Vietnam – zwischen Laternenzauber und Skyline

Nach den ersten Tagen zwischen Großstadttrubel, Kalksteinbergen und Meeresrauschen spürten wir: Vietnam ist ein Land der Kontraste. Doch was uns im zweiten Teil unserer Reise erwartete, sollte diesen Eindruck noch einmal verstärken.

Hoi An – Laternen, Kokospalmen und gelbe Häuser

Der Morgen begann entspannt am Strand von Da Nang, direkt gegenüber von unserem Hotel. Ein toller Strand nur leider war er zu flach um wirklich gut zu schwimmen, weshalb wir ihn nur zum Abkühlen nutzten.

Nach kurzem „Frischmachen“ im Hotel bestellten wir uns ein Taxi. Rund 40 Minuten Fahrt später und für umgerechnet etwa 10 Euro erreichten wir Hoi An.

Eine Stadt wie aus einem Bilderbuch!

Hoi An ist kleiner als Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt und genau das macht ihren Charme aus. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und war zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert ein bedeutender Handelshafen. Händler aus China, Japan und später auch Europa prägten die Architektur und Kultur der Stadt.

Gelbe Handelshäuser mit dunklen Holzbalken, hölzerne Fensterladen, überall Bougainvillea-Blüten, die über die Fassaden wachsen. Kleine Boutiquen, Schneidereien, Kunstgalerien, Cafés. Alles wirkt lebendig, aber nicht überfordernd.

Nach unserem Spaziergang durch die Altstadt setzten wir uns in ein kleines Café, um der Hitze für einen Moment zu entkommen. Nico entschied sich für einen klassischen Cappuccino, während ich mich an eine typische vietnamesische Kaffeekreation wagte: Coconut Coffee. Kräftiger Kaffee trifft hier auf eine cremige Mischung aus Kokosmilch und Eis – süß, vollmundig und zugleich überraschend erfrischend.

Kaffee ist in Vietnam weit mehr als nur ein Getränk, er ist Teil des Alltags und gehört für viele einfach dazu. Das Land zählt zu den größten Kaffeeproduzenten der Welt und ist besonders für seinen intensiven Robusta-Kaffee bekannt. Traditionell wird er mit einem kleinen Metallfilter, dem sogenannten „Phin“, direkt auf der Tasse aufgebrüht. Langsam tropft der starke Kaffee hindurch und wird häufig mit gesüßter Kondensmilch serviert, was ihm eine leicht karamellige Süße verleiht.

Ein weiteres Erlebnis erwartete uns etwas außerhalb der Altstadt: die berühmten Coconut Boats.

In runden Korbbooten, sogenannten „Basket Boats“ wurden wir durch dichte Kokospalmen gerudert. Unsere Ruderin war wieder eine einheimische Frau, routiniert und gleichzeitig Entertainerin. Es wurde gesungen, gescherzt, sogar Karaoke angestimmt. Ein paar Boote führten kleine „Spin-Shows“ auf und drehten sich blitzschnell im Kreis, während alle applaudierten.

Zwischendurch gab es Fotoshootings, inklusive klarer Anweisungen unserer Ruderin, wie wir die Arme halten oder wohin wir schauen sollten.

Die Palmen spiegelten sich im Wasser, überall lachende Menschen, es war einfach eine tolle Atmosphäre. Es war herrlich absurd und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam.

Zurück in der Altstadt liefen wir zur berühmten Japanischen Brücke, dem Wahrzeichen Hoi Ans. Diese wurde im 16. Jahrhundert von japanischen Händlern erbaut, um ihr Viertel mit dem Chinesischen zu verbinden. Sie ist überdacht, reich verziert und so bedeutend, dass sie sogar auf dem 20.000-Dong-Schein abgebildet ist.

Überhaupt erzählt hier fast jedes Gebäude eine Geschichte. Die gelben Handelshäuser stammen größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das warme Ockergelb sollte ursprünglich Glück bringen und heute sorgt es vor allem dafür, dass die gesamte Altstadt in der Nachmittagssonne golden leuchtet.

Man möchte in dieser Stadt dauernd stehen bleiben. Fotografieren. Weitergehen. Und wieder stehen bleiben.

Am Abend suchten wir uns ein Restaurant auf einer Dachterrasse aus. Von oben sahen wir die untergehende Sonne über den Dächern, während langsam überall Laternen angezündet wurden.

Sobald es dunkel wird, verwandelt sich Hoi An. Hunderte bunte Laternen spiegeln sich im Fluss. Kleine Boote treiben vorbei, geschmückt mit Lichtern. Manche lassen Wunschlaternen ins Wasser gleiten.

