Malaysia Teil 2 – Pferde, Kreativität & Shopping

Ankunft an unserem Ziel für die nächsten 10 Tage: Cherating. Das kleine Küstendorf liegt im Bundesstaat Pahang an der Ostküste der malaiischen Halbinsel, direkt am Südchinesischen Meer.

Cherating gilt als einer der ältesten Backpacker- und Strandorte an dieser Küste. Schon in den 1970er-Jahren wurde der Ort von Reisenden entdeckt und hat sich bis heute seinen ursprünglichen Charme bewahrt. Hier geht alles etwas langsamer, ruhiger und authentischer zu als in vielen anderen touristischen Orten Südostasiens.

Besonders bekannt ist der Ort für seine langen Sandstrände, das warme Meer und die umliegende Natur. In der Nähe befinden sich Mangrovenwälder, Flusslandschaften und kleine Dschungelgebiete, in denen man mit etwas Glück sogar Tiere wie Affen, Warane oder Meeresschildkröten entdecken kann.

Tatsächlich befindet sich hier auch eines der wichtigsten Schutzprogramme für Schildkröten in Malaysia.

Grob lässt sich Cherating in zwei Bereiche unterteilen:

Old Town ist der ursprüngliche Teil des Ortes. Hier findet man kleine lokale Restaurants, einfache Unterkünfte, ein paar Shops und diese ganz typische, leicht verschlafene Atmosphäre. Alles wirkt authentisch, wenig inszeniert und genau das macht den Charme aus.

New Town hingegen ist etwas moderner geprägt. Hier gibt es größere Resorts, Cafés und touristischere Angebote. Trotzdem bleibt auch dieser Teil im Vergleich zu vielen anderen Orten in Südostasien angenehm ruhig und unaufgeregt.

Unser persönlicher Lieblingsort wurde schnell ein kleines Café: das OMBOK Café. Egal ob Frühstück, Lunch oder Kaffee zwischendurch, wir waren gefühlt ständig dort. Gute Atmosphäre, leckeres Essen und einfach ein Ort, an dem man gerne bleibt.

Unsere Unterkunft

Für uns war von Anfang an klar: Die Unterkunft musste nah am Stall sein, schließlich war das Reiten unser Hauptgrund, hierherzukommen.

Normalerweise wohnen Anna und ihr Vater direkt am Stall und am Meer, aber diese Unterkunft wurde gerade renoviert. Deshalb haben wir über Kontakte eine Alternative organisiert.

Die ersten zwei Nächte verbrachten wir in einem kleinen Doppelhäuschen: links Anna und ich, rechts ihr Vater.

Sehr einfach, aber absolut ausreichend.

Ein kleines Highlight war unser täglicher Besucher auf unserer Veranda: ein Hauskater, der scheinbar beschlossen hatte, dass wir jetzt zu ihm gehören. Er kam jeden Tag vorbei, ließ sich ausgiebig kraulen und machte es sich ganz selbstverständlich bei uns gemütlich.

Zusätzlich liefen am ersten Tag sogar zwei kleine Ziegenbabys über das Grundstück. Spätestens da war klar: Das hier ist kein touristischer Ort, sondern echtes lokales Leben.

Die Lage war super: etwa 1 Minute mit dem Auto zum Stall. Zum Meer waren es eigentlich auch nur wenige Minuten, allerdings trennte uns ein Zaun vom direkten Zugang, weshalb wir etwa 5 Minuten zu Fuß laufen mussten.

Nach zwei Nächten zogen wir in ein Haus schräg gegenüber und das hat sich definitiv gelohnt.

Zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, Wohnzimmer, kleiner Pool, Outdoor-Küche, großer Tisch, Veranda, Leinwand und sogar ein Carport fürs Auto.

Insgesamt war diese Unterkunft genau das, was wir für die nächsten Tage brauchten: entspannt, praktisch gelegen und mit genug Platz, um sich zwischendurch auch mal zurückziehen zu können.

Tagesbeschäftigungen

Ein fester Bestandteil unserer Tage wurde auch ziemlich schnell das Muschelsammeln am Strand. Malaysia hat wirklich mit Abstand die schönsten und vielfältigsten Muscheln, die ich bisher gesehen habe.

