Lea allein in Beijing

Diese Woche war für mich eine kleine Premiere: Zum ersten Mal seit unserem Umzug nach Peking war ich eine ganze Woche alleine hier.

Ich war vorher ehrlich gesagt etwas gespannt, wie sich das anfühlen würde. In den vergangenen Monaten war Nico immer da und viele Routinen haben sich ganz selbstverständlich um unseren gemeinsamen Alltag herum entwickelt.

Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass ich die Woche nicht komplett alleine verbringen würde. Neben meinen festen Terminen wie Chinesischunterricht, Sport und einem Besuch im Nagelstudio standen auch einige Treffen mit Freunden auf dem Programm.

Rückblickend war die Woche eine gute Mischung aus Zeit für mich selbst und gemeinsamen Unternehmungen. Es gab Momente, in denen die Wohnung ungewohnt leer wirkte, aber auch viele schöne Begegnungen, die gezeigt haben, wie sehr sich mein eigenes Leben hier inzwischen entwickelt hat.

Mit dem Floßboot auf dem Liangma River

Eines meiner Highlights der Woche war das letzte gemeinsame Event unserer Patengruppe, bevor es nun in die Sommerpause geht. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um die 30 Grad hätten die Bedingungen dafür kaum besser sein können.

Geplant war eine gemeinsame Floßboot-Tour auf dem Liangma River. Wobei „Floßboot“ eigentlich nicht ganz richtig ist. Die bereits fertige Konstruktion bestand aus zwei Stand-up-Paddle-Boards, die mit Eisenstangen miteinander verbunden waren. In der Mitte befand sich eine Kiste für persönliche Gegenstände und auf den Boards wurden Campingstühle befestigt.

In der Theorie sollte man sich gemütlich mit den Paddeln über den Fluss bewegen. In der Praxis hatten wir allerdings mit einer überraschend starken Strömung und ordentlich Gegenwind zu kämpfen. Entsprechend anstrengend war es teilweise, überhaupt voranzukommen. Statt elegant über das Wasser zu gleiten, drehten wir uns eher gelegentlich im Kreis oder kämpften darum, die gewünschte Richtung beizubehalten.

Gerade das sorgte aber für jede Menge Gelächter. Zwischendurch legten wir die Paddel auch einfach beiseite, ließen uns treiben und nutzten die Zeit zum Reden.

Nach der Tour gingen wir noch gemeinsam essen. Das Restaurant lag eines nur etwa 500 Meter entfernt, sodass wir nach dem sportlichen Teil direkt dort einkehren konnten. Bei gutem Essen, kalten Getränken und vielen Gesprächen ließen wir den Nachmittag schließlich entspannt ausklingen.

Ablenkung mit guter Gesellschaft

Rückblickend haben mir in dieser Woche vor allem die vielen kleinen Treffen mit Freunden geholfen, dass sich die Tage nie wirklich einsam angefühlt haben. Mal traf ich mich spontan zum Mittagessen, mal zum Abendessen und manchmal auch einfach nur auf einen Kaffee.

Dabei habe ich sogar wieder ein neues chinesisches Restaurant entdeckt, das mich wirklich positiv überrascht hat. Außerdem war ich erneut in dem Steakrestaurant, das für mich nach wie vor das beste Steak in Beijing serviert. Diesmal kam ich dort länger mit der Besitzerin ins Gespräch. Solche Begegnungen mag ich besonders, denn plötzlich ist es nicht mehr nur ein Restaurant, sondern ein Ort mit Geschichten und Menschen, die man kennt. Dadurch fühlt sich die Stadt für mich jedes Mal ein kleines Stück vertrauter an.

Natürlich durfte auch unser Frühstückstreff nicht fehlen. Diesmal trafen wir uns in genau dem Café, das wir erst vor kurzem getestet hatten und das uns so gut gefallen hatte. Die Runde war wieder gemütlich und die Gespräche vergingen wie immer viel zu schnell.

Besonders amüsant war allerdings das Geschehen um unseren Tisch herum. In dem Park hatten sich nach und nach verschiedene Gruppen versammelt. Drei ältere Chinesen sangen lautstark Karaoke, ein paar Meter weiter spielte jemand auf einem Instrument, das ich bis heute nicht benennen könnte, während eine Frau dazu Töne sangen. Es war ein herrlich chaotisches Klanggemisch und wir mussten teilweise einfach etwas lauter sprechen, um uns überhaupt zu verstehen.

Pünktlich gegen halb zwölf verschwanden die meisten Gruppen dann zum Mittagessen und plötzlich wurde es erstaunlich ruhig. Erst in diesem Moment bemerkten wir, wie laut es zuvor eigentlich gewesen war.

Eine kleine Attraktion waren wir allerdings ebenfalls. Sieben Ausländer an einem Tisch ziehen hier noch immer Aufmerksamkeit auf sich. Immer wieder wurden wir heimlich gefilmt, beobachtet oder sogar nach gemeinsamen Fotos gefragt. Solche Situationen passieren inzwischen zwar deutlich seltener als noch vor einigen Jahren, ganz alltäglich sind sie aber trotzdem noch nicht. Mittlerweile nehmen wir es meist mit Humor und gehören damit vermutlich genauso zum Unterhaltungsprogramm des Parks wie die Karaoke-Gruppe nebenan.

Von KTV bis hin zum Pekinger Coachella

Eigentlich hatte ich Freitagabend gar nichts Großes geplant, aber dann habe ich mich doch noch mit einem befreundeten Paar zum Hotpot essen verabredet.

Die Einladung kam ziemlich spontan beim Schwimmen freitags morgens. Umso schöner war es, dass sich daraus direkt ein gemeinsamer Abend entwickelt hat.

Wir gingen in ihr Lieblings-Hotpot-Restaurant, das vor allem für seine besonderen Pilze bekannt ist. Schon beim Essen merkt man hier wieder, wie sehr Hotpot in China auch ein soziales Erlebnis ist. Man sitzt lange zusammen, bestellt nach und nach und probiert sich durch verschiedene Zutaten.

Nach dem Essen wollten wir eigentlich nur noch kurz etwas trinken gehen und den Abend ruhig ausklingen lassen. Wir setzten uns mit Blick auf die Skyline, beobachteten die Leute und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Rund um uns herum war einiges los: Menschen machten Fotos von der Skyline, teilweise mit professionellen Setups mit großen Lichtern und Kameras, andere wiederum ganz simpel mit dem Handy oder sogar mit kleinen Tanzvideos für Social Media.

Eigentlich hätte es dabei bleiben sollen, aber irgendwann kam dachten wir „Lass doch noch Karaoke singen gehen.“ Und wer mich kennt, weiß, dazu sage ich eigentlich nie nein.

Wir bekamen einen eigenen Raum, der überraschend professionell ausgestattet war: zwei große Bildschirme, eine kleine Bühne und alles, was man braucht, um sich komplett in den Karaoke-Modus zu verlieren. Über ein Tablet konnte man Essen und Getränke bestellen und gleichzeitig Songs in die Warteschlange packen.

Die Songauswahl war groß, zumindest auf Chinesisch und Englisch. Deutsch hingegen gab es erwartungsgemäß gar nicht. „Bruttosozialprodukt“ hätte ich zwar gerne gesungen, aber dann musste eben alles von Rihanna herhalten.

Am Ende wurden es zwei Stunden voller Energie, Gesang und sehr wenig Zurückhaltung. Bis zur letzten Minute haben wir durchgezogen und einfach Spaß gehabt. Ein spontaner und gelungener Abend, der mir für immer in Erinnerung bleibt.

Am Samstagabend stand dann das Sommerfest der Deutschen Schule Peking auf dem Programm. Bei strahlendem Sonnenschein und rund 30 Grad machte ich mich gegen 17 Uhr auf den Weg. Das diesjährige Motto lautete „Coachella” und schon am Eingang wurde klar, dass man sich bei der Gestaltung wirklich Mühe gegeben hatte. Jeder Besucher erhielt ein bedrucktes Festivalbändchen und entlang der Wege reihten sich zahlreiche Essens- und Getränkestände aneinander.

Kulinarisch war für jeden etwas dabei. Neben Döner, Fleischkäsebrötchen, Schnitzelbrötchen und Bratwürsten gab es auch chinesische Fleischspieße sowie ein großes Kuchenbuffet. Auch bei den Getränken war die Auswahl beeindruckend. Neben deutschem Bier von Bitburger und Erdinger wurde auch das deutsch-chinesische Bier „Karl Fürst” ausgeschenkt. Dahinter steckt ein Deutscher, der sich mit seiner eigenen Brauerei in China ein erfolgreiches Standbein aufgebaut hat. Auserdem gab es Aperol Spritz, Sekt und verschiedene Cocktails.

Im Zentrum des Festgeländes stand ein großer Pavillon mit Bühne. Dort sorgten Schülerinnen und Schüler mit musikalischen Auftritten, Chorbeiträgen und weiteren Programmpunkten für Unterhaltung.

Leider machte uns das Wetter zwischenzeitlich einen Strich durch die Rechnung. Aus dem Nichts zogen dunkle Wolken auf und kurz darauf begann es kräftig zu regnen. Innerhalb weniger Minuten flüchteten alle Besucher in die Schulgebäude. Glücklicherweise tat das der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Während draußen der Regen gegen die Fenster prasselte, traf man drinnen überall bekannte Gesichter und kam gleichzeitig mit neuen Leuten ins Gespräch. So verging die Regenpause erstaunlich schnell.

Nach etwa einer Stunde zog der Himmel wieder auf und das Fest konnte draußen weitergehen. Bei gutem Essen, angenehmen Temperaturen und vielen Gesprächen verging der Abend wie im Flug.

Besonders schön fand ich, was nach den offiziellen Programmpunkten auf der Bühne passierte. Diese wurde anschließend für Karaoke geöffnet und die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit mit beeindruckendem Selbstbewusstsein. Nach und nach wurde gesungen, getanzt und performt.

Spontan bin ich noch mit drei Freunden zu einer Afterparty gegangen. Einer von ihnen legte dort als DJ auf und da ich ihn bisher noch nie live erlebt hatte, sagte ich kurzerhand zu. Allerdings mit dem festen Vorsatz, nicht allzu lange zu bleiben.

Nach etwa zwei Stunden machten wir uns dann wie geplant wieder auf den Heimweg. Für mich war es genau die richtige Mischung: noch einmal etwas Neues erleben, meinen Freund als DJ sehen und einen schönen Abend verbringen, ohne völlig übermüdet nach Hause zu kommen. Die Atmosphäre hat mir auf jeden Fall gefallen und ich werde dort bestimmt noch einmal vorbeischauen, dann am liebsten gemeinsam mit Nico.

Rückblickend war meine erste Woche alleine in Peking zuerst definitiv ungewohnt. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass sich in den vergangenen Monaten viele eigene Routinen entwickelt haben. Chinesischunterricht, Sport, Treffen mit Freunden oder einfach ein Spaziergang durch die Nachbarschaft. Sodass die Woche dann schneller verging, als anfangs vermutet.

Natürlich habe ich mich trotzdem sehr gefreut, als Nico am Sonntagnachmittag wieder zurückkam und wir den Abend gemeinsam mit selbstgemachten Burgern verbringen konnten. Auch wenn die Woche schneller vorbei war als gedacht, war es schön, wieder gemeinsam am Tisch zu sitzen und sich von Angesicht zu Angesicht erzählen zu können, was in den letzten Tagen alles passiert war.

Für die nächsten Wochen wird es hier auf dem Blog übrigens etwas ruhiger. Durch unseren Heimaturlaub in Deutschland werde ich mir bis zum 13. Juli eine kleine Blogpause gönnen, um die Zeit mit Familie und Freunden bewusst zu genießen.

Danach geht es natürlich wieder weiter mit unseren Geschichten und Eindrücken aus China.

Eine ruhige Woche und doch voller Termine

Diese Woche war eine dieser Wochen, die man wahrscheinlich nicht auf einer Postkarte festhalten würde. Keine spektakulären Ausflüge, keine neuen Sehenswürdigkeiten und keine besonderen Highlights, über die man sofort erzählen möchte.

Und trotzdem habe ich in dieser Woche gemerkt, wie sehr sich unser Leben hier verändert hat.

Vor neun Monaten war jeder Tag in Peking ein kleines Abenteuer. Alles war neu, ungewohnt und manchmal auch überfordernd. Heute kenne ich die Verkäufer auf dem Markt, habe meine Lieblingscafés, fahre selbstverständlich mit dem Fahrrad quer durch die Stadt und ärgere mich über die gleichen Alltagsdinge wie zuhause. Vieles wirkt inzwischen vertraut und genau das hätte ich vor einem Jahr wahrscheinlich nicht erwartet.

Gleichzeitig befinde ich mich gerade in einer merkwürdigen Zwischenphase. Der Heimaturlaub rückt immer näher und ich freue mich unglaublich darauf, Familie und Freunde wiederzusehen. Nach neun Monaten gibt es vieles zu erzählen und noch mehr Menschen, die ich gerne in den Arm nehmen möchte.

Vielleicht hat mich diese Woche deshalb mehr zum Nachdenken gebracht als viele andere. Darüber, wie schnell man sich an ein Leben auf der anderen Seite der Welt gewöhnen kann. Darüber, wie wichtig Freundschaften und Routinen werden. Und darüber, dass gerade die ganz normalen Tage das schwierigste sein können.

Montag = Markttag

Der Montag begann für mich, nachdem ich den Blog veröffentlicht hatte, mal wieder mit einem Besuch auf dem Markt. Bereits um 10 Uhr zeigte das Thermometer knapp 30 Grad, als ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg machte. Der Markt liegt etwa eine halbe Stunde von uns entfernt, die Strecke lässt sich aber angenehm fahren, da es größtenteils einfach geradeaus geht.

Als ich zwischen den Kirschständen stand, musste ich daran denken, dass mir vor neun Monaten dieser Markt noch völlig fremd war. Heute erkennen mich die Händler teilweise wieder und ich weiß genau, an welchem Stand ich welches Obst kaufe. Solche Momente zeigen mir immer wieder, wie sehr Peking inzwischen zu einem Stück Alltag geworden ist.

Trotzdem gibt es jedes Mal etwas Neues zu entdecken. Ständig eröffnen neue Händler ihre Stände und bringen andere Spezialitäten mit. Gleichzeitig verändert sich das Angebot mit den Jahreszeiten. Die Erdbeerbauern, die noch vor wenigen Wochen überall vertreten waren, sind inzwischen fast ganz verschwunden.

An diesem Tag brauchte ich gar nicht besonders viel, trotzdem blieb ich an einigen Ständen stehen, probierte hier und da etwas und genoss die besondere Atmosphäre.

Mit meinen Einkäufen machte ich mich anschließend wieder auf den Heimweg.

📸 Kleines Ratespiel:
Was glaubt ihr, habe ich für meinen Einkauf auf dem Markt bezahlt? Die Auflösung gibt es am Ende dieses Abschnitts.

Der restliche Tag war deutlich weniger spektakulär, aber nicht weniger produktiv. Zuhause arbeitete ich weiter an unseren Fotobüchern. Da die Versandkosten recht hoch sind, wollte ich alle Bücher gleichzeitig bestellen. Insgesamt sind es mittlerweile fünf Fotobücher geworden, die unsere vergangenen Monate in Asien festhalten. Zwei davon mussten noch fertiggestellt werden, damit ich am nächsten Tag alles gemeinsam bestellen konnte.

Dabei habe ich mich immer wieder in den Bildern verloren. Es ist verrückt, wie viele Erinnerungen sich in nur wenigen Monaten ansammeln können. Viele Situationen fühlen sich an, als wären sie erst vor ein paar Wochen gewesen, obwohl inzwischen fast ein Jahr vergangen ist.

Danach bereitete ich noch einen Kartoffelsalat für das Abendessen vor, bevor am Nachmittag mein Chinesischunterricht stattfand. Am Abend ging es dann wie so oft noch gemeinsam ins Fitnessstudio, bevor wir den Tag zuhause ausklingen ließen.

Auflösung Ratespiel: 8,47€💰🍒🍑🍉

Mädelstage mit kleinen Besorgungen

Am Dienstag und Mittwoch standen vor allem viele kleine Erledigungen und gemeinsame Unternehmungen mit meiner Freundin auf dem Programm. Morgens kümmerte ich mich meist zuerst um meine To-dos, lernte Chinesisch, erledigte die Wäsche, bestellte die fertigen Fotobücher und arbeitete meine Aufgabenliste ab, bevor wir uns später trafen.

An einem der Tage starteten wir ganz entspannt mit einem Kaffee im Cabo Café, einem meiner absoluten Lieblingscafés in Peking. Dort gibt es den besten Affogato der Stadt (Espresso mit Vanilleeis). Bei den sommerlichen Temperaturen wäre das eigentlich die perfekte Wahl gewesen, ich blieb aber wie gewohnt bei meinem Flat White.

Kleine Sprachbeobachtung am Rande: Ein Flat White heißt auf Chinesisch tatsächlich übersetzt „weißer Kaffee“, während Cappuccino meist einfach als „Kapu“ ausgesprochen wird.

Anschließend fuhren wir gemeinsam mit dem Fahrrad zum Pearl Market. Dort wollte meine Freundin noch eine Tasche für ihre Mutter abholen, die sie bereits zuvor ausgesucht hatte. Der Pearl Market ist immer wieder ein Erlebnis. Manche Geschäfte wirken von außen fast geschlossen und man muss erst klingeln, klopfen oder die Händler anrufen, damit sie einen hereinlassen.

Nachdem wir unsere Besorgungen erledigt hatten, gingen wir noch gemeinsam etwas essen, bevor wir wieder nach Hause radelten. Dort aktualisierte ich an meinen Lebenslauf, ging zum Sport und bereitete später das Abendessen vor, bis Nico von der Arbeit nach Hause kam.

Am nächsten Tag stand erneut etwas Chinesischlernen auf dem Programm, außerdem begann ich damit, die ersten Notizen für diesen Wochenblog zu sammeln. Ehrlich gesagt fallen mir solche Wochen manchmal sogar schwerer zu schreiben als Reiseberichte oder Ausflüge. Bei Sehenswürdigkeiten kann man Fakten erzählen. Im Alltag geht es viel mehr um die kleinen Momente und die Gefühle dahinter.

Am Nachmittag traf ich mich dann mit zwei Freundinnen zu einem kleinen Abschiedstag. Da eine von ihnen Peking bald verlassen wird, hatte sie sich zum Abschied noch einmal einen gemeinsamen Mädelstag gewünscht. Ihre Wahl fiel auf etwas, das in China fast schon zum Alltag gehört: eine ausgiebige Massage.

Für 378 Yuan, also rund 48 Euro, bekamen wir 130 Minuten Entspannung mit Fußmassage, Ganzkörpermassage, Aromaöl und heißen Steinen. In Deutschland würde man für ein vergleichbares Angebot vermutlich deutlich mehr bezahlen.

Danach ging es noch zu einem anderen Markt, der größtenteils von russischsprachigen Händlern betrieben wird. Meine Freundin wollte dort noch ein paar Mitbringsel für ihre Familie besorgen und mir gleichzeitig eine Händlerin zeigen, die für ihre hochwertigen Seiden- und Kaschmirschals bekannt ist. Solche Kontakte sind in Peking Gold wert. Viele der besten Händler findet man nicht über das Internet, sondern nur durch Empfehlungen.

Genau solche Tipps machen für mich einen großen Teil des Lebens hier aus. So wird diese riesige Millionenstadt mit der Zeit immer kleiner und vertrauter. Was anfangs oft überwältigend wirkte, fühlt sich heute an vielen Stellen schon erstaunlich selbstverständlich an.

Als Nico am Abend von der arbeit kam, gingen wir erneut gemeinsam zum Sport, aßen anschließend zu Abend und ließen den Tag schließlich gemütlich auf der Couch ausklingen. Weil wir einfach Lust auf etwas Leichtes zum Abschalten hatten, starteten wir die neue Staffel „LOL“ auf Amazon Prime und verbrachten einen entspannten Abend zuhause.

Café zwischen Tempel und Parkidylle

Am Donnerstag stand noch eine kleine Mission für unser „Frühstückstreff“ an. Bevor ich nach Deutschland fliege, wollten wir noch eine neue Location Empfehlung testen, die für eines unserer nächsten Treffen In Frage kommen könnte.

Dabei gibt es immer einige Punkte zu prüfen: Ist das Café groß genug für unsere Gruppe? Öffnet es tatsächlich zur angegebenen Uhrzeit? Gibt es Frühstück oder nur Mittagessen? Und natürlich die wichtigste Frage: Schmeckt es überhaupt?

Vor Ort angekommen, war ich zunächst etwas verwirrt, weil ich das Café nicht direkt finden konnte. Stattdessen stand ich plötzlich vor einem kleinen Tempel. Natürlich nutzte ich die Gelegenheit und schaute mich kurz um. Der Tempel war zwar nicht besonders groß, wirkte aber unglaublich friedlich. Im Inneren stand eine