Dezember-Momente in Peking

Die letzten zwei Wochen hier in Peking waren eine bunte Mischung aus schönen Begegnungen und besonderen Momenten. Zwischen Frühstückstreffen, Nikolausritualen, einem kreativen Weihnachtsevent und unserem ersten Hochzeitstag gab es viele Augenblicke, die uns dankbar gemacht haben.

Momente in guter Gesellschaft

Die erste Dezemberwoche startete für mich mit mehreren gemütlichen Verabredungen. Zuerst ein schöner Kaffee-Nachmittag mit tollen Gesprächen, am nächsten Tag dann ein gemeinsames Mittagessen mit Freunden in einem stilvoll eingerichteten chinesischen Restaurant, in dem wirklich jedes Gericht hervorragend schmeckte.

Am Donnerstagabend stand wieder „Frühstück goes out“ auf dem Plan. Dieses Mal gingen wir zu zehnt in die Bar „Obstkorb“. Das Konzept dort ist besonders: Man kreiert seinen Cocktail selbst aus verschiedenen Zutaten ein Obst/Gemüse, eine Alkoholsorte und ein Gewürz. Meine Entscheidung fiel auf Erdbeere, Gin, Basilikum und Chili, serviert im typischen Asia-Mitnehmbehälter. Natürlich gab es auch die Klassiker und viele weitere ausgefallene Drinks, darunter den Reeperbahn-Cocktail oder den Schwarzwalddrink. Nicht nur die speziellen „Gläser“ brachten uns zum Schmunzeln, auch die Karte hatte interessante Passagen, unter anderem den Satz:

„Das nächste Krankenhaus liegt nur 1,3 km entfernt – bitte wählen Sie bedacht.“

Ein paar charmante Übersetzungsfehler sorgten zusätzlich für Lacher (siehe Foto).

Ein rundum lustiger Abend und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Treffen.

Den Abschluss der Woche bildete mein erstes Probe-Frühstück als neue Mit-Organisatorin der Frühstücksgruppe. In unserem kleinen Dreierteam suchen wir geeignete Cafés aus und schauen sie uns vorab an. Da meist 15–20 Personen kommen, muss die Location groß genug sein und auch größere Gruppen gut koordinieren können. Dieses Mal hat alles wunderbar gepasst, somit steht unsere erste Location für Januar 2026 fest. Nach dem Frühstück machten wir noch einen kleinen Spaziergang am See, tranken eine heiße Schokolade und ließen so den Vormittag gemütlich ausklingen.

Ein entspanntes, aber besonderes Wochenende

Unser Wochenende begann ruhig. Nico war die Woche über leicht angeschlagen mit Halsschmerzen, deshalb gingen wir am Freitagabend nur einen Burger essen und ließen den Abend mit Serien ausklingen. Natürlich wurden vorher noch die Schuhe geputzt – sonst kommt der Nikolaus nicht!

Das hat wohl funktioniert: Am nächsten Morgen warteten gefüllte Nikolaussocken auf uns. Nico freute sich über eine Mütze, perfekt für kommende Wanderungen und in meinem Socken waren Espresso-Tassen, diese sammele ich neuerdings von jeder chinesischen Stadt, die wir besuchen. So haben wir hoffentlich bei unserer Rückkehr eine schöne und vielfältige Sammlung!

Nach dem Frühstück fuhren wir ins Outlet, in der Mission preiswerte, passende und schöne Hosen für Nico zu finden. Anders als das Zweibrücker Outlet ist dieses komplett überdacht und wie eine große Einkaufshalle aufgebaut.  Neben bekannten Marken wie Hugo Boss, Polo Ralph Lauren oder Gabor waren auch chinesische Labels vertreten. Wir verbrachten fast den ganzen Tag dort und wurden fündig: zwei Hosen für Nico, ein Oberteil für mich.

Der Sonntag war für uns etwas Besonderes, denn vor einem Jahr haben wir zueinander „Ja“ gesagt. Im Zeichen unserer Papierhochzeit machten wir uns kleine Geschenke: Ich bekam ein Buch, in dem ich unsere Hochzeitstage festhalten kann und Nico erhielt ein Blatt Papier mit einer liebevollen Skizze unseres ersten Ehejahres, inklusive Zielen und Träumen für die Zukunft.

Wir verbrachten den Tag im nahegelegenen Ritan-Park, nur 25 Gehminuten von uns entfernt. Dort gibt es Sportplätze, einen kleinen Mini-Freizeitpark, Spielplätze und wunderschöne Teichlandschaften. Nicht nur für Kinder ein Highlight, auch wir genossen es durch die Felsenlandschaft zu laufen. Da es jedoch sehr kalt war, kehrten wir später in unser Lieblingscafé ein. Nico bestellte wie immer seinen Brownie und ich probierte die Maronentorte.

Am Abend entschieden wir uns für ein Essen in einem spanischen Restaurant, das wir bereits ganz am Anfang entdeckt hatten und uns für einen besonderen Anlass aufheben wollten. Neben einem Glas Wein, gab es Tapas zur Vorspeise und als Hauptgang ein Wagyu Steak für Nico sowie Paella für mich. Ein rundum gelungener Tag gemeinsam als Ehepaar.

Kreativer Teamspaß im Chaoyang Park

Am Dienstag fand die Weihnachtsfeier der Patengruppe der Deutschen Botschaftsschule statt. Ein wunderschönes Event, in das so viel Liebe und Kreativität gesteckt wurde. Es war eine kleine Überraschung für alle, wir wussten vorher nur: warme Kleidung, den Treffpunkt und jeder sollte ein kleines Wichtelgeschenk mitbringen.

Warm eingepackt und voller Vorfreude machte ich mich also auf den Weg zum Chaoyang Park, einer der größten Parks in Peking mit rund 288 Hektar. Vor Ort wurden wir in zwei Teams eingeteilt und bekamen eine Tüte mit Gegenständen und einer Anleitung. Darin standen verschiedene Stationen beschrieben, die wir finden und an denen wir Aufgaben lösen mussten. Der Clou: Wir fuhren das Ganze mit Vierer-Fahrrädern ab. Jedes Team bestand aus elf Personen und hatte zwei dieser Räder.  Allein das Fahren war schon ein Erlebnis: lustig, anstrengend und einfach nur schön.

Meine Lieblingsaufgaben waren:

– Alpakas füttern und Fotos machen

– einen Drachen steigen lassen

– „Jingle Bells“ mit Chinesen singen und filmen

– eine Löwenskulptur dekorieren und ein Gruppenfoto davor machen

Insgesamt gab es neun Stationen, alle liebevoll und unterschiedlich gestaltet. Zum Ende der Tour trafen sich beide Teams an einem Pavillon. Jeder bekam ein kleines Andenken (Nikolausmütze, Tasse) und wir tranken alle gemeinsam Glühwein. Nach einem Gruppenfoto und gemütlichem Beisammensein gaben wir die Fahrräder zurück.

Zum Abschluss gingen wir noch alle gemeinsam ins italienische Restaurant Tavola. An einer langen Tafel durften wir aus einem großzügigen Menü wählen. Ich entschied mich für Lachs als Vorspeise, eine Pistazien-Schinken-Pizza als Hauptgang und zum Dessert einen Schokoladenbrownie. Nicht nur das Essen war hervorragend, auch das Ambiente und die Gespräche machten den Vormittag besonders schön.

Beim anschließenden Wichteln gab es viele kreative und liebevolle Geschenke. Ich freute mich sehr über ein Handcreme-Set – perfekt für den trockenen Winter hier.

Ein Ort zum Stöbern, Lesen und Staunen

Vor einigen Wochen hatte mir meine Chinesischlehrerin eine besondere Bücherei empfohlen. Diese Kette gibt es in mehreren chinesischen Städten und ist bekannt für ihre außergewöhnliche Architektur und Einrichtung. In Peking gibt es zwei Filialen, von denen eine etwas außerhalb liegt, also entschied ich mich für die Nähergelegene.

Auf dem Weg dorthin entdeckte ich eine Hello-Kitty-Welt und eine wunderschöne Lichtprojektion an einem Gebäude. Genau aus diesem Grund liebe ich es, Wege zu Fuß zurückzulegen, denn man entdeckt immer etwas Neues.

Die Bücherei selbst hat mich sofort beeindruckt. Ich ließ die besondere Atmosphäre auf mich wirken, setzte mich dann in einen der „Ringe“ und las in meinem mitgebrachten Buch. Man kann dort Bücher ausleihen, einfach lernen, entspannen, einen Kaffee trinken oder Bücher kaufen. Die meisten Bücher waren allerdings auf Chinesisch, dennoch erkannte ich viele Titel an den Buchcovern wieder, zum Beispiel Gregs Tagebuch oder Goethes Faust. Eine wirklich eindrucksvolle Kulisse und auf jeden Fall ein Besuch wert, nur die Musik war für meinen Geschmack etwas zu laut zum entspannten Lesen.

Ein festlicher Abschluss 

Der letzte Frühstückstreff des Jahres war ein besonderer: ein Buffet Lunch im Restaurant des Kerry Hotel. Es gab verschiedenste Fleischgerichte wie Kung Pao Chicken, Spareribs oder Roastbeef, viel Gemüse, Tofu, eine Salatbar, Dessertbar und jede Menge Früchte. Mein Highlight: die Meeresfrüchte, besonders der butterzarte Sashimi-Lachs.

Insgesamt waren wir 32 Personen, viele bekannte, aber auch einige neue Gesichter. Genau das macht diese Veranstaltung aus, dass man immer wieder neue Kontakte knüpfen kann.

Es war nicht nur das letzte Treffen des Jahres, sondern auch das letzte unter der bisherigen Leitung. Deshalb sammelten wir vorher Geld für einen Gutschein und organisierten einen Blumenstrauß inklusive kleiner Karte. Sie wird uns allen sehr fehlen, denn sie hat sie nicht nur toll organisiert, auch ihre Energie hat die Treffen immer geprägt.

Nach dem gelungenen Abschied und dem Vorstellen der neuen Orga-Gruppe, gingen zwei Freundinnen und ich weiter zum sogenannten „International Trade Center“, einem Einkaufszentrum mit überwiegend russischsprechenden Händlern. Wir entschieden uns, mit dem Fahrrad zu fahren und somit meine erste Fahrradtour im Verkehr Pekings zu erleben. Das Ausleihen ist simpel: QR-Code scannen, bestätigen, dann entriegelt sich das Fahrrad und los geht’s. Für 20 Minuten zahlt man umgerechnet rund 15 Cent, weshalb es hier für viele ein besonders attraktives Verkehrsmittel ist. Auch das Fahren im Verkehr war überraschend angenehm. Man fährt einfach im Fluss der Masse und kann dabei wunderbar die Umgebung beobachten.

Auf dem Markt angekommen ging es direkt zum ersten Laden, von vielen. Es gibt dort überwiegend Kleidung und vereinzelt Haushaltsgegenstände. Ich kaufte mir nur zwei Paar längere Socken für den Winter und auch wenn die Ausbeute klein war, hat sich der Abstecher absolut gelohnt, allein schon wegen den gemeinsamen Momenten.

Winterliches Wochenende

Das zweite Wochenende hielt ein echtes Highlight bereit: Schnee in Peking. Das ist hier alles andere als selbstverständlich. Obwohl es im Winter oft sehr kalt ist, schneit es nur selten. Der Grund dafür liegt vor allem an der trockenen Winterluft. Kalte Luft aus Sibirien bringt zwar niedrige Temperaturen, aber kaum Feuchtigkeit. Zudem liegt Peking weit im Landesinneren und wird durch umliegende Gebirge von feuchter Meeresluft abgeschirmt. Der meiste Niederschlag fällt hier im Sommer.

Umso schöner war es, als es am Freitagmittag tatsächlich zu schneien begann. Bei Temperaturen von minus fünf bis minus zehn Grad blieb der Schnee auch liegen. Die hohen Gebäude, Straßen und Parks wirkten plötzlich ganz ruhig.

Am Samstagabend ließen wir das Wochenende entspannt ausklingen. Nico hatte über die Arbeit einen neuen Bekannten kennengelernt, der ebenfalls neu hier lebt. Gemeinsam gingen wir essen und tauschten uns über die ersten Eindrücke aus. Danach landeten wir noch in einer Sportsbar, schauten Darts, spielten selbst eine Runde und kamen schnell mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern ins Gespräch. Ein schöner, unkomplizierter Abend.

Wenn ich auf die letzten zwei Wochen zurückblicke, merke ich, wie viele besondere Momente sich in kurzer Zeit sammeln können. Es waren Tage voller Austausch, neuer Erfahrungen, kleiner Abenteuer und wertvoller Begegnungen. Manche davon waren geplant, andere haben sich einfach ergeben und genau diese Mischung macht diese Zeit für mich so besonders.

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