Fast jeden Tag gingen wir etwa eine Stunde an den Strand, meist am Nachmittag. Unsere Sachen lagerten wir immer in einem verlassenen Boot am Strandanfang und liefen dann im Bikini los.

Einmal kamen wir zurück und plötzlich stand eine ganze Herde Kühe rund um unser „Umkleide-Boot“. Also hieß es: warten, bis die Herrschaften weiterziehen. Ein Moment, der einfach perfekt zu diesem Ort passt.

Nach ein paar Tagen wurden die Muscheln allerdings weniger gut. Also dachten wir: Vielleicht müssen wir früher gehen. Gesagt, getan – wir gingen mittags los.

Ergebnis: keine besseren Muscheln, aber verbrannte Füße.

Ein weiteres Highlight war unser spontaner Kreativ-Tag. Nach dem Frühstück im OMBOK Café entdeckten wir einen kleinen Laden mit Schmuck, Kleidung, Accessoires und die Möglichkeit, selbst etwas zu gestalten.

Spontan entschieden wir uns, Armbänder zu machen. Ich wollte eines passend zu meinen Ketten gestalten, während Anna sich für eine sommerliche Fußkette entschied.

Die Besitzerin war skeptisch gegenüber unseren Ideen, aber wir haben sie trotzdem durchgezogen. Und am Ende sind sie genau so geworden, wie wir es wollten.

Leider hatte der Laden danach wegen Hari Raya mehrere Tage geschlossen, sonst wären wir definitiv nochmal hingegangen.

Cherating ist außerdem bekannt für seine vielen Batik-Läden. Allerdings hatten wir keine Lust auf die typischen Touristen-T-Shirts in XL. Also entschieden wir uns kurzerhand, selbst weiße Kleidungsstücke zu kaufen.

Am Abend gingen wir dann nach dem Essen durch die Stadt und fragten in verschiedenen Läden nach. Der erste hatte wegen Hari Raya (dem Ende des Ramadan) bereits geschlossen. Der zweite war zwar offen, bot aber nur klassische Öl-Batik auf Leinwänden an und keine Kleidung.

Zum Glück bekamen wir dort aber einen Tipp und kontaktierten einen anderen Anbieter über Instagram und vereinbarten einem Termin.

Am nächsten Tag wollten wir um 13 Uhr starten, allerdings kam unsere Ansprechpartnerin erstmal 30 Minuten zu spät. Pünktlichkeit wird hier… sagen wir mal, etwas entspannter gesehen.

Dann stellte sich zudem heraus: Unsere Shirts mussten erstmal gewaschen werden. Das erledigte sie kurzerhand in etwa 20 Minuten, während wir uns schon einmal für Farben und Technik entschieden.

Als Technik wählten wir eine klassische Tie-Dye-Technik: Stoff knüllen, mit Gummibändern abbinden und anschließend mit Farbe gestalten.

Danach hieß es warten. Die Shirts mussten einen ganzen Tag trocknen, bevor wir sie am nächsten Tag geöffnet werden.

Die Tops sind nicht so knallig wie erwartet, aber wir sind beide trotzdem zufrieden. Es sind echte Unikate geworden und gleichzeitig eine richtig schöne Erinnerung an die gemeinsame Zeit.

Ganz ohne Bewegung ging es für uns natürlich auch nicht. Allerdings stellte sich das mit dem Sport anfangs etwas schwieriger heraus als gedacht wegen des Ramadans.

Als wir das erste Mal gegen 11 Uhr morgens zu einem Fitnessstudio fahren wollten, standen wir vor verschlossenen Türen. Nicht nur das Studio war geschlossen, sondern auch die umliegenden Läden alles wirkte wie ausgestorben.

Also fuhren wir weiter zum nächsten Studio, in der Hoffnung, dort mehr Glück zu haben. Doch auch dort: absolute Ruhe, keine Menschenseele weit und breit.

Irgendwann mussten wir uns eingestehen: Das wird heute nichts mehr. Also ging es wieder zurück nach Hause.

Anna schrieb daraufhin ein paar Studios direkt über Instagram an und tatsächlich bekamen wir so die zuverlässigeren Öffnungszeiten heraus.

