Ende 2024 kam die Frage, die alles ins Rollen brachte:
„Seid ihr bereit, für drei Jahre nach China zu gehen?“ Nicos Arbeitgeber stellte uns vor diese Entscheidung.
Nach vielen Gesprächen, langen Überlegungen und einigen Bedingungen, die jeder von uns für sich aufstellte, wagten wir uns in die Detailplanung.
Vor unserem Holland-Urlaub im April 2025 stand fest: Wir tun es!
Abwägen, planen, bangen
Mit der Zusage tauchten sofort unzählige Fragen auf:
Was passiert mit meinem Job?
Was machen wir mit unserer Wohnung?
Wie läuft das mit Visum, Sprache, Formalitäten?
Meine Arbeit war der erste große Punkt. Eine Beurlaubung schien zunächst kaum möglich und jeder riet uns ab.
Aber wir hielten durch und bekamen schließlich grünes Licht.
Für uns war klar: Dieses Abenteuer gehen wir nur zusammen, eine Fernbeziehung kam nicht infrage.
Papierkram und Fingerabdrücke
Als Nächstes: das Visum.
Dafür mussten wir nach Frankfurt, Fingerabdrücke abgeben.
Praktisch, wenn man sowieso in die Heimat fährt. Also freitags ein kurzer Umweg zum Visa Application Center, danach ein Mittagessen bei Remos, wo Ich schon immer einmal hinwollte, und weiter Richtung Rheinland-Pfalz.



Wohnungs-Odyssee
Unsere Wohnung war die größte Herausforderung.
Zuerst versuchten wir, sie möbliert zu vermieten, aber erhielten keine seriösen Anfragen.
Neuer Plan: unmöbliert, mit der Hoffnung, dass die Möbel übernommen werden.
Noch ein Monat bis zum Abflug.
Plötzlich meldeten sich mehrere Interessenten.
Also organisierten wir Besichtigungen, überlegten uns die Preise für die Möbel.
Schließlich, anderthalb Wochen vor Abflug, fanden wir den perfekten Mieter.
Alles, was er nicht wollte, wurde verkauft, verschenkt oder auf den Sperrmüll gestellt.
Manche Erlebnisse waren… interessant, inklusive eines Verkäufers, der uns mit einem „Besuch am Arbeitsplatz“ drohte, falls wir den Verkauf nicht rückgängig machten.
Vier Stunden vor dem Abflug strichen wir noch Wände, putzten und übergaben die Wohnung.
Kleine Pannen inklusive
Natürlich blieb es nicht ohne Zwischenfälle:
Zwei Tage vor Abflug fiel mir eine gusseiserne Grillplatte auf den Zeh.
Am Abreisetag musste Ich noch schnell zum Verbandswechsel, bevor wir endgültig loskonnten.
Sprache – kleineres Hindernis
Überraschend entspannt war bisher das Thema Chinesisch.
In Peking sprechen viele Englisch, und unser 1:1-Unterricht macht uns richtig Spaß.
Die Sprache wirkt bisher erstaunlich logisch – und vor allem: keine Verbkonjugation!
Diese turbulenten Wochen waren unser echter Startschuss.
Mit jedem Schritt, von der Jobzusage bis zur letzten Pinselbewegung in der Wohnung, fühlte sich das Abenteuer ein Stück realer an.
Und das war erst der Anfang.