Nach unserem Urlaub kamen wir am Donnerstag zurück und kaum war der Koffer ausgepackt, ging für Nico am Freitag direkt wieder der Arbeitsalltag los.
Am Samstag musste er ebenfalls arbeiten, um die vielen Feiertage hier in China auszugleichen. Diese sogenannten „Working Saturdays“ sind meist ruhiger als normale Wochentage. Viele Mitarbeiter haben weniger Termine und genau deshalb eignet sich der Tag oft gut für längere, strategische Gespräche mit Kollegen oder Führungskräften.
Während Nico also arbeitete, stand für mich neben Wäsche und Haushalt am Samstagabend ein schöner Programmpunkt an: der Geburtstag von Laura.
Hotpot-Geburtstag
Wir waren insgesamt zu elft in einer bekannten Hotpot-Kette in Peking verabredet. Für unsere Gruppe hatten wir in einem separaten Raum einen rund Tisch für uns alleine. In der Mitte des Tisches steht ein großer Topf mit Brühen, die konstant erhitzt werden. Alle bestellen verschiedenste Zutaten z.B. Fleisch, Gemüse, Pilze, Tofu, Innereien und geben sie selbst in die Brühe. Jeder fischt sich später wieder heraus, was er hineingelegt hat.
Es erinnert ein bisschen an Fondue, nur mit deutlich mehr Zutaten und oft auch kräftigeren, würzigeren Brühen.
Das wohl ausgefallenste Gericht an diesem Abend war Pansen. Ich habe ihn tatsächlich nicht probiert, aber er war sehr beliebt und dementsprechend schnell verschwunden.
Mein persönliches Highlight waren dagegen die verschiedenen Tofu-Varianten: Tofu-Haut, klassischer Tofu, frittierter Tofu. Einfach ein Produkt das so unglaublich vielseitig und richtig lecker ist.
Ein weiteres Erlebnis waren die handgezogenen Nudeln. Ein Mitarbeiter kam an unseren Tisch und zog vor unseren Augen aus einem Stück Teig eine lange, dünne Nudel, begleitet von einer kleinen Tanzeinlage. In China sagt man: Je länger die Nudel, desto länger das Leben.
Besonders schön war auch, dass Laura von dem Restaurant kleine Aufmerksamkeiten bekam wie eine Obstplatten, kleine Geschenke und schließlich sogar eine kleine Showeinlage.
Sie bekam eine Krone aufgesetzt, die Mitarbeitenden kamen mit Sonnenblumen herein und gemeinsam sangen wir zwei chinesische Geburtstagslieder. Es wurde getanzt, gelacht und applaudiert. Es war unglaublich herzlich und gleichzeitig etwas kitschig.
Im Anschluss zogen wir noch gemeinsam in eine Bar weiter und ließen den Abend bei Gesprächen ausklingen. Viele aus der Runde arbeiten in der Botschaft. Es war spannend, Einblicke in diesen Alltag zu bekommen, den man sonst nur von außen wahrnimmt.


Sonntag: Drinnen statt draußen
Der Sonntag verlief deutlich ruhiger. Das Wetter in Peking ist aktuell wieder kälter und auch die Luftqualität war an diesem Tag leider nicht besonders gut. Deshalb verbrachten wir den Großteil des Tages drinnen und nutzten die Zeit einfach zum Entspannen.
Am Abend ging Nico noch zu einem Spieleabend mit ein paar Freunden im gegenüberliegenden Wohnkomplex. Dort wurden verschiedene Gesellschaftsspiele gespielt und gemeinsam Pizza bestellt.
Mädelsfrühstück, Shopping und Sport
Unter der Woche standen für mich vor allem Haushalt und ein paar bürokratische Dinge an, deshalb gibt es diesmal gar nicht so viele spektakuläre Geschichten zu erzählen. Außer ihr möchtet mehr über Steuern, Krankenversicherung und co. wissen. 😄
Am Dienstag war ich mit zwei Freundinnen zum Frühstück verabredet. Wir haben aktuell eine kleine Tradition gestartet: Reihum richtet jede von uns ein Frühstück aus. Beim letzten Mal waren wir bei der einen, diesmal bei der anderen und nach meiner Reise nach Malaysia werde ich Gastgeberin sein.
Allerdings gibt es bei mir dann kein klassisches Frühstück. Die beiden haben sich Flammkuchen gewünscht, nachdem ich ihnen natürlich begeistert von unserem Flammkuchenofen erzählt habe. Also wird es wohl eher ein Brunch mit verschiedenen Flammkuchenvariationen. Ich freue mich jetzt schon darauf unsere Rolle als Flammkuchen-Paar auch hier einzunehmen.
Nachdem Essen spielten wir „Stadt Land Tatort“ eine True-Crime-Variante von Stadt, Land, Fluss vom ARD. Da wir alle eine gewisse Faszination für True Crime haben, war das Spiel perfekt für uns und sorgte für viele Lacher.
Anschließend machten wir noch ein schwäbisches Quiz. Keine von uns ist gebürtige Schwäbin dementsprechend schwierig war es. Aber genau das machte es lustig und wir lernten sogar noch etwas über unsere Wahlheimat.

Ansonsten habe wir diese Woche viel Sport gemacht, was uns nachdem Urlaub auch wieder gutgetan hat. Unser Pool im Compound wurde grundgereinigt, weshalb ich gezwungen war eine andere Ausdauerquelle zu wählen. Tatsächlich machte mir das Joggen auf dem Laufband etwas Spaß, auch wenn Krafttraining nach wie vor mein Favorit bleibt.
Am Mittwoch war ich mit den Mädels im Einkaufszentrum Bairong unterwegs. Wie es so immer ist, findet man natürlich das Gewünschte bzw. das Gesuchte nicht.
Ich habe tatsächlich kaum etwas gekauft nur ein paar zusammenfaltbare Becher, die für Wanderungen oder den Sommer praktisch sein werden. Die anderen wurden deutlich erfolgreicher fündig. Gemeinsam haben wir dort noch zu Mittag gegessen und viel geredet. Am Abend ging Nico noch schwimmen, denn an diesem Tag wurde unser Pool endlich wieder geöffnet.
Hoch die Hände Wochenende
Endlich Freitag und damit Zeit zu zweit. Nachdem wir gegessen hatten, wollten wir eigentlich noch etwas im Fernsehen schauen. Leider war die Internetverbindung an diesem Abend wieder ziemlich schlecht, sodass wir unseren Filmversuch schnell aufgaben. Also gingen wir einfach früh schlafen.
Am Samstag erledigten wir gemeinsam ein paar Dinge im Haushalt. Nico beschäftigte sich außerdem mit unserem neuen Luftbefeuchter. Aktuell haben wir in der Wohnung teilweise nur etwa 20 % Luftfeuchtigkeit, was auf Dauer ziemlich unangenehm sein kann, besonders nachts beim Schlafen. Der empfohlene Wert für Wohnräume liegt eher zwischen 40 und 60 %.
Während Nico sich also mit der Technik beschäftigte, machte ich mich auf den Weg zum Einkaufen. Ich hatte spontan Lust auf Milchreis zum Frühstück.
Der Weg dorthin führt mich durch unseren CBD-Park, welcher morgens voller Leben ist. Kinder spielen, Eltern schieben Kinderwagen, ältere Menschen sitzen gemeinsam im Kreis, unterhalten sich oder tanzen zu Musik. Diese Mischung aus Generationen und Aktivitäten finde ich jedes Mal wieder schön zu beobachten.
Am Abend wünschte ich mir, wieder einmal im Restaurant „Bleu Marine“ essen zu gehen. Von diesem Ort habe ich euch tatsächlich schon einmal erzählt: Es war das erste Restaurant, das wir überhaupt in Peking besucht haben – direkt an unserem Ankunftstag.
Das Restaurant wurde 1998 von Celine Shen und dem französischen Koch Olivier Bourdon eröffnet und gehörte damals zu den ersten westlichen Restaurants in Peking. Schon kurz nach der Eröffnung entwickelte es sich zu einem beliebten Treffpunkt für internationale Gäste.
Später kam Torben aus Dänemark dazu, der inzwischen mit Celine verheiratet ist. Seitdem finden sich neben französischen Einflüssen auch einige skandinavische Gerichte auf der Karte.
Das „Bleu Marine“ beschreibt sich selbst als kleines Familienrestaurant und ein Ort, der sich bewusst von den unzähligen Restaurants der riesigen Stadt abhebt. In Peking soll es über 50.000 Restaurants geben und doch wirkt dieses hier wie ein kleines Stück Zuhause in der Fremde.
Der Fokus liegt auf französischer und skandinavischer Küche: Salate, Steaks, Meeresfrüchte und auch klassische dänische Spezialitäten wie Smørrebrød. Besonders bekannt ist das Restaurant allerdings für seine Steaks und tatsächlich sind diese hervorragend.
Außerdem stellt Torben selbst Schnaps her und diesen bekommt man in verschiedenen Runden kostenlos zum Essen angeboten. Meist bekommt man 3 Schnäpse pro Abend zum Probieren, von Kiwi bis hin zu Kaffee ist alles dabei.
Es war ein richtig schöner Abend zu zweit: gutes Essen, eine gemütliche Atmosphäre und zum Abschluss noch eine Serie zu Hause auf dem Sofa.







Gestern startete Nico den Tag mit einer Runde schwimmen, während ich mich um das Frühstück kümmerte. Auf dem Rückweg brachte er noch frischen Kaffee mit – ein perfekter Start in den Tag.
Den Nachmittag verbrachten wir ganz gemütlich zu Hause. Wir schauten gemeinsam die Formel 1 und freuten uns über einen Doppel-Sieg unseres Favoriten, Mercedes. Wir verfolgen die F1 bereits seit Jahren recht intensiv. Umso mehr freut es uns, dass es endlich wieder so scheint, dass Mercedes in dieser Saison den Takt angibt. Bleiben wir gespannt und interpretieren den Sieg als sehr guten und freudigen Saisonauftakt.
Nebenbei erledigten wir noch ein paar Kleinigkeiten im Haushalt, die letzte Wäsche wurde gewaschen und ich begann bereits damit, meinen Koffer für die bevorstehende Reise zu packen.
Rückblickend war diese Woche deutlich ruhiger als sonst. Nachdem Urlaub tat es gut, wieder etwas Routine zu haben und einfach den Alltag zu genießen.
Und lange bleibt es ohnehin nicht ruhig: Schon morgen geht es für mich weiter ins nächste Abenteuer und gleichzeitig auch zu einem Wiedersehen.