen langsam eine dunkle Wolkenwand auf. Als wir fertig waren und zurück zu unseren Zimmern laufen wollten, begann es plötzlich stark zu regnen. Und zwar nicht einfach nur ein bisschen.

Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich daraus ein richtiger tropischer Regenschauer. Der Regen war so stark, dass man kaum ein paar Meter weit sehen konnte. Solche starken Regenfälle sind hier übrigens ganz normal, besonders während der Hauptmonsunzeit zwischen November und Februar.

Die Ostküste Malaysias liegt im Einflussbereich des Monsuns. Dabei bringen bestimmte Windströmungen aus dem Meer sehr feuchte Luft mit sich, die sich dann in heftigen, oft kurzen, aber intensiven Regenschauern entlädt.

Wir sind zum Glück schon eher am Ende dieser Saison unterwegs, weshalb es meist nur einzelne starke Schauer gibt. Aber wenn es regnete, dann richtig.

Abends fuhren wir häufig in die nahegelegene Stadt oder besuchten einen lokalen Markt zum Essen.

Während unseres Aufenthalts fiel mir schnell auf, dass viele Restaurants und Geschäfte tagsüber geschlossen waren. Der Grund dafür ist Ramadan. Malaysia ist ein überwiegend muslimisches Land. Während des Ramadan fasten gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das bedeutet, dass sie tagsüber weder essen noch trinken.

Deshalb öffnen viele Restaurants erst abends, wenn das tägliche Fastenbrechen beginnt. Auch bei unserer Restaurantwahl mussten wir das berücksichtigen, da viele Orte abends schnell ausgebucht waren.

Zurück im Resort spielten wir Uno oder Kniffel auf dem Balkon, gingen in den Gaming Room für Billard oder Tischkicker oder sangen Karaoke. Oder ich telefonierte noch mit Nico, bevor ich schlafen ging.

An unserem letzten Tag wollten wir unbedingt noch eine kleine Dschungelwanderung machen. Am Abend zuvor hatten wir den Weg bereits alleine ausprobiert, mussten aber nach fünf Minuten wieder umdrehen, weil wir von Moskitos regelrecht aufgefressen wurden. Immerhin entdeckten wir dabei schon einen Leguan und ein paar Affen.

Am nächsten Morgen versuchten wir es deshalb noch einmal mit Guide. Die Tour sollte etwa 45 Minuten dauern. Unsere Guide erklärte uns viele Dinge über Bäume und Pflanzen.

Sie zeigte uns verschiedene Früchte erzählte, welche Pflanzen essbar sind und welche man lieber nicht anfassen sollte.

Die Vegetation war unglaublich dicht. Überall hingen Lianen, riesige Blätter und hohe Bäume bildeten ein fast geschlossenes Blätterdach über uns.

Etwa auf halber Strecke begann es erneut zu regnen und innerhalb weniger Minuten waren wir komplett durchnässt. Aber irgendwie passte das sogar zu dieser Umgebung. Durch einen tropischen Regenwald zu laufen, während es tatsächlich tropisch regnet.

Zurück im Resort erlebten wir noch einen kleinen besonderen Moment.

In der Anlage leben zwei Pfaue, die wir während unseres Aufenthalts immer wieder gesehen hatten. Meist liefen sie irgendwo über das Gelände oder saßen in den Bäumen.

Doch an diesem Tag stand einer von ihnen plötzlich auf der Wiese und schlug sein Rad auf. Die bunten Federn glitzerten im Licht, während er sich langsam drehte. Ein wirklich beeindruckender Anblick und irgendwie ein perfekter kleiner Abschied von diesem Ort.

Nach unserer Wanderung hieß es dann leider schon wieder Koffer packen. Wir checkten aus und machten uns etwa eineinhalb Stunden mit dem Auto auf den Weg zu unserer nächsten Unterkunft.

Die Fahrt führte uns entlang der Küste durch kleine Dörfer, vorbei an Palmen, Moscheen und bunten Häusern. Immer wieder sah man Fischerboote am Strand oder kleine Märkte am Straßenrand.

Die Reise geht weiter und das nächste Erlebnis wartet bereits auf uns.

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