Wir standen eine Weile am Ufer, beobachteten die Szene und genossen einfach die Atmosphäre, bevor wir mit dem Taxi zurück ins Hotel kehrten.

Ho Chi Minh City – Zwischen Skyline und Geschichte

Der nächste Stopp unserer Reise ist die pulsierende Metropole Ho Chi Minh City. Alles wirkt moderner, höher und schneller als an jedem Ort zuvor auf unserer Vietnam-Reise. Wolkenkratzer, beleuchtete Brücken und ein fast amerikanisch anmutendes Großstadtgefühl treffen hier auf bewegende Kriegsgeschichte und eine Stadt, die sich rasant entwickelt.

Mit rund neun Millionen Einwohnern ist Ho Chi Minh City die größte Stadt Vietnams und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Noch heute ist sie für viele unter ihrem früheren Namen Saigon bekannt. Offiziell wurde die Stadt 1976 nach dem Ende des Vietnamkriegs in Ho Chi Minh City umbenannt, zu Ehren des Revolutionsführers und Staatsgründers Ho Chi Minh. Im Alltag verwenden Einheimische wie Touristen jedoch weiterhin häufig den Namen „Saigon“, besonders wenn es um das Stadtzentrum geht.

Die Stadt liegt im Süden Vietnams nahe dem Mekong-Delta und war während des Vietnamkriegs politisches und militärisches Zentrum Südvietnams. Heute symbolisiert sie vor allem Aufbruch, Wirtschaftswachstum und Modernisierung.

Am Ankunftstag machten wir uns von unserem Hotel zu Fuß auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Direkt in unserer Straße wurden wir von einem traditionellen Drachentanz überrascht aufgrund des vietnamesischen Neujahrsfestes. Beim sogenannten Löwen- oder Drachentanz ziehen Tänzer in farbenfrohen Kostümen durch die Straßen, begleitet von Trommeln und lauter Musik. Die Darbietung soll Glück bringen und böse Geister vertreiben. Das Interesse war groß, viele Menschen standen am Straßenrand und beobachteten das Spektakel.

Wir ließen die Atmosphäre einen Moment auf uns wirken, doch unser Zeitplan war straff, denn zwei Nächte sind nicht viel für eine Stadt wie Ho Chi Minh City.

Unser erster Stopp war das imposante Saigon Central Post Office. Das Gebäude stammt aus der französischen Kolonialzeit und beeindruckt mit seiner gelb-weißen Fassade und den grünen Fensterläden. Im Inneren erwarten einen hohe Gewölbedecken, alte Landkarten und eine große Porträttafel von Ho Chi Minh. Es ist eine spannende Mischung aus europäischer Architektur und vietnamesischer Geschichte.

Direkt gegenüber steht die Notre-Dame Cathedral Basilica of Saigon, erbaut zwischen 1863 und 1880 ebenfalls während der französischen Kolonialzeit. Die roten Backsteine wurden damals extra aus Frankreich importiert. Aktuell befindet sich die Kathedrale in Renovierung, weshalb wir sie nur von außen betrachten konnten.

Weiter ging es durch die Nguyen Van Binh Book Street, eine kleine, charmante Straße voller Buchläden und Cafés. Ein ruhiger Kontrast zur sonst so pulsierenden Metropole.

Auf dem Weg zur bekannten Einkaufsstraße kamen wir am Ho Chi Minh City People’s Committee Building vorbei. Das prachtvolle Gebäude im französischen Kolonialstil wirkt fast wie ein Rathaus in Europa. Es ist jedoch nicht öffentlich zugänglich und dient heute als Verwaltungsgebäude.

Gerade hier wurde uns der Unterschied zwischen Hanoi und Ho Chi Minh City besonders bewusst. Während Hanoi stark von der französischen Kolonialzeit geprägt ist, mit schmalen Häusern, gelb gestrichenen Fassaden, alten Villen, kleinen Cafés und einem eher historischen, politischen Charakter, präsentiert sich Ho Chi Minh City moderner, höher und wirtschaftlich dynamischer.

Der Grund liegt in der Geschichte: Hanoi war über Jahrzehnte politisches Zentrum Nordvietnams und trägt bis heute deutlich den architektonischen Stempel Frankreichs. Ho Chi Minh City hingegen (früher Saigon) war während des Vietnamkriegs Hauptstadt Südvietnams und eng mit den USA verbunden. Amerikanische Militärpräsenz, wirtschaftliche Unterstützung und spätere internationale Investitionen haben die Entwicklung der Stadt nachhaltig beeinflusst.

