Kleine Augenblicke

Die Woche startete vielversprechend mit angenehmen 20 bis 25 Grad und grundsätzlich dem perfektes Wetter, um draußen unterwegs zu sein. Wäre da nicht ein kleiner Haken gewesen: die Luftqualität.

Aktuell ist diese nämlich leider wieder deutlich schlechter, sodass längere Aufenthalte im Freien nicht wirklich empfohlen sind. Das hat unsere Pläne hier und da ein wenig durcheinandergebracht.

Trotzdem war die Woche alles andere als langweilig. Im Gegenteil, es standen einige Events und Unternehmungen an, nur eben teilweise anders als ursprünglich geplant.

Der Montag begann dabei noch ganz klassisch und eher ruhig. Wie so oft habe ich mich mit organisatorischen und redaktionellen Themen beschäftigt. Montags ist bei mir meist Blog-Tag: ich plane, schreibe und veröffentliche den Blog, damit ihr wieder ein bisschen mitverfolgen könnt, was wir hier in Peking erleben.

Zusätzlich stand die Organisation für unsere Frühstücksgruppe an, die sich diese Woche wieder getroffen hat. Dazu gehört tatsächlich mehr Planung, als man vielleicht denkt: Location auswählen, Teilnehmerzahl abstimmen, alles koordinieren und am Ende noch eine verständliche Wegbeschreibung für alle erstellen.

Neben diesen To-dos ging es noch zum Geldautomaten, ich habe weiter an meinem Fotobuch gearbeitet und war im Fitnessstudio. Ein typischer Montag also mit viel Organisation, ein bisschen Alltag und die Basis für alles, was die Woche noch bringen sollte.

Street Food Safari: Die Geschmäcker Pekings erleben

Am Dienstag stand nach den Osterferien endlich wieder ein Event der Patengruppe an, eine Street Food Safari durch die Hutongs.

Gestartet sind wir in einem kleinen, versteckten Café namens TBSS, das sich im The Orchid befindet. The Orchid ist ein liebevoll gestalteter Komplex mitten in den Hutongs, bestehend aus einem Boutique-Hotel, einer Bäckerei, mehreren Restaurants und eben diesem Café. Schon der Weg dorthin war besonders: eine schmale Treppe hinauf und plötzlich steht man auf einer Dachterrasse mit mehreren kleinen Räumen und Sitzmöglichkeiten. Bei gutem Wetter kann man dort auch draußen sitzen und über die Dächer der Hutongs schauen.

Nach und nach trafen dann alle ein und wir starteten mit einem ersten kleinen „Food-Spot“ – einem Kaffee und einem Willkommenskeks. Ich habe mich für einen Salted Caramel Latte entschieden, der überraschend angenehm und nicht zu süß war.

Bevor wir uns aufs Rad geschwungen haben, ging es zunächst ein Stück zu Fuß durch die Hutongs. Dabei kamen wir an einem typischen traditionellen Eingangstor vorbei, an dem uns eine Leiterin der Gruppe, einige spannende Details erklärt hat.

Auffällig sind zum Beispiel die sogenannten „Türnägel“ – kleine Metallknöpfe oberhalb des Tores. Je mehr davon vorhanden sind, desto höher war früher der gesellschaftliche Status der Bewohner. Vier Reihen deuten also auf Wohlstand und Ansehen hin.

Auch die Steine links und rechts vom Eingang haben eine Bedeutung:

Runde, trommelartige Steine stehen meist für militärische Familien

Löwenfiguren symbolisieren Schutz und Macht

Verzierungen wie Bücher oder Schriftrollen deuten auf Gelehrte oder Beamte hin.

Direkt am Eingang befindet sich außerdem eine kleine Schwelle, über die man bewusst steigen soll. Ursprünglich hatte das einen praktischen und symbolischen Zweck: In Tempeln senkt man beim Eintreten den Kopf als Zeichen von Respekt. Gleichzeitig steckt auch ein Aberglaube dahinter, denn Geister haben keine Knie und können diese Schwelle nicht überwinden.

Auch die geschwungenen Dächer haben eine Bedeutung: Sie sind so geformt, dass Geister, die sich darauf bewegen, „abrutschen“ und nicht direkt ins Haus gelangen.

Nach diesen Einblicken ging es weiter und wir kamen an einem besonderen Katzen-Café vorbei. Dort lebten vor allem größere Katzenrassen wie die Maine Coon, bekannt für ihr langes Fell und ihre imposante Größe. Wir haben nur kurz reingeschaut, da man zum längeren Aufenthalt etwas konsumieren muss, aber allein der kurze Blick war schon spannend.

Ein weiterer kurzer Stopp war ein Tempel, in dem wir beobachten konnten, wie Räucherstäbchen genutzt werden. Dabei verbeugen sich die Menschen meist in alle Himmelsrichtungen. Es ist ein Ritual, das Respekt und Dankbarkeit ausdrückt. Besonders interessant fand ich die vielen Wunschtafeln, auf denen Botschaften aus aller Welt standen, teilweise sogar auf Deutsch.

Danach ging es endlich mit den Fahrrädern weiter, insgesamt sollten wir etwa 8 Kilometer zurücklegen.

Der erste richtige Food-Spot lag direkt am Wasser. Dort gab es den klassischen chinesischen Trinkjoghurt, bekannt als 酸奶 (Suānnǎi). Er ist leicht gesüßt, cremig und wird oft in kleinen Porzellan Bechern verkauft.