Bei den nächsten Versuchen klappte es dann auch deutlich besser. Wir konnten entspannt trainieren, meist in angenehm ruhiger Atmosphäre, da insgesamt weniger los war.

Zwischendurch zog es uns auch einmal raus aus dem eher ruhigen Cherating, da Annas Vater etwas bei einem Geschäft abholen wollte. Deshalb machten wir uns auf den Weg nach Kuantan.

Kuantan ist die Hauptstadt des Bundesstaates Pahang und mit rund 500.000 Einwohnern eine der größeren Städte an der Ostküste Malaysias. Im Vergleich zu Kuala Lumpur ist sie zwar deutlich entspannter, aber trotzdem merkt man sofort den Unterschied zu den kleineren Küstenorten. Hier ist mehr los, moderner, lebendiger und es gibt große Shopping-Malls.

Wir verbrachten den Großteil des Tages in verschiedenen Einkaufszentren, allen voran in der East Coast Mall. Dort gab es alles, was man sich vorstellen kann: internationale Marken, lokale Shops, Food Courts und Cafés.

Unsere Hauptbeschäftigung war, wie viele von euch schon richtig vermutet haben die Pferde und das Reiten.

Anna kommt seit über zehn Jahren jedes Jahr nach Cherating und reitet dort bei einem Endurance-Stall. Für sie ist dieser Ort also längst ein Stück Zuhause geworden und ich durfte nun auch ein Teil davon sein.

Beim Endurance-Reiten (auch Distanzreiten genannt) geht es nicht um Geschwindigkeit auf kurzer Strecke, sondern um Ausdauer, Vertrauen und das richtige Tempo über lange Distanzen. Je nach Wettbewerb legen die Pferde zwischen 40 und 160 Kilometer an einem einzigen Tag zurück. Dabei gibt es regelmäßige Tierarztkontrollen, um sicherzustellen, dass es den Pferden gut geht und sie fit genug sind, weiterzulaufen.

Der Stall „Penn Endurance“ liegt direkt an der Küste, am endlos wirkenden Strand von Cherating.

Über Nacht stehen die Pferde in Boxen, aber tagsüber sind sie einfach frei. Keine Koppeln, keine Zäune, keine Begrenzungen.

Die Pferde bewegen sich selbstständig über das Gelände, stehen am Strand, grasen auf den Wiesen oder dösen im Schatten. Es war unglaublich schön zu sehen, wie zufrieden sie wirken.

In diesem Stall stehen etwa 30 Pferde, hauptsächlich Araber Pferde oder Araber-Mischlinge und das aus gutem Grund.

Araber sind unglaublich ausdauernd, hitzeresistent und haben ein sehr effizientes Herz-Kreislauf-System. Genau deshalb eignen sie sich perfekt für lange Strecken und warme Klimazonen.

Gleichzeitig sind sie aber auch sensibel, aufmerksam und oft sehr fein in der Kommunikation. Sie reagieren schnell, sind wach und verzeihen Unsicherheit nicht einfach. Man muss klar, ruhig und präsent sein. Doch wenn man sich auf sie einlässt, dann bekommt man auch unglaublich viel zurück.

Vor unserem ersten Ausritt war ich ehrlich gesagt etwas aufgeregt. Ich kannte die Videos von Anna und wusste diese Pferde sind schnell. Zudem hatte ich letztes Jahr eine eher unschönen Erfahrung bei einem Strandausritt in den Niederlanden. Dort wurden viele unerfahrene Reiter einfach auf Pferde gesetzt, was am Ende zu einer Massenpanik geführt hatte.

Hier fühlte sich aber von Anfang an alles anders an. Am Stall angekommen standen bereits vier Pferde bereit. Zwei Männer kümmerten sich um die Vorbereitung.

Dann wurde es ernst „This is yours – come with me.“ Mir wurde eine kleine, zierliche, weiße Araberstute zugeteilt namens Jenna. Ich habe sie kurz begrüßt, sie schnupperte an mir und irgendwie war direkt eine Verbindung da.