Heute zeigt sich das vor allem im Stadtbild: breite Straßen, moderne Hochhäuser mit Glasfassaden, große Einkaufszentren, internationale Marken und eine stark ausgeprägte Business- und Konsumkultur. Gebäude wie der Bitexco Financial Tower prägen die Skyline und erinnern eher an westliche Metropolen als an traditionelle südostasiatische Städte. Die Stadt wirkt schneller, unternehmerischer und globaler. Während Hanoi historischer und traditioneller erscheint.

Anschließend liefen wir die bekannte Flaniermeile Nguyen Hue Walking Street entlang. Menschenmassen, Straßenkünstler, kleine Verkaufsstände, Figuren wie Mickey Maus für Fotos. Hier pulsiert das Leben. Ein besonderes Highlight ist das The Cafe Apartments, ein ehemaliges Wohnhaus, das heute aus unzähligen individuell gestalteten Cafés besteht. Von außen wirkt es wie ein bunt beleuchtetes Schaufenster voller kleiner Geschichten und ist eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt.

Nachdem wir uns über die dicht befahrenen Straßen gekämpft haben, liefen wir entlang des Saigon-Flusses und ließen die Skyline auf uns wirken. Besonders schön beleuchtet ist die Thu Thiem Bridge, die das Stadtzentrum mit dem neuen Entwicklungsgebiet Thu Thiem verbindet. Abends spiegeln sich die Lichter der Hochhäuser im Wasser und es präsentiert sich ein ganz anderes Vietnam als noch wenige Tage zuvor.

Zum Abschluss des Tages gingen wir in die wohl bekannteste Pizzakette Vietnams: Pizza 4P’s. Super Service, gute Qualität und ein entspannter Ausklang eines intensiven ersten Tages in dieser modernen, energiegeladenen Stadt.

Wie bereits erwähnt, wollten wir auch in die Kriegsgeschichte eintauchen. Nico hatte schon in der Schulzeit einen Vortrag über den Vietnamkrieg gehalten und gemeinsam schauen wir leidenschaftlich gerne historische Kriegsfilme. Dieser Abschnitt unserer Reise war also nicht nur touristisches Interesse, sondern echtes persönliches Anliegen.

Morgens wurden wir um 8 Uhr abgeholt, mit dem Ziel, eine der wichtigsten und kriegsentscheidenden „Waffen“ der Vietnamesen zu erleben: die Cu Chi Tunnels, genauer gesagt der Abschnitt Ben Duoc.

Die Tunnelanlagen entstanden bereits im Kampf gegen die französische Kolonialmacht und wurden während des Vietnamkriegs (1955–1975) massiv erweitert. Insgesamt erstreckte sich das Tunnelsystem über mehr als 250 Kilometer. Es ist ein unterirdisches Netzwerk aus Wohnräumen, Küchen, Lazaretten, Lagerräumen, Waffenwerkstätten und Kommandoposten.

Die Tunnel ermöglichten es dem Vietcong, sich unbemerkt zu bewegen, Angriffe zu planen und schnell wieder zu verschwinden. Für die US-Armee war dieses System extrem schwer zu bekämpfen. Genau diese Taktik trug entscheidend dazu bei, dass die technisch weit überlegenen amerikanischen Truppen den Krieg letztlich nicht gewinnen konnten.

Schon die Belüftungsschächte waren faszinierend: Von außen wirkten sie wie kleine Termitenhügel, kaum sichtbar und perfekt getarnt im Dschungel. Von innen jedoch clever konstruiert, sodass Luft zirkulieren konnte, ohne Rauch oder Bewegungen preiszugeben.

Einen Teil des Systems durften wir selbst erleben. Für Touristen wurden die Gänge bereits größer gemacht und trotzdem war es unfassbar eng. Heiß. Stickig. Klaustrophobisch.

Nico wurde beim ersten Tunnel auserkoren, als Erster einzusteigen. Man sah ihm die Anspannung an, doch er zögerte nicht und ich wurde direkt hinterhergeschickt mit den Worten unseres Guides: „You only survive together.“

Der erste Tunnel war psychisch am herausforderndsten. Die Ungewissheit, die Enge, die Hitze und das Gefühl, nicht genau zu wissen, wie weit es noch geht.

Der dritte Abschnitt war der längste mit rund 50 Meter und mit drei möglichen Ausstiegen. Mehrere Passagen waren extrem schmal, teilweise ging es bergauf über Kanten hinweg. Trotzdem zog unsere gesamte Gruppe bis zum Ende durch.

Im letzten Tunnel wurde uns eine andere Bauweise gezeigt: Während viele Tunnel mit gewölbten Rundbögen gebaut wurden, gab es hier eine dreieckige Konstruktion. Diese sparte Material, war schneller zu graben und bot trotzdem ausreichend Stabilität.

Diesmal war ich vorne und sollte mit der Handy-Kamera in eine kleine Höhle leuchten. Nico direkt hinter mir. Und plötzlich flatterte mir etwas fast ins Gesicht. Zwei- oder dreimal. „Aaah, Fledermäuse!“ Nach mir wollte dann verständlicherweise niemand mehr hinein. Zugegeben: Sie waren vermutlich harmlos, aber Körperkontakt möchte man trotzdem vermeiden.

Die Tour war insgesamt sehr eindrücklich und es war eine Erfahrung, die den Krieg greifbarer machte weit über das hinaus, was Dokumentationen vermitteln können.

Anschließend besuchten wir das War Remnants Museum, dieses zeigt die Auswirkungen des Vietnamkriegs. Mit Fotografien internationaler Kriegsreporter, Ausstellungen zu Agent Orange (Entlaubungsmittel) und dessen langfristigen gesundheitlichen Folgen, Gefängnisnachbauten, Folterinstrumenten sowie militärischen Fahrzeugen im Außenbereich.

Besonders die Bilddokumentationen gingen unter die Haut. Viele Aufnahmen stammen von bekannten Fotografen, die das Leid der Zivilbevölkerung festhielten. Es ist keine leichte Kost, aber wichtig um die Perspektive Vietnams zu verstehen.

Hungrig und auch etwas nachdenklich legten wir danach einen Kaffee-und-Kuchen-Stopp ein, bevor wir zurück ins Hotel gingen, um uns frisch zu machen und die Eindrücke zu verarbeiten.

Abends gingen wir im Steakrestaurant Olivia’s Prime Steakhouse essen. Neben hochwertigem Fleisch, tollem Ambiente, gab es sogar schwäbisches Bier von Schwaben Bräu. Der Besitzer hatte selbst einige Monate in Deutschland gelebt, deshalb wollte er auch deutsches Bier in seinem Restaurant anbieten.

Später trafen wir uns mit einem 27-jährigen Münchner, den wir morgens auf der Tour kennengelernt hatten. Er erkundet Vietnam alleine in seinem Urlaub und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Gemeinsam gingen wir in eine Rooftop-Bar in der bekannten Partymeile Bui Vien Walking Street. Von oben beobachteten wir das bunte, laute Treiben. Neonlichter, Musik, Backpacker, Partystimmung.

Phu Quoc – Zwischen Postkartenidylle und Realität

Zum Abschluss unserer Reise ging es auf die Insel Phu Quoc. Sie liegt im Golf von Thailand, gehört geografisch zu Vietnam, ist aber näher an Kambodscha als am Festland. Es ist die größte Insel des Landes und bekannt für weiße Sandstrände, klares Wasser und luxuriöse Resorts. Große Teile der Insel sind als Nationalpark geschützt, gleichzeitig entstehen hier seit einigen Jahren riesige Hotel- und Investorenprojekte.

Für uns stand vor allem eines auf dem Plan: entspannen. Keine großen To-do-Listen, kein Sightseeing-Marathon. Nur Meer, Sonne und abschalten. Das Einzige, was wir unbedingt machen wollten, war schnorcheln. Also buchten wir eine 4-Insel-Tour. Phu Quoc zählt zwar nicht zu den bekanntesten Schnorchelgebieten Südostasiens, aber für Anfänger ist es absolut geeignet.

Morgens wurden wir am Hotel abgeholt und fuhren zu einem kleinen Fischerdorf, wo unser Speedboot startete. Der erste Halt war eine ruhige Bucht, in der wir die Grundlagen lernten.

Dann ging es mit Schwimmflossen ins Wasser, um zu testen, ob jemand Angst im offenen Meer bekommt. Wer unsicher war, sollte für den Rest der Tour eine Schwimmweste tragen, da die weiteren Stopps im offenen, tiefen Gewässer lagen.

Der nächste Stopp war das Highlight. Rund 30–40 Minuten verbrachten wir dort im Wasser und konnten unzählige Fische und Korallen beobachten. Es war ein unfassbar schönes Gefühl, gemeinsam durch die Riffe zu schwimmen, zwischen Fischschwärmen hindurchzutauchen und diese Unterwasserwelt hautnah zu erleben.

Einer unserer vier Tourguides fand dabei sogar einen goldenen Ring im Wasser – für ihn definitiv ein Glückstag.

Beim nächsten Stopp gab es deutlich weniger Korallen. Nico nutzte die Zeit, um Müll aus dem Meer zu ziehen. Den Guides liegt viel daran, die Riffe sauber zu halten und sie waren über jede Hilfe dankbar. Während ich weiter fasziniert Fische beobachtete und mich treiben ließ, sammelte auch ich ein paar Plastikteile ein.

Den letzten Halt machten wir an der Insel Hon Thom (auch bekannt als Thom Island). Dort gab es frische Mango und ein Getränk, bevor es zurück zum Fischerdorf und schließlich ins Hotel ging.

Den Rest der Zeit verbrachten wir hauptsächlich am Strand unseres Hotels, welches direkt am Khem Beach liegt. Heller, fast weißer Sand. Kein steiniger Einstieg. Das Wasser wird langsam tiefer, sodass man entspannt hineingehen und auch gut schwimmen kann. Kaum Wellengang, eine unglaubliche Klarheit des Wassers, wodurch man auch gut Fische sehen konnte.

Rein landschaftlich gehört dieser Strand definitiv zu den schönsten, die wir bisher gesehen haben.

Von unserem Hotel aus bekamen wir Tickets für eine Show und den kostenlosen Shuttle nach Sunset Town. Dabei handelt es sich um ein neues Tourismus- und Erlebnisareal im Süden der Insel. Außerdem ist der Teil von Phu Quoc bekannt für den schönsten Sonnenuntergang über dem Meer. Also dachten wir: Warum nicht anschauen?

Leider hat uns dieser Teil der Insel überhaupt nicht überzeugt. Große Investoren haben hier künstliche Stadtviertel im mediterranen Stil gebaut. Viele Gebäude stehen komplett leer und es fühlt sich wie eine künstliche Geisterstadt an. Es wirkt inszeniert. Unecht. Austauschbar.

Die Restaurants dort waren qualitativ enttäuschend, vieles wirkte auf schnellen Massentourismus ausgelegt. Mit authentischem Vietnam hatte das für uns wenig zu tun. Auch die tägliche Show mit Feuerwerk ließen wir aus, da uns die Atmosphäre einfach nicht gefiel.

Allgemein fanden wir es auf Phu Quoc überraschend schwer, wirklich gute Restaurants zu finden. Vieles wirkte hochwertig inszeniert, mit hohe Preise, schönen Kulissen, aber Service und Qualität blieben oft hinter den Erwartungen zurück. In manchen vermeintlichen 5-Sterne-Hotels wartete man 30 Minuten, bis überhaupt jemand die Bestellung aufnahm. Dazu mittelmäßiges Essen und die Aufforderung, direkt im Voraus zu bezahlen.

Zwei Restaurants können wir jedoch ehrlich empfehlen: Red Rum und Jos Cucina. Hier stimmten Qualität, Service und Preis-Leistung.

Phu Quoc war für uns damit ein Ort der Gegensätze:

Traumhafte Natur und klares Wasser auf der einen Seite. Überdimensionierte Investorenprojekte und fehlende Authentizität auf der anderen.

Ein schöner Abschluss zum Entspannen, aber nicht der Teil Vietnams, der uns kulturell am meisten berührt hat.

Fazit – Ein Land voller gegensätzlicher Städte

Vietnam hat uns überrascht. Nicht nur wegen seiner Landschaften oder Städte, sondern wegen der Intensität, mit der alles auf uns gewirkt hat.

Von den leuchtenden Laternen in Hoi An über die moderne Skyline von Ho Chi Minh City bis hin zu den stillen Momenten im Wasser. Jeder Ort hatte seinen eigenen Charakter.

Unsere absoluten Highlights waren definitiv, die Landschaft rund um Ninh Binh mit ihren dramatischen Kalksteinfelsen und der fast surrealen Ruhe auf dem Wasser.

Auch die Cu-Chi-Tunnel, die Geschichte greifbar gemacht haben wie kaum ein Museum es könnte, berührten uns sehr.

Die schönsten Stadt war für uns Hoi An, diese Kleinstadt im goldenen Licht, die einfach eine besondere Magie ausstrahlt.

Aber auch Saigon mit seiner Energie, seiner Geschwindigkeit und der spürbaren Aufbruchsstimmung hat uns beeindruckt. Ebenso wie die Strände von Phu Quoc und Da Nang.

Vietnam ist kein Land, das man nebenbei erlebt. Es ist laut, intensiv, manchmal widersprüchlich und genau das macht es so faszinierend.

Es ist ein Land zwischen Tradition und Moderne, zwischen Kriegsgeschichte und wirtschaftlichem Aufbruch, zwischen Garküchen auf Plastikstühlen und Rooftop-Bars mit Skylineblick.

Vietnam ist definitiv ein Besuch wert!

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