Weiter ging es vorbei am Drum and Bell Tower, einem historischen Wahrzeichen Pekings, das früher zur Zeitmessung diente. Wir haben es uns nur von außen angeschaut, aber allein das Gebäude ist schon beeindruckend.

Anschließend folgten zwei absolute Streetfood-Klassiker:

Jianbing (煎饼) – eine Art herzhafter Pfannkuchen mit Ei, Kräutern, knusprigem Teig und würziger Soße

Xianbing (馅饼) – eine gefüllte, knusprige Teigtasche, meist mit Fleisch oder Gemüse

Beides kannte ich bereits, aber es war trotzdem wieder richtig lecker.

Zwischendurch kamen wir noch an einem sehr lokalen Markt vorbei, ganz anders als die moderneren Märkte, die ich bisher kannte. Hier ging es deutlich ursprünglicher und authentischer zu.

Ein weiterer geplanter Zwischenstopp fiel leider aus, da das Restaurant geschlossen ist. Deshalb sind wir direkt zum letzten Laden weitergefahren, welcher sich in einem typischen Hutong Gebäude befinden.

Mr. Shi‘s Dumplings, ein bekannter Laden, vor allem für seine süßen Dumplings. Wir probierten sowohl herzhafte Varianten als auch süße, unter anderem mit Banane-Schokolade und Apfel-Schokolade. Es war ungewohnt die Dumplings auch in süß zu essen, aber auf jedenfall eine Empfehlung!

Zum Abschluss ging es zurück zum Ausgangspunkt, wo sich einige noch in der Bäckerei Sauerteigbrot gekauft haben, angeblich ist es das beste der Stadt.

Abends sind Nico und ich dann noch gemeinsam ins Fitnessstudio gegangen, was ein guter Ausgleich war nach all dem Essen.

Spontaner „Museums“ Besuch

Am Mittwoch war eigentlich ein ganz anderer Plan vorgesehen. Nach meinen Chinesisch- Vokabeln war ich mit Freundinnen verabredet, wir wollten mit den Fahrrädern in einen Park fahren, Tretboot fahren und ein bisschen Tischtennis spielen. Also ein richtig schöner, aktiver Tag draußen.

Doch daraus wurde leider nichts. Die Luftqualität war an diesem Tag extrem schlecht, die Werte lagen bei knapp 300 und das ist definitiv nichts, bei dem man sich längere Zeit draußen aufhalten sollte. Vor allem, weil auch der achtjährige Sohn meiner Freundin mitkommen möchte. Für Kinder ist das Ganze nochmal deutlich belastender.

Also haben wir spontan umgeplant und uns erstmal auf einem Kaffee getroffen, um in Ruhe zu überlegen, was wir stattdessen machen könnten. Relativ schnell war klar: irgendetwas drinnen muss her, am besten etwas das sowohl uns als auch dem Kleinen Spaß macht.

Nach kurzer Recherche sind wir auf ein Museum gestoßen, das mit illustrierten Welten und interaktiven Erlebnissen beworben wurde. Klang erstmal vielversprechend. Also Tickets online gebucht und mit dem Didi zur entsprechenden Mall gefahren.

Dort angekommen sind wir erstmal noch in den Lego Store gegangen, das ist ja irgendwie immer ein Highlight, egal ob für Kinder oder Erwachsene.

Im Museum selbst konnte man zusätzlich noch zwei kurze Filme buchen, jeweils etwa 15 Minuten lang. Einer handelte von Dinosauriern, der andere von der Unterwasserwelt. Das Besondere daran war, dass die Szenen immer wieder mit bekannten chinesischen Städten kombiniert wurden.

Allerdings muss man sagen: Die Filme waren schon ziemlich intensiv, vor allem durch die vielen Bewegungen. Für Menschen, die empfindlich auf solche Effekte reagieren, ist das eher nichts.

Das eigentliche Museum war dann leider eine kleine Enttäuschung. Es bestand nur aus vier Räumen, wirkte teilweise ziemlich in die Jahre gekommen und insgesamt war es weniger spektakulär als erwartet.

Nach dem Besuch sind wir noch gemeinsam essen gegangen. Es gab ganz klassisch chinesische Küche:

Tomatensuppe mit Nudeln, Old Beijing Noodles und für mich Biang Biang Nudeln – breite, handgezogene Nudeln mit einer würzigen Soße, die ich sehr gerne mag.

Danach sind wir noch ein bisschen durch die Mall geschlendert, bevor wir wieder mit dem Taxi zurückgefahren sind.

Auch wenn der Tag anders lief als geplant, war er trotzdem schön und hat wieder gezeigt, wie wichtig Flexibilität hier ist.

Zwischen Austausch und Buchungs- Chaos

Am Donnerstag stand wieder eines unserer Frühstücksgruppen-Treffen an. Morgens versuche ich an solchen Tagen meistens, meine To-dos zu Hause schon möglichst gut abzuarbeiten, bevor ich mich fertig mache und losfahre.

Da die Luftqualität an dem Tag wieder ziemlich schlecht war, habe ich mich für ein Didi entschieden. Angezeigt wurden mir etwa 30 Minuten Fahrzeit, doch am Ende wurde daraus fast eine Stunde. Der Verkehr in Peking war an diesem Tag einfach extrem, gefühlt den ganzen Tag über.

Dadurch war es bei mir am Ende eine ziemliche Punktlandung. Zum Glück bin ich aber nicht alleine in der Organisation und eine andere aus unserem Team war bereits vor Ort. Generell funktioniert unsere Gruppe aber auch sehr unkompliziert, es ist ein ziemlich offener Haufen, sodass sich meist einfach jemand hinsetzt und den Anfang macht. Die Restaurants wissen in der Regel auch schon Bescheid und platzieren uns direkt entsprechend.

Dieses Mal fand das Treffen im 798 Art District statt einem der bekanntesten Kunst- und Kreativviertel in Peking. Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Frühstück noch gemeinsam durch die Gegend zu schlendern, da es dort wirklich viel zu entdecken gibt. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und es fing an zu regnen, sodass wir es beim Frühstück belassen haben.

Nach dem Frühstück ging es dann wieder nach Hause, wieder durch den dichten Verkehr. Dort angekommen habe ich mich erstmal um etwas Organisatorisches gekümmert, das mich im Nachhinein deutlich mehr Zeit und Nerven gekostet hat als gedacht: unsere Zugtickets.

In China läuft das nämlich etwas anders als bei uns. Man kann Tickets im Voraus „reservieren“, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man sie auch bekommt. Gerade bei beliebten Strecken oder Feiertagen bewerben sich teilweise Tausende Menschen auf die gleichen Züge.

Bei unserer Verbindung war die Situation besonders schwierig, da nur zwei Züge am Tag in diese Region fahren. Entsprechend gering war unsere Chance – etwa 25 %. Natürlich haben wir beim ersten Versuch keine Tickets bekommen und landeten auf der Warteliste. Auch alternative Verbindungen waren komplett ausgebucht.

Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich frustriert. Ich hatte direkt zum frühestmöglichen Zeitpunkt reserviert und trotzdem keine Chance. Aus dem Ärger heraus habe ich die Buchung dann erstmal storniert, nur um kurz danach festzustellen, dass das eigentlich auch keine Lösung ist.

Also habe ich es nochmal versucht und die Tickets erneut reserviert. Und tatsächlich hatten wir plötzlich Glück und haben Plätze bekommen. Damit steht jetzt fest, dass wir zur Hochzeit reisen können, auf die wir uns schon sehr freuen.

Zwischendurch habe ich noch mit einer Freundin aus Deutschland telefoniert und mich später mit Nico abgestimmt.

Eigentlich waren wir abends noch zu einem Filmabend von der ARD verabredet. Nach dem ZDF-Event hatten wir uns darauf wirklich gefreut. Aber Nico hatte einen sehr anstrengenden Arbeitstag, war lange unterwegs und hätte es zeitlich auch nicht mehr geschafft.

Also haben wir uns entschieden, den Abend ruhiger anzugehen und es dieses Jahr ausfallen zu lassen in der Hoffnung, dass sich nächstes Jahr nochmal die Gelegenheit ergibt.

Stattdessen haben wir uns einfach Essen bestellt und den Abend gemütlich zu Hause verbracht. Aktuell schauen wir gemeinsam „Der Bergdoktor“ und sind inzwischen schon bei Staffel 3 angekommen. Es ist genau die richtige Art von Serie nach einem langen Tag – leicht, entspannt und einfach angenehm zum Abschalten.

Hoch die Hände Wochenende

Das Wochenende startete am Freitag zunächst recht produktiv. Neben einer Sporteinheit war ich mit einer Freundin unterwegs, um ein Kleid für eine anstehende Hochzeit zu finden. Außerdem habe ich Flyer für unsere Frühstücksgruppe erstellt und mich um den Blog gekümmert. Also eine gute Mischung aus Erledigungen und schönen Dingen.

Am Abend, als Nico von der Arbeit kam, sind wir gemeinsam mit einem Freund essen gegangen. Die Location war besonders schön, ein Europäisches Restaurant mit Dachterrasse.

Danach ging es noch weiter in den Barcardi Club, der ebenfalls über zwei Dachterrassen verfügt. Die Stimmung war super und es war eine interessante Mischung aus internationalen und lokalen Gästen.

Der Samstag und Sonntag verliefen deutlich ruhiger. Wir haben ausgeschlafen, ein paar Dinge erledigt und uns Zeit für uns genommen. Nico hat viel Dart gespielt und ich habe weiter nach einem Kleid gesucht.

An einem Abend haben wir chinesisches Essen bestellt. Wie so oft waren die Portionen riesig, sodass wir einen Teil einfrieren mussten.

Mit selbst gemachter Currywurst mit Pommes haben wir die Woche schließlich entspannt ausklingen lassen.

Tage, die leiser sind

Nach den vielen Eindrücken der letzten Wochen wurde es bei mir in Peking erstmal etwas ruhiger. Ein Grund dafür waren unter anderem die Osterferien. Viele sind verreist oder hatten Besuch, wodurch die klassischen Termine ausgefallen sind oder gar nicht erst stattgefunden haben.

Der Wochenstart begann somit recht entspannt, denn am Montag war hier in China ebenfalls Feiertag und Nico hatte frei. Statt großer Pläne haben wir den Tag ganz bewusst ruhig verbracht, einfach zu Hause, ein bisschen abschalten und vor allem Zeit mit unseren Familien – wenn auch nur über Videoanrufe.

Auch die Tage danach waren eher vom Alltag geprägt. Ich habe wieder intensiver mit dem Chinesischlernen angefangen, mich um unsere Steuerunterlagen gekümmert und mir bewusst Zeit für Sport genommen. Viel Yoga, ein paar Fitness-Einheiten, einfach wieder in einen Rhythmus kommen.

Ein kleines Highlight war ein Ausflug auf den Markt mit einer Freundin. Bei dem schönen Wetter sind wir mit dem Fahrrad gefahren, was hier in Peking immer abenteuerlich ist. Besonders schön war dabei, dass aktuell überall alles blüht – Bäume, Blumen, ganze Straßenzüge wirken plötzlich viel lebendiger. Diese Mischung aus Bewegung, Alltag und den kleinen Eindrücken unterwegs macht den Frühling hier irgendwie besonders.

Zwischendurch habe ich auch mit Freunden aus Deutschland telefoniert, manchmal merkt man erst in solchen ruhigeren Phasen, wie gut es tut sich einfach auszutauschen.

Donnerstagabend habe ich mich außerdem noch mit einer Freundin zum Abendessen getroffen. Wir waren in einem neuen chinesischen Restaurant in der Mall unseres Apartmentkomplexes. Neben vielen bekannten Klassikern gab es dort auch einige außergewöhnlichere Gerichte, die man nicht in jedem Restaurant findet. Besonders begeistert haben mich die Okraschoten und die Knoblauchgarnelen, beides wirklich unglaublich lecker. Insgesamt war es ein richtig schöner Abend und eine willkommene Abwechslung zum ansonsten eher ruhigen Alltag.

Mittagspausen Ausflug

Am Freitag habe ich nach dem Chinesisch lernen und meinen anderen To-dos spontan die Gelegenheit genutzt und bin zum Qingfeng Park gelaufen.

Dieser liegt nur etwa 20 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt und schon der Weg dorthin war richtig schön. Besonders beeindruckend war der Blick auf einen der bekanntesten Wolkenkratzer Pekings, den CITIC Tower (chinesisch: Zhongguo Zun). Durch die blühenden Äste wirkte das Gebäude fast schon weich und es war irgendwie ein schöner Kontrast zu seiner sonst eher massiven Erscheinung.

Mit seinen 108 Stockwerken und einer Höhe von 528 Metern ist er das höchste Gebäude Pekings. Genutzt wird er überwiegend als Bürogebäude, beherbergt aber auch ein Hotel sowie eine Bar mit Dachterrasse in der obersten Etage. Seine besondere Form ist übrigens an ein traditionelles chinesisches Gefäß, den sogenannten „Zun“, angelehnt.

Im Park angekommen erwartete mich genau das, was ich mir erhofft hatte: blühende Bäume, viele Blumen und eine Joggingstrecke entlang des Flusses, mit Blick auf die Skyline der Stadt. Diese Kombination aus Natur und Großstadt ist einfach immer wieder etwas Besonderes.

Viele Menschen waren draußen unterwegs, einige spielten Tischtennis an öffentlichen Platten (vermutlich in ihrer Mittagspause) und an anderen Ecken wurde das typische chinesische Brettspiel gespielt. Der Park hat wirklich viel zu bieten, aber ich habe die Zeit einfach genutzt, um ein bisschen zu laufen, die Natur zu genießen und den Vögeln zuzuhören.

Da ich bis dahin noch nichts gegessen hatte, habe ich mir gegen 14 Uhr ein Restaurant ausgesucht. Wichtig war mir vor allem, draußen in der Sonne sitzen zu können. Die Wahl fiel auf ein Restaurant in der Nähe unserer Wohnung. Ich hatte ein Mittagsmenü mit Beilagensalat, Getränk und Lachs auf Kartoffelpüree mit Spinat, Spargel und einer Joghurtsauce. Besonders die Kombination mit Himbeeren und Cranberries war richtig lecker.

Zurück zu Hause habe ich mich dann wieder meinen To-dos gewidmet und angefangen Fotobücher von unseren Reisen zu erstellen.

Abends sind Nico und ich noch gemeinsam essen gegangen und haben dabei unseren ersten Aperol in schönem Ambiente genossen.

Um 23 Uhr hat mich dann noch spontan die Lust gepackt zu backen. Für das Wochenende hatte ich ohnehin Kuchen geplant und da hier die Erdbeersaison längst begonnen hat, war klar: Es wird endlich Zeit für einen Erdbeerkuchen.

Sonniger Start ins Wochenende

Nach dem Aufstehen ging es dann wieder in die Küche, denn die Kuchen mussten fertiggestellt werden. Pudding kochen, Tortenguss vorbereiten und den Erdbeerspiegel aufkochen. Dieses Mal habe ich zum ersten Mal wirklich alles selbst gemacht. Gerade beim Tortenguss war das eine Premiere, den habe ich sonst immer fertig gekauft. Optisch war die Farbe noch nicht ganz so, wie ich sie mir vorgestellt hatte, aber geschmacklich hat es definitiv überzeugt.

Zum Kaffee mittags haben wir dann beide Kuchen probiert: ein Käsekuchen mit Erdbeerspiegel und ein Erdbeerbärmchen. Beide waren richtig lecker und genau das Richtige für einen entspannten Samstag.

Danach ging es für uns mit den Leihfahrrädern los. Da es für Nico tatsächlich das erste Mal in Peking war, musste er sich erstmal freischalten lassen. Dies funktioniert hier über den Reisepass, den man in der App hinterlegt. In Deutschland wäre das aus Datenschutzgründen kaum vorstellbar, hier ist es völlig normal und hilft natürlich auch Kriminalität vorzubeugen.

Die Fahrt selbst war, wie eigentlich immer in Peking, ein kleines Abenteuer. Man muss ständig aufmerksam sein, mitdenken und vorausschauend fahren. Gleichzeitig gilt aber auch: Wer zögert, verliert. Also lieber mit dem Flow gehen, als unsicher stehen bleiben.

Unterwegs begegnet man immer wieder spannenden Szenen: vollbeladene Rollerfahrer, Katzen in Rucksäcken oder süße Kuscheltiere an Autos, Helmen oder Kleidung. Unser Favorit an diesem Tag war allerdings ein Rollerfahrer neben uns an der Ampel. Sein Roller verfügte über eine eingebaute Musikbox und ein Display, auf dem er Musikvideos schauen und steuern konnte. So verging die 100 Sekunden lange Ampelphase für uns mit guter Musik wie im Flug.

Unser Ziel war an diesem Tag der Chaoyang Park. Schon bei der Ankunft war klar, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Idee waren: Menschenmengen strömten in den Park hinein und wieder hinaus, davor parkten unzählige Roller. Bei bestem Wetter mit etwa 22 Grad und Sonne – kein Wunder, dass es alle nach draußen zog.

Der Park selbst hat unglaublich viel zu bieten und für jedes Alter ist etwas dabei. Von XXL-Luftballonständen über Tretboote und Kanus bis hin zu kleinen Fahrgeschäften. Manche Dinge sind allerdings auch etwas gewöhnungsbedürftig, wie zum Beispiel das Angeln in kleinen Becken mit echten Fischen.

Besonders spannend fand ich, wie viele Familien und Gruppen sich dort richtig „einrichten“. Überall wurden kleine Zelte aufgebaut, oft sogar mit Tischen und Stühlen. Es wurde gepicknickt meist ganz unkompliziert mit bestelltem Essen, Karten gespielt, Musik gehört oder auch selbst Gitarre gespielt. Hintergrund ist, dass viele keinen eigenen Garten haben und sich so ihren Platz im Grünen schaffen. Die Zelte dienen dabei gleichzeitig als Sonnenschutz und machen den ganzen Platz fast wie eine kleine, persönliche Oase für den Tag.

Beim weiteren Spazieren durch den Park hörten wir plötzlich Gesang und sind neugierig den Menschen gefolgt. Auf einem großen Platz spielte eine Band mit Keyboard, Gitarren und mehreren Sängern. Rundherum hatten sich viele Menschen versammelt, die mitsangen, klatschten und teilweise sogar tanzten. Es war eine richtig schöne Stimmung und irgendwie schön zu sehen, wie so etwas, an einem ganz normalen Tag in einem Park, so viele Menschen zusammenbringt.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder mit den Fahrrädern zurück. Zu Hause haben wir uns Pizza bestellt und Fußball geschaut. Der Sieg des 1. FC Kaiserslautern war schließlich die Krönung des Tages.

Unser Sonntag

Den letzten Tag des Wochenendes verbrachten wir ganz entspannt zu Hause ein bisschen arbeiten, organisieren, telefonieren und zwischendurch eine kleine Runde spazieren gehen.

Am Abend waren wir dann noch zum gemeinsamen Essen verabredet. Zu Fuß liefen wir Richtung Ritan Park, in dessen Nähe sich ein deutsches Restaurant mit Biergarten befindet. Bei dem schönen Wetter war das natürlich genau die richtige Wahl, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Es gab sogar eine eigene Spargelkarte und da musste ich natürlich direkt zuschlagen. Für mich gab es Lachs mit Kartoffeln und Spargel mit Sauce Hollandaise, während die anderen drei ganz klassisch Schnitzel mit Pommes oder Spätzle bestellt haben.

Außerdem trafen wir dort viele weitere Expats aus Deutschland, was dem Abend nochmal eine ganz besondere, fast schon „heimatliche“ Atmosphäre gegeben hat. Auch der Kellner hat uns direkt auf Deutsch empfangen – im ersten Moment ungewohnt, aber dann irgendwie sehr vertraut.

Die Restaurants von Schindler gehören zu den bekanntesten deutschen Restaurants hier in Peking und verfügen außerdem über einen eigenen Shop, in dem wir regelmäßig Fleisch einkaufen gehen.

Es war auf jeden Fall einen Besuch wert und ein wirklich schöner Abschluss der Woche.

Frühlingserwachen

Zurück in Peking wurde ich natürlich liebevoll von meinem Mann empfangen. Aber nicht nur das, auch das Wetter zeigte sich direkt von seiner besten Seite. Mit angenehmen 20 bis 25 Grad und viel Sonnenschein war es wirklich gut auszuhalten, besonders nachdem ich zuvor die 30 Grad aus Malaysia gewohnt war.

Ein kleiner Nachteil des plötzlichen Temperaturanstiegs war allerdings, dass unsere Heizung noch auf Hochtouren lief, während die Klimaanlage noch nicht aktiviert war. Meine erste Amtshandlung nach der Rückkehr war also, mich genau darum zu kümmern.

Natürlich standen auch erst einmal die typischen Alltagsdinge an wie einkaufen, Wäsche waschen, ein Besuch im Nagelstudio und einfach wieder ankommen. Gleichzeitig habe ich auch wieder aktiv mit dem Chinesischlernen angefangen, was nach der Reise erstmal wieder etwas Überwindung gekostet hat, aber gleichzeitig gut getan hat, um wieder in die Routine zu kommen.

Neben dem Alltäglichen mussten wir uns aber auch wieder organisatorischen Themen widmen. Ich habe mich an die Vorbereitung der Steuererklärung für 2025 gesetzt und gemeinsam haben wir einige Planungen besprochen. Unter anderem für unseren Besuch in Deutschland, der nun offiziell für Mitte Juni bis Anfang Juli geplant ist.

Doch der Alltag bestand natürlich nicht nur aus To-do-Listen, es standen auch einige richtig schöne Dinge an.

Zeit im ursprünglichen Peking

Die sogenannten Hutongs sind traditionelle Wohnviertel in Peking, die aus engen Gassen, kleinen Innenhöfen und oft sehr alten Häusern bestehen. Sie geben einen ganz anderen Einblick von der Stadt, viel ursprünglicher, ruhiger und persönlicher als die modernen Hochhausviertel.

In den letzten Tagen waren wir mehrmals dort unterwegs und jedes Mal hatte es wieder seinen ganz eigenen Charme.

Einer dieser Abende war gemeinsam mit einem Paar, das erst vor Kurzem nach Peking gezogen ist. Die beiden arbeiten ebenfalls bei Mercedes und wohnen sogar im selben Gebäude wie wir. Man läuft sich also zwangsläufig immer mal wieder über den Weg. Umso schöner war es, den Abend mal bewusst zusammen zu verbringen.

Wir waren gemütlich essen und wie so oft in den Hutongs hätte man von außen niemals vermutet, was sich dahinter verbirgt. Man betritt ein eher unscheinbares Gebäude, geht durch eine Tür, biegt ein paar Mal ab und plötzlich steht man in einem wunderschönen, gemütlichen Hinterhof mit einem kleinen Restaurant. Genau diese versteckten Orte machen den Reiz dort aus.

Danach ging es noch weiter in eine Bar mit schöner Außenbeleuchtung. Dort gab es verschiedene Biere, und wir haben uns einfach durch die jeweiligen Tagesbiere probiert. Mein persönliches Highlight war definitiv das Drachenfrucht-Bier, wobei es mit klassischem Bier eigentlich kaum noch etwas zu tun hatte, eher süß und fast wie ein Cocktail. Die Stimmung war total entspannt, wir haben viel gelacht und uns einfach richtig gut unterhalten – ein rundum gelungener Abend.

Ein paar Tage später war ich dann nochmal mittags in den Hutongs unterwegs, diesmal mit einer ganz anderen Dynamik. Ich war mit einer noch Unbekannten verabredet, die ebenfalls erst vor Kurzem nach Peking gezogen ist. Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann hier und arbeitet in Deutschland, genau wie ich, im Steuerbereich, nur auf der anderen Seite. Da fanden wir natürlich direkt auf Anhieb viele Gesprächsthemen.

Beim Warten am Treffpunkt wurde ich allerdings erstmal von zwei chinesischen Reportern angesprochen und spontan interviewt. Sie wollten wissen, wie ich die Kultur, das Leben, das Essen und chinesische Produkte finde. Danach wurden noch Fotos gemacht – ein Moment, der mir inzwischen fast schon vertraut ist. Als Blondine fällt man hier einfach auf und wir gerne mal fotografiert.

Ich muss aber sagen: Ich mag es lieber, wenn man mich fragt, ob man ein Foto machen darf – was an diesem Tag leider nicht immer der Fall war. Da wurde dann auch einfach mal ungefragt die Kamera draufgehalten.

Nach dem kurzen Feedback zum Leben als Deutsche in China, sind wir gemeinsam durch die Hutongs geschlendert, haben die Atmosphäre genossen und uns bei einem entspannten Mittagessen kennengelernt. Es war spannend, sich auszutauschen gerade, weil wir beide neu hier sind und ähnliche Erfahrungen machen.

Universal Studios Beijing

Am Mittwoch ging es für uns mit der U-Bahn in den Süden Pekings, genauer gesagt in den Stadtteil Tongzhou, wo sich das Universal Resort Beijing befindet. Nach etwa 45 Minuten erreichten wir unser Ziel und damit eine der beliebtesten Attraktionen der Stadt.

Es ist ein riesiger Freizeitpark, der verschiedene Themenwelten rund um bekannte Filme vereint, darunter Harry Potter, Jurassic World, Transformers und Kung Fu Panda. Neben dem eigentlichen Park gibt es auch einen großen Eingangsbereich mit Restaurants, Cafés und Shops, der schon fast wie eine eigene kleine Stadt wirkt.

Bereits beim Verlassen der U-Bahn läuft man direkt auf die bekannte Weltkugel zu, das typische Universal-Symbol. Alles wirkte direkt unglaublich beeindruckend: schöne, aufwendig gestaltete Gebäude, Palmen, ein kleiner Fluss und Musik aus Lautsprechern. Selbst die Gullideckel waren mit dem Logo des Parks verziert.

Wir waren extra früh da und standen pünktlich zur Öffnung um 9 Uhr am Eingang. Trotzdem war die Schlange selbst unter der Woche ziemlich lang, vermutlich wegen des guten Wetters. Aber mit der richtigen Gesellschaft vergeht so eine Wartezeit zum Glück schnell. Wir drei Mädels hatten wie immer genug zu erzählen und viel Spaß zusammen.

Der Eintritt lief super unkompliziert: Man scannt einfach seinen Reisepass, da das Ticket bereits am Vortag online mit der Passnummer gebucht wurde.

Im Park angekommen gab es erstmal einen kleinen Stopp für Kaffee und Frühstück, bevor wir direkt in die erste Themenwelt gestartet sind: die Harry Potter Welt.

Das war für mich definitiv eines der Highlights, da ich die Filme sehr gerne mag. Die ganze Kulisse ist extrem detailreich und man fühlt sich wirklich, als wäre man mitten in der Geschichte. Besonders beeindruckend war die animierte Achterbahn, bei der man das Gefühl hat, auf einem Besen zu fliegen – inklusive Quidditch, Verfolgungsjagden und Zauberei. Diese Art von Attraktion kannte ich so bisher noch nicht und war echt fasziniert.

Danach sind wir noch eine „klassische“ Achterbahn gefahren, die wie ein Feuervogel gestaltet war. Sie war witzig, aber im Vergleich zu europäischen Parks eher kurz und nicht besonders schnell.

Natürlich haben wir uns auch die Zauberstäbe angeschaut und die bekannte Stofftier-Eule (Hedwig), die sogar ihren Kopf bewegen kann allerdings alles zu ziemlich hohen Preisen.

Als Nächstes ging es weiter in die Jurassic World Welt. Dort sind wir nur die animierte Attraktion gefahren, bei der man durch die Welt der Dinosaurier fährt und ständig das Gefühl hat, gleich gefressen zu werden.

Danach kam der Transformers Bereich. Hier sind wir zuerst die schnellste Achterbahn im Park gefahren, mit Loopings und hoher Geschwindigkeit. Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Im Vergleich zu Parks in Europa (z. B. Europa- oder Holiday Park) war sie eher entspannt und der typische Adrenalinkick hat ein bisschen gefehlt. Spaß gemacht hat sie aber trotzdem.

Was mir außerdem aufgefallen ist: Hier hebt kaum jemand die Arme beim Fahren, aber das konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen.

Die zweite Attraktion dort war wieder eine animierte Fahrt, bei der wir mit einem Jeep durch die Transformers-Welt gefahren sind. Besonders cool war ein Moment, in dem wir scheinbar von einem Hochhaus in die Tiefe stürzen und dann von Bumblebee gerettet werden.

Mit Popcorn als kleine Stärkung ging es danach weiter ins Kung Fu Panda Land. Dort war die Stimmung direkt viel ruhiger, fast schon meditativ, mit passender Musik und liebevoller Gestaltung. Die Wartezeit war hier mit nur 5 Minuten überraschend kurz. Wir machten eine Bootsfahrt durch eine Wasserwelt und wurden dabei auch leicht nass.

Insgesamt war es ein wirklich tolles Erlebnis, auch wenn wir teilweise bis zu 100 Minuten für eine Attraktion anstehen mussten. Dadurch haben wir leider nicht alles geschafft und sogar ganze Bereiche ausgelassen, wie zum Beispiel die Minions-Welt.

Ich würde auf jeden Fall nochmal wiederkommen, am liebsten dann auch mit Nico. Der Park ist einfach anders als viele Freizeitparks in Europa, da hier der Fokus viel stärker auf Animationen, Storytelling und den Themenwelten liegt.

Den Tag haben wir schließlich ganz entspannt bei einem Abendessen bei einem Japaner ausklingen lassen. Dort habe ich zum ersten Mal Ramen probiert und mir natürlich direkt die schärfste Variante auf der Karte ausgesucht. Es war definitiv intensiv, aber richtig lecker. Ich glaube, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Frühlings- und Kirschblüten Zeit

In ganz Peking wird plötzlich für die Zeit der Kirschblüte geworben. Auf Plakaten, in Apps und auf Social Media – einfach überall. Also beschlossen wir uns dies einmal genauer anzuschauen und recherchierten, wo man denn „am Besten“ startet. Unsere Wahl fiel auf die Gegend rund um den Beixiao River, die mit ziemlich vielversprechenden Worten beworben wurde: Über 6.000 Kirschbäume mit mehr als 60 verschiedenen Arten entlang des Flusses und in den umliegenden Parks.

Da für das Wochenende perfektes Wetter angesagt war, entschieden wir uns am Samstag dazu in den Park zu gehen.

Vor Ort angekommen erwartete uns eine wirklich moderne, wunderschön angelegte und gut besuchte Flusspromenade. Alles war sauber, weitläufig und sehr durchdacht gestaltet. Allerdings fiel uns ziemlich schnell auf: Von den angekündigten rosa und weißen Kirschblüten war noch nicht allzu viel zu sehen. Stattdessen entdeckten wir vor allem viele junge, noch recht kleine Bäume.

Unsere Vermutung: Die Anlage ist noch relativ neu und wird vermutlich erst in ein paar Jahren wirklich so aussehen, wie sie aktuell beworben wird.

Trotzdem hat sich der Ausflug absolut gelohnt. Wir sind entspannt an der Promenade entlang spaziert und anschließend noch in den angrenzenden Beixiaohe Park gegangen.

Diser ist riesig und hatte unglaublich viele verschiedene Bereiche sowohl für Kinder, Familien, Spaziergänger oder einfach zum Entspannen. Überall waren Blumenbeete, kleine Teiche, blühende Bäume und sogar kleine Fahrgeschäfte verteilt.

Es war ziemlich viel los, aber fast ausschließlich Einheimische. Man hat gemerkt, dass wir hier auffallen. Immer wieder hörte man leise das chinesische Wort für Ausländer „lǎowài“, das geflüstert wurde, wenn wir vorbeigingen. Was bei ihnen meist nicht negativ gemeint ist, sondern eher eine neutrale, oft sogar neugierige Bemerkung darstellt. Denn als Ausländer fällt man dort noch immer auf und für viele ist es etwas Besonderes.

Ein absolutes Highlight war allerdings ein Mann, der mit seinem Haustier im Park unterwegs war und zwar mit einer Art Flugmaus. Er platzierte sie immer wieder an besonders schönen, blühenden Bäumen oder Blumen, machte Fotos von ihr und auf Kommando sprang sie dann zurück auf seinen Kopf. Ein Moment, den man definitiv nicht jeden Tag erlebt.

Nach dem Spaziergang ging es für uns noch ein bisschen shoppen und anschließend sind wir noch einen Kaffee trinken gegangen, bevor wir pünktlich zum Fußballspiel vom 1.FC Kaiserslautern wieder zu Hause waren.

Jiankou Zhengbei Tower Great Wall Loop

Ostern wird in Peking nicht gefeiert, da der Anteil an Christen hier vergleichsweise gering ist. Interessanterweise richtet sich aber auch das Osterdatum, genau wie viele traditionelle chinesische Feste nach dem Mondkalender. Deshalb fällt die Zeit um Ostern oft in die Nähe des Qingming-Festes, auch bekannt als „Totengedenktag oder Gräberreinigungstag (Tomb Sweeping)“. An diesem Tag gedenken viele Chinesen ihren Vorfahren, besuchen deren Gräber, reinigen sie und bringen Opfergaben wie Essen oder Blumen. Gleichzeitig nutzen viele Familien die freien Tage auch, um Zeit draußen zu verbringen, ganz ähnlich wie wir es an Ostern kennen.

Auch wir haben das lange Wochenende genutzt, um viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Am Karfreitag gab es ganz klassisch Fisch und sowohl Samstag als auch Sonntag standen im Zeichen von Sonne, Bewegung und Natur. Für mich persönlich auch etwas, das zu Ostern dazugehört.

Am Sonntag entschieden wir uns dann für einen etwas größeren „Osterspaziergang“, nämlich eine Wanderung auf der Chinesischen Mauer, genauer gesagt den Jiankou Zhengbei Tower Great Wall Loop. Bereits um 7 Uhr morgens trafen wir uns an unserem Treffpunkt, um gemeinsam in den Nordosten von Peking in den Huairou District zu fahren. Durch das Feiertagswochenende herrschte auf den Straßen deutlich mehr Verkehr als sonst, da viele Menschen die freien Tage ebenfalls für Ausflüge ins Umland nutzen.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Startpunkt unserer Wanderung. Schon der Beginn hatte es in sich: Es ging direkt steil bergauf, bevor wir über eine Holzleiter auf die Mauer kletterten – ein Moment, der sich direkt nach Abenteuer anfühlte.

Die Jiankou-Sektion der Großen Mauer gilt als eine der ursprünglichsten und gleichzeitig schönsten Abschnitte. Der Name „Jiankou“ bedeutet übersetzt „Pfeilnocke“ und beschreibt die markante, V-förmige Landschaft. Anders als bei restaurierten Abschnitten wurde hier nur das Nötigste gesichert, um Einstürze zu verhindern und der ursprüngliche Charakter der Mauer ist erhalten geblieben. Genau das macht diese Wanderung so besonders: Man bewegt sich über alte, teilweise verfallene, aber trotzdem sichere Mauerabschnitte, klettert über Steine, steigt steile Treppen hinauf und passiert schmale Passagen.

Unsere Route führte uns über etwa 10 Kilometer mit rund 700 Höhenmetern entlang einiger der spektakulärsten Teile der südöstlichen Jiankou-Mauer. Die Wanderung ist nicht besonders lang, aber technisch anspruchsvoll immer wieder ging es steil bergauf und bergab, teilweise über unebene oder schmale Wege. Gefährliche Abschnitte wie steile Klippen wurden bewusst umgangen, was die Tour sicherer, aber nicht weniger aufregend machte.

Ein absolutes Highlight war der Zhengbei Tower, der auf etwa 1.019 Metern Höhe liegt. Von dort hatten wir eine atemberaubende Aussicht über die umliegenden Berge, Peking und die sich endlos schlängelnde Mauer. Das Wetter war perfekt sonnig und klar, wenn auch etwas windig, was die Aussicht noch beeindruckender machte.

Nach einer Pause ging es weiter zur sogenannten „Ox-Horn“-Sektion – ein besonders steiler, geschwungener Teil der Mauer, der sich wie Hörner den Berg hinaufzieht. Der Aufstieg war herausfordernd, aber absolut lohnenswert. Oben angekommen wurden wir erneut mit einer spektakulären Aussicht belohnt, bevor wir den Rückweg antraten.

Zum Abschluss wanderten wir durch bewaldete Hügel hinunter und beendeten unsere Tour nach etwa fünf Stunden. Insgesamt starteten wir auf rund 642 Metern Höhe und legten fast 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zurück.

Ein spannender geschichtlicher Aspekt: Die Jiankou-Mauer stammt aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368–1644). Diese Dynastie ist bekannt dafür, große Teile der heutigen Mauer gebaut oder verstärkt zu haben, um das Reich vor Angriffen aus dem Norden zu schützen. Die Bauweise aus Ziegeln und Stein machte die Mauer stabiler und langlebiger. Viele dieser Abschnitte sind bis heute erhalten und werden immer wieder verstärkt.

Nach der Wanderung ging es bei einem unserer Wander-Guides essen. Er betreibt ein kleines Restaurant und einen Food Truck. Aufgrund des guten Wetters entschieden wir uns, draußen zu essen. Es gab viel frisches Gemüse und selbstgemachte Jiaozi (Dumplings), die unglaublich lecker waren.

Und irgendwie fühlte sich genau dieser Moment gemeinsam draußen sitzen, gutes Essen teilen und den Tag Revue passieren lassen, doch ein bisschen wie Ostern an oder zumindest nach Frühlingsanfang.