Anna bekam einen größeren, schwarzen Araber-Warmblut-Mix – Blacko, den sie bereits aus dem letzten Jahr kannte.

Nach ein paar Minuten im Schritt, um uns aneinander zu gewöhnen und alles einzustellen, ging es los. Kaum hatte ich mich an den Trab gewöhnt, galoppierten wir auch schon los, direkt am Wasser entlang. Der Sand dort ist am festesten, deshalb reitet man immer so nah es geht am Meer.

Ich testete kurz:

Lenkung – funktioniert.

Bremse – funktioniert.

Also ließ ich los, vertraute und genoss den Ausritt.

Der Wind, das Rauschen der Wellen, das Gefühl von Geschwindigkeit – es war einfach unbeschreiblich.

Wir wechselten zwischen Schritt, Trab und immer wieder langen Galoppstrecken. Die beiden Männer begleiteten uns, machten Fotos und Videos.

Zwischendurch wurden wir tatsächlich von ein paar Hunden verfolgt, die neben den Pferden herliefen und sie anbellten. Ein etwas unangenehmes Gefühl, da man Angst hatte, dass sie an einem hochspringen. Also zurück in den Galopp und die Hunde abhängen.

Am Ende ritten wir unglaubliche 25 Kilometer entlang dieses scheinbar endlosen Strandes. Der gesamte Ausritt dauerte knapp über zwei Stunden.

Als wir abstiegen, fühlten sich meine Beine an wie Wackelpudding, aber es war jede Sekunde wert.

Was wir allerdings nach dem ersten Ritt ein kleines bisschen unterschätzt hatten: die körperliche Belastung.

In der ersten Nacht hatten wir beide so starken Muskelkater oder vermutlich sogar leichte Zerrungen, dass wir kaum eine bequeme Position zum Liegen fanden. Sich im Bett umzudrehen wurde zur Herausforderung und am nächsten Morgen die Treppe herunterzugehen… sagen wir mal so: eher ein vorsichtiges Runterhangeln als normales Laufen.

Man merkt einfach, dass diese Art zu reiten eine ganz andere Belastung ist als das, was man aus Deutschland kennt. Und vor allem, weil das letzte Mal Reiten bei mir schon etwa sechs Monate zurücklag.

Beim nächsten Ausritt selbst war davon dann erstaunlicherweise kaum noch etwas zu spüren. Sobald man im Sattel saß, war alles gut.

Dieser war zur sogenannte „Dubai-Wüste“ geplant, eine sandige Landschaft im Inland.

Leider war dieser Bereich an dem Tag gesperrt, sodass wir umdrehen und stattdessen durch Felder reiten mussten. Trotzdem war es ein wunderschöner Ritt, bis auf einen kurzen Abschnitt an der Straße.

Wir waren während unseres Aufenthalts fast täglich am Stall. Und jedes Mal freute ich mich darauf, Jenna wiederzusehen. Eine aufmerksame, sensible Stute, aber beim reiten auf mich fokussiert. Was die anderen machten, interessierte sie kaum – sie war ganz bei mir. Sie kam auf mich zu, wenn ich sie rief, ließ sich kraulen und suchte die Nähe – ein echtes Herzenspferd.

Ich habe den Kontakt zu Pferden wirklich vermisst.

Und bin unglaublich dankbar für diese Erfahrung, für den Mut, es einfach zu machen, für diese besonderen Momente und für dieses eine Pferd, das mir in so kurzer Zeit so ans Herz gewachsen ist.

Abendbeschäftigungen

Abends waren wir meistens einfach nur: müde und hungrig. Wir gingen fast immer spontan essen und bis auf ein einziges Mal Pizza am Strand, waren wir nur einheimisch essen. Oft bestellten wir Mee goreng (Nudeln) Oder Nashi goreng (Reis) mit einer Portion Sayur (Gemüse).

Unser Favorit wurde schnell das Asam Pedas, welches nur wenige Minuten unserer Unterkunft entfernten war. Anna kannte es noch vom letzten Urlaub und schwärmte von einem bestimmten Gericht. So kam es, dass wir mindestens 3 oder 4 mal dort essen waren und neben unserer üblichen Bestellung noch die Buttermilk Shrimps aßen. Einfach unfassbar lecker. Einziger Nachteil: Die Stühle färbten ab, weshalb wir uns danach immer die Beine waschen mussten.

Ein besonderes Erlebnis war unsere Fireflies Tour. Mit einem Boot fuhren wir nachts über den Fluss komplett im Dunkeln.

Keine Lichter, keine Geräusche.

Der Guide lockte die Glühwürmchen mit einem kleinen roten Licht an. Und plötzlich flogen sie überall um uns herum.

Es war magisch so viele Glühwürmchen gleichzeitig zu sehen. Ein wirklich empfehlenswerter Ausflug.

Während unseres Aufenthalts hatten wir das große Glück, gleich an zwei Abenden zum Hari Raya eingeladen zu werden.

Dies ist eines der wichtigsten Feste in Malaysia und markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan. Gefeiert wird das Fastenbrechen nach einem Monat des Verzichts, der Besinnung und des Gebets. Es ist vergleichbar mit dem Zuckerfest, das viele vielleicht kennen.

Eine schöne Tradition während Hari Raya ist das sogenannte „Open House“. Das bedeutet, dass Familien ihre Türen für Gäste öffnen und zwar nicht nur für Freunde und Verwandte, sondern oft auch für Nachbarn, Bekannte oder sogar Fremde. Man besucht sich gegenseitig, geht von Haus zu Haus, isst gemeinsam und verbringt Zeit miteinander. Es geht dabei vor allem um Gemeinschaft, Großzügigkeit und das Miteinander.

Am ersten Tag wurden wir von unserem Verwalter eingeladen, der direkt neben unserem Cottage wohnt. Mit der Familie und vor allem mit dem jüngeren Sohn hatten wir während unseres Aufenthalts immer wieder Kontakt.

Wie in Malaysia üblich, zogen wir vor dem Betreten des Hauses unsere Schuhe aus. Das hat hier sowohl praktische als auch kulturelle Gründe: Zum einen hält man so den Wohnraum sauber, zum anderen gilt es als Zeichen von Respekt gegenüber dem Zuhause und der Familie.

Im Haus erwartete uns ein großes Buffet mit verschiedensten traditionellen Speisen. Unser Gastgeber erklärte uns jedes einzelne Gericht, was es ist, welche Zutaten enthalten sind und welche Bedeutung es hat.

Einige dieser Speisen gibt es tatsächlich nur zu Hari Raya, was das Ganze noch besonderer machte. Wir durften uns überall bedienen, probieren und nachnehmen.

Bei der Verabschiedung bekamen wir auch einen kleinen Umschlag mit Geld. Das ist eine traditionelle Geste, ähnlich wie man sie auch aus anderen asiatischen Kulturen kennt. Diese Umschläge werden als Zeichen von Wertschätzung, Gastfreundschaft und guten Wünschen überreicht. Sie symbolisieren Glück, Segen und einen guten Start in die Zeit nach dem Ramadan.

Für uns war das natürlich total unerwartet und umso besonderer.

Am zweiten Tag wurden wir am Abend von Angah eingeladen, einem der Reiter vom Stall.

Als wir ankamen, war das eigentliche Essen bereits größtenteils aufgegessen was aber überhaupt kein Problem war. Seine Familie betreibt eine eigene kleine Bäckerei und so wurden wir stattdessen mit frisch gebackenem Bananenbrot versorgt. Und ich kann wirklich sagen: So gutes Bananenbrot habe ich selten gegessen.

Dazu gab es selbstgemachte Kekse, unter anderem mit Peanut Butter, und frisch gepressten Mangosaft – alles unglaublich lecker.

Obwohl wir immer wieder betonten, dass wir nichts mehr brauchen, brachte uns seine Mutter später sogar noch eine warme Mahlzeit, die sie extra für uns vorbereitet hatte. Eine Geste, die so viel Herzlichkeit zeigt, dass man sie kaum in Worte fassen kann.

Wir wurden überall willkommen geheißen, haben Gespräche geführt, gelacht und dieses Fest hautnah miterlebt. Es war etwas ganz Besonderes, zu so einem Anlass eingeladen zu werden und wir haben uns wirklich geehrt gefühlt, daran teilhaben zu dürfen.

Die Hauptstadt des Landes

Nach unseren intensiven und erlebnisreichen Tagen in Cherating ging es für uns weiter nach Kuala Lumpur und somit zu unserem letzten Stopp, bevor es zurück nach Hause ging. Die Fahrt dorthin dauerte etwa vier Stunden und führte uns noch einmal durch ganz unterschiedliche Landschaften, bevor wir schließlich in der Großstadt ankamen.

Am Flughafen gaben wir zunächst unseren Mietwagen zurück und fuhren anschließend mit dem Taxi zu unserem Hotel, dem The Ritz-Carlton Kuala Lumpur. Schon beim Ankommen wurde klar, dass dieser letzte Abschnitt unserer Reise nochmal ein ganz besonderer wird. Mein Zimmer war wunderschön, sehr großzügig und vor allem unglaublich ruhig. Immer wieder wurden wir mit kleinen Aufmerksamkeiten überrascht, wie zum Beispiel kostenlosen Brownies. Auch die Lage war ideal, sodass wir vieles gut erreichen konnten.

Da unser Zimmer noch nicht fertig war, warteten wir zunächst in der Lounge und stärkten uns mit einem griechischen Salat, einem Lachs-Sandwich, Kaffee und frisch gepresstem Saft. Danach machten wir uns fertig, um die Stadt zu erkunden.

Unser erster Stopp war die Pavilion Mall, eines der bekanntesten und luxuriösesten Einkaufszentren der Stadt. Wir schlenderten entspannt durch die Läden und gingen einfach dort hinein, wo es uns gefiel. Ich wurde tatsächlich auch fündig und kaufte mir einen Pyjama, auf den sogar direkt vor Ort mein Name kostenlos gestickt wurde – ein kleines, aber sehr schönes Andenken.

Zwischendurch machten wir Halt in einem bekannten Café, wo wir uns eine erfrischende Limonade gönnten. Besonders bekannt ist dieses Café für sein Merchandising, denn bei den Getränken ist eine kleine Bärenfiguren am Becher befestigt. Ein witziges Detail, das vor allem auf Social Media sehr beliebt ist.

Auf dem Weg zum Treffpunkt mit Annas Vater kamen wir an der bekannten Kreuzung rund um Bukit Bintang vorbei, wo auch die Monorail oberirdisch durch die Stadt fährt.

Am Abend trafen gingen wir gemeinsam auf einen lokalen Streetfood-Markt. Die Märkte sind typisch aufgebaut: links und rechts unzählige Essensstände mit den verschiedensten Gerichten. Anna und ich teilen uns dabei meistens alles, um möglichst viel probieren zu können. So gab es an diesem Abend Frühlingsrollen, Dumplings, einen Wrap und frisch gepressten Mango-Dragonfruit-Saft.

Danach stand dann noch das Highlight auf dem Programm: die Petronas Towers. Die beiden Zwillingstürme gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der Welt und waren lange Zeit die höchsten Gebäude der Erde. Besonders spannend: Die Türme wurden tatsächlich von zwei unterschiedlichen Bauunternehmen errichtet – einer von einem japanischen Unternehmen und der andere von einem südkoreanischen. Dadurch wollte man einen Wettlauf erzeugen, um die Bauzeit zu verkürzen. Verbunden sind sie durch die bekannte Skybridge, und ihre Architektur ist stark vom islamischen Design geprägt.

Als wir ankamen, lief gerade ein Wasser- und Lichterspiel, das die gesamte Szenerie noch beeindruckender machte. Wir machten Fotos, liefen ein wenig durch die Umgebung und ließen den Moment einfach auf uns wirken.

Anschließend liefen wir noch zur Saloma Link Brücke, die besonders durch Social Media bekannt geworden ist. Die beleuchtete Brücke bietet einen wunderschönen Blick auf die Skyline, vor allem bei Nacht.

Am nächsten Morgen starteten wir mit einem ausgiebigen Frühstück. Das Angebot war riesig und reichte von westlichen bis hin zu asiatischen und indischen Speisen. Ich probierte mich einmal quer durch von Hummus mit Pitabrot und Feta über Roti Canai bis hin zu French Toast und frischem Obst.

Danach machten Anna und ich uns auf den Weg zum Central Market. Dort gibt es viele kleine Stände mit Kunsthandwerk und Souvenirs. Direkt am ersten Stand wurden wir wieder kreativ und gestalteten uns jeweils eine eigene Kette mit Charms, die wir kurze Zeit später schon abholen konnten.

Von dort aus liefen wir weiter Richtung Petaling Street. Wie in vielen Städten besteht das sogenannte Chinatown vor allem aus Märkten und Souvenirständen, doch mit China hat das für mich meist wenig zu tun.

Besonders schön war ein Bereich ganz in der Nähe: Kwai Chai Hong. Diese kleine Gasse wurde liebevoll restauriert und ist heute bekannt für ihre kunstvollen Wandmalereien, die Szenen aus dem alten Kuala Lumpur zeigen. Viele der Motive sind interaktiv gestaltet, man kann sich beispielsweise auf einen Stuhl setzen und wirkt dann selbst wie Teil des Bildes. Dazu kommen die vielen Lampions über den Gassen, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen.

Den Hin- und Rückweg legten wir mit der Metro zurück, was super einfach und günstig war. Besonders aufgefallen ist uns, dass es eigene Waggons nur für Frauen gibt. Ein Konzept, das vor allem abends ein zusätzliches Sicherheitsgefühl gibt.

Zurück in der Stadt schauten wir noch bei ein paar Geschäften vorbei, welche auf unserem Weg lagen. Trafen uns mit Annas Papa auf einen Kaffee und machten noch einen kurzen Stopp im Hotel für einen kleinen Lunch. Es gab verschiedene Sandwiches und gefüllte Blätterteigtaschen sowie frisch gepressten Ananassaft. Eine perfekte Stärkung zwischendurch und vorallem nach dem anstrengenden Shoppen.

Anschließend ging es noch einmal zurück in die Pavilion Mall, da wir am Tag zuvor noch nicht alles gesehen hatten. Wir nutzten die letzten Stunden, um noch ein wenig weiter zu bummeln, bevor es für mich am Abend zurück zum Flughafen ging. Mit etwa einer Stunde Verspätung startete mein Flug und am frühen Morgen landete ich wieder in Peking.

Fazit

Diese Reise war in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Malaysia hat mich wirklich überrascht. Vor allem die Orte wie Dungun und Cherating haben mir unglaublich gut gefallen, weil sie so ursprünglich, ruhig und kaum touristisch waren. Teilweise hatten wir kilometerlange Strände fast komplett für uns allein. Dieses Gefühl von Ruhe und Weite ist etwas, das man so nur noch selten findet.

Die Natur, das Meer und die gesamte Atmosphäre wirkten sehr authentisch und unberührt. Auch das Essen hat mich absolut überzeugt – die Mischung aus verschiedenen Kulturen macht die Küche unglaublich vielseitig und spannend.

Was mir außerdem besonders aufgefallen ist, war die Herzlichkeit der Menschen. Egal ob im Resort, auf der Straße oder bei Einladungen. Wir wurden überall offen, freundlich und mit großer Gastfreundschaft empfangen. Viele sprechen zumindest etwas Englisch, sodass man sich eigentlich immer verständigen kann. Das macht das Reisen dort unglaublich angenehm und unkompliziert.

Ein absolutes Highlight war natürlich das Reiten am Strand. Nach so langer Zeit wieder mit Pferden in Kontakt zu sein, war für mich etwas ganz Besonderes. Und das Ganze dann auch noch in dieser Kulisse erleben zu dürfen, werde ich so schnell nicht vergessen.

Gleichzeitig war die gemeinsame Zeit mit Anna einfach wunderschön. Es fühlte sich an wie früher, vertraut, unkompliziert und einfach richtig harmonisch.

Zum Abschluss dann noch Kuala Lumpur als Kontrast: eine moderne, lebendige Stadt mit vielen Möglichkeiten in der man problemlos mehrere Tage verbringen kann. 

Insgesamt war diese Reise die perfekte Mischung aus Entspannung, Abenteuer und besonderen Momenten.

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