Die Woche startete vielversprechend mit angenehmen 20 bis 25 Grad und grundsätzlich dem perfektes Wetter, um draußen unterwegs zu sein. Wäre da nicht ein kleiner Haken gewesen: die Luftqualität.
Aktuell ist diese nämlich leider wieder deutlich schlechter, sodass längere Aufenthalte im Freien nicht wirklich empfohlen sind. Das hat unsere Pläne hier und da ein wenig durcheinandergebracht.
Trotzdem war die Woche alles andere als langweilig. Im Gegenteil, es standen einige Events und Unternehmungen an, nur eben teilweise anders als ursprünglich geplant.
Der Montag begann dabei noch ganz klassisch und eher ruhig. Wie so oft habe ich mich mit organisatorischen und redaktionellen Themen beschäftigt. Montags ist bei mir meist Blog-Tag: ich plane, schreibe und veröffentliche den Blog, damit ihr wieder ein bisschen mitverfolgen könnt, was wir hier in Peking erleben.
Zusätzlich stand die Organisation für unsere Frühstücksgruppe an, die sich diese Woche wieder getroffen hat. Dazu gehört tatsächlich mehr Planung, als man vielleicht denkt: Location auswählen, Teilnehmerzahl abstimmen, alles koordinieren und am Ende noch eine verständliche Wegbeschreibung für alle erstellen.
Neben diesen To-dos ging es noch zum Geldautomaten, ich habe weiter an meinem Fotobuch gearbeitet und war im Fitnessstudio. Ein typischer Montag also mit viel Organisation, ein bisschen Alltag und die Basis für alles, was die Woche noch bringen sollte.
Street Food Safari: Die Geschmäcker Pekings erleben
Am Dienstag stand nach den Osterferien endlich wieder ein Event der Patengruppe an, eine Street Food Safari durch die Hutongs.
Gestartet sind wir in einem kleinen, versteckten Café namens TBSS, das sich im The Orchid befindet. The Orchid ist ein liebevoll gestalteter Komplex mitten in den Hutongs, bestehend aus einem Boutique-Hotel, einer Bäckerei, mehreren Restaurants und eben diesem Café. Schon der Weg dorthin war besonders: eine schmale Treppe hinauf und plötzlich steht man auf einer Dachterrasse mit mehreren kleinen Räumen und Sitzmöglichkeiten. Bei gutem Wetter kann man dort auch draußen sitzen und über die Dächer der Hutongs schauen.
Nach und nach trafen dann alle ein und wir starteten mit einem ersten kleinen „Food-Spot“ – einem Kaffee und einem Willkommenskeks. Ich habe mich für einen Salted Caramel Latte entschieden, der überraschend angenehm und nicht zu süß war.






Bevor wir uns aufs Rad geschwungen haben, ging es zunächst ein Stück zu Fuß durch die Hutongs. Dabei kamen wir an einem typischen traditionellen Eingangstor vorbei, an dem uns eine Leiterin der Gruppe, einige spannende Details erklärt hat.
Auffällig sind zum Beispiel die sogenannten „Türnägel“ – kleine Metallknöpfe oberhalb des Tores. Je mehr davon vorhanden sind, desto höher war früher der gesellschaftliche Status der Bewohner. Vier Reihen deuten also auf Wohlstand und Ansehen hin.
Auch die Steine links und rechts vom Eingang haben eine Bedeutung:
Runde, trommelartige Steine stehen meist für militärische Familien
Löwenfiguren symbolisieren Schutz und Macht
Verzierungen wie Bücher oder Schriftrollen deuten auf Gelehrte oder Beamte hin.
Direkt am Eingang befindet sich außerdem eine kleine Schwelle, über die man bewusst steigen soll. Ursprünglich hatte das einen praktischen und symbolischen Zweck: In Tempeln senkt man beim Eintreten den Kopf als Zeichen von Respekt. Gleichzeitig steckt auch ein Aberglaube dahinter, denn Geister haben keine Knie und können diese Schwelle nicht überwinden.
Auch die geschwungenen Dächer haben eine Bedeutung: Sie sind so geformt, dass Geister, die sich darauf bewegen, „abrutschen“ und nicht direkt ins Haus gelangen.

Nach diesen Einblicken ging es weiter und wir kamen an einem besonderen Katzen-Café vorbei. Dort lebten vor allem größere Katzenrassen wie die Maine Coon, bekannt für ihr langes Fell und ihre imposante Größe. Wir haben nur kurz reingeschaut, da man zum längeren Aufenthalt etwas konsumieren muss, aber allein der kurze Blick war schon spannend.
Ein weiterer kurzer Stopp war ein Tempel, in dem wir beobachten konnten, wie Räucherstäbchen genutzt werden. Dabei verbeugen sich die Menschen meist in alle Himmelsrichtungen. Es ist ein Ritual, das Respekt und Dankbarkeit ausdrückt. Besonders interessant fand ich die vielen Wunschtafeln, auf denen Botschaften aus aller Welt standen, teilweise sogar auf Deutsch.






Danach ging es endlich mit den Fahrrädern weiter, insgesamt sollten wir etwa 8 Kilometer zurücklegen.
Der erste richtige Food-Spot lag direkt am Wasser. Dort gab es den klassischen chinesischen Trinkjoghurt, bekannt als 酸奶 (Suānnǎi). Er ist leicht gesüßt, cremig und wird oft in kleinen Porzellan Bechern verkauft.
Weiter ging es vorbei am Drum and Bell Tower, einem historischen Wahrzeichen Pekings, das früher zur Zeitmessung diente. Wir haben es uns nur von außen angeschaut, aber allein das Gebäude ist schon beeindruckend.



Anschließend folgten zwei absolute Streetfood-Klassiker:
Jianbing (煎饼) – eine Art herzhafter Pfannkuchen mit Ei, Kräutern, knusprigem Teig und würziger Soße
Xianbing (馅饼) – eine gefüllte, knusprige Teigtasche, meist mit Fleisch oder Gemüse
Beides kannte ich bereits, aber es war trotzdem wieder richtig lecker.
Zwischendurch kamen wir noch an einem sehr lokalen Markt vorbei, ganz anders als die moderneren Märkte, die ich bisher kannte. Hier ging es deutlich ursprünglicher und authentischer zu.






Ein weiterer geplanter Zwischenstopp fiel leider aus, da das Restaurant geschlossen ist. Deshalb sind wir direkt zum letzten Laden weitergefahren, welcher sich in einem typischen Hutong Gebäude befinden.
Mr. Shi‘s Dumplings, ein bekannter Laden, vor allem für seine süßen Dumplings. Wir probierten sowohl herzhafte Varianten als auch süße, unter anderem mit Banane-Schokolade und Apfel-Schokolade. Es war ungewohnt die Dumplings auch in süß zu essen, aber auf jedenfall eine Empfehlung!





Zum Abschluss ging es zurück zum Ausgangspunkt, wo sich einige noch in der Bäckerei Sauerteigbrot gekauft haben, angeblich ist es das beste der Stadt.
Abends sind Nico und ich dann noch gemeinsam ins Fitnessstudio gegangen, was ein guter Ausgleich war nach all dem Essen.


Spontaner „Museums“ Besuch
Am Mittwoch war eigentlich ein ganz anderer Plan vorgesehen. Nach meinen Chinesisch- Vokabeln war ich mit Freundinnen verabredet, wir wollten mit den Fahrrädern in einen Park fahren, Tretboot fahren und ein bisschen Tischtennis spielen. Also ein richtig schöner, aktiver Tag draußen.
Doch daraus wurde leider nichts. Die Luftqualität war an diesem Tag extrem schlecht, die Werte lagen bei knapp 300 und das ist definitiv nichts, bei dem man sich längere Zeit draußen aufhalten sollte. Vor allem, weil auch der achtjährige Sohn meiner Freundin mitkommen möchte. Für Kinder ist das Ganze nochmal deutlich belastender.
Also haben wir spontan umgeplant und uns erstmal auf einem Kaffee getroffen, um in Ruhe zu überlegen, was wir stattdessen machen könnten. Relativ schnell war klar: irgendetwas drinnen muss her, am besten etwas das sowohl uns als auch dem Kleinen Spaß macht.
Nach kurzer Recherche sind wir auf ein Museum gestoßen, das mit illustrierten Welten und interaktiven Erlebnissen beworben wurde. Klang erstmal vielversprechend. Also Tickets online gebucht und mit dem Didi zur entsprechenden Mall gefahren.
Dort angekommen sind wir erstmal noch in den Lego Store gegangen, das ist ja irgendwie immer ein Highlight, egal ob für Kinder oder Erwachsene.
Im Museum selbst konnte man zusätzlich noch zwei kurze Filme buchen, jeweils etwa 15 Minuten lang. Einer handelte von Dinosauriern, der andere von der Unterwasserwelt. Das Besondere daran war, dass die Szenen immer wieder mit bekannten chinesischen Städten kombiniert wurden.
Allerdings muss man sagen: Die Filme waren schon ziemlich intensiv, vor allem durch die vielen Bewegungen. Für Menschen, die empfindlich auf solche Effekte reagieren, ist das eher nichts.
Das eigentliche Museum war dann leider eine kleine Enttäuschung. Es bestand nur aus vier Räumen, wirkte teilweise ziemlich in die Jahre gekommen und insgesamt war es weniger spektakulär als erwartet.
Nach dem Besuch sind wir noch gemeinsam essen gegangen. Es gab ganz klassisch chinesische Küche:
Tomatensuppe mit Nudeln, Old Beijing Noodles und für mich Biang Biang Nudeln – breite, handgezogene Nudeln mit einer würzigen Soße, die ich sehr gerne mag.
Danach sind wir noch ein bisschen durch die Mall geschlendert, bevor wir wieder mit dem Taxi zurückgefahren sind.
Auch wenn der Tag anders lief als geplant, war er trotzdem schön und hat wieder gezeigt, wie wichtig Flexibilität hier ist.





Zwischen Austausch und Buchungs- Chaos
Am Donnerstag stand wieder eines unserer Frühstücksgruppen-Treffen an. Morgens versuche ich an solchen Tagen meistens, meine To-dos zu Hause schon möglichst gut abzuarbeiten, bevor ich mich fertig mache und losfahre.
Da die Luftqualität an dem Tag wieder ziemlich schlecht war, habe ich mich für ein Didi entschieden. Angezeigt wurden mir etwa 30 Minuten Fahrzeit, doch am Ende wurde daraus fast eine Stunde. Der Verkehr in Peking war an diesem Tag einfach extrem, gefühlt den ganzen Tag über.
Dadurch war es bei mir am Ende eine ziemliche Punktlandung. Zum Glück bin ich aber nicht alleine in der Organisation und eine andere aus unserem Team war bereits vor Ort. Generell funktioniert unsere Gruppe aber auch sehr unkompliziert, es ist ein ziemlich offener Haufen, sodass sich meist einfach jemand hinsetzt und den Anfang macht. Die Restaurants wissen in der Regel auch schon Bescheid und platzieren uns direkt entsprechend.
Dieses Mal fand das Treffen im 798 Art District statt einem der bekanntesten Kunst- und Kreativviertel in Peking. Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Frühstück noch gemeinsam durch die Gegend zu schlendern, da es dort wirklich viel zu entdecken gibt. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und es fing an zu regnen, sodass wir es beim Frühstück belassen haben.


Nach dem Frühstück ging es dann wieder nach Hause, wieder durch den dichten Verkehr. Dort angekommen habe ich mich erstmal um etwas Organisatorisches gekümmert, das mich im Nachhinein deutlich mehr Zeit und Nerven gekostet hat als gedacht: unsere Zugtickets.
In China läuft das nämlich etwas anders als bei uns. Man kann Tickets im Voraus „reservieren“, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man sie auch bekommt. Gerade bei beliebten Strecken oder Feiertagen bewerben sich teilweise Tausende Menschen auf die gleichen Züge.
Bei unserer Verbindung war die Situation besonders schwierig, da nur zwei Züge am Tag in diese Region fahren. Entsprechend gering war unsere Chance – etwa 25 %. Natürlich haben wir beim ersten Versuch keine Tickets bekommen und landeten auf der Warteliste. Auch alternative Verbindungen waren komplett ausgebucht.
Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich frustriert. Ich hatte direkt zum frühestmöglichen Zeitpunkt reserviert und trotzdem keine Chance. Aus dem Ärger heraus habe ich die Buchung dann erstmal storniert, nur um kurz danach festzustellen, dass das eigentlich auch keine Lösung ist.
Also habe ich es nochmal versucht und die Tickets erneut reserviert. Und tatsächlich hatten wir plötzlich Glück und haben Plätze bekommen. Damit steht jetzt fest, dass wir zur Hochzeit reisen können, auf die wir uns schon sehr freuen.
Zwischendurch habe ich noch mit einer Freundin aus Deutschland telefoniert und mich später mit Nico abgestimmt.
Eigentlich waren wir abends noch zu einem Filmabend von der ARD verabredet. Nach dem ZDF-Event hatten wir uns darauf wirklich gefreut. Aber Nico hatte einen sehr anstrengenden Arbeitstag, war lange unterwegs und hätte es zeitlich auch nicht mehr geschafft.
Also haben wir uns entschieden, den Abend ruhiger anzugehen und es dieses Jahr ausfallen zu lassen in der Hoffnung, dass sich nächstes Jahr nochmal die Gelegenheit ergibt.
Stattdessen haben wir uns einfach Essen bestellt und den Abend gemütlich zu Hause verbracht. Aktuell schauen wir gemeinsam „Der Bergdoktor“ und sind inzwischen schon bei Staffel 3 angekommen. Es ist genau die richtige Art von Serie nach einem langen Tag – leicht, entspannt und einfach angenehm zum Abschalten.
Hoch die Hände Wochenende
Das Wochenende startete am Freitag zunächst recht produktiv. Neben einer Sporteinheit war ich mit einer Freundin unterwegs, um ein Kleid für eine anstehende Hochzeit zu finden. Außerdem habe ich Flyer für unsere Frühstücksgruppe erstellt und mich um den Blog gekümmert. Also eine gute Mischung aus Erledigungen und schönen Dingen.
Am Abend, als Nico von der Arbeit kam, sind wir gemeinsam mit einem Freund essen gegangen. Die Location war besonders schön, ein Europäisches Restaurant mit Dachterrasse.
Danach ging es noch weiter in den Barcardi Club, der ebenfalls über zwei Dachterrassen verfügt. Die Stimmung war super und es war eine interessante Mischung aus internationalen und lokalen Gästen.



Der Samstag und Sonntag verliefen deutlich ruhiger. Wir haben ausgeschlafen, ein paar Dinge erledigt und uns Zeit für uns genommen. Nico hat viel Dart gespielt und ich habe weiter nach einem Kleid gesucht.
An einem Abend haben wir chinesisches Essen bestellt. Wie so oft waren die Portionen riesig, sodass wir einen Teil einfrieren mussten.
Mit selbst gemachter Currywurst mit Pommes haben wir die Woche schließlich entspannt ausklingen lassen.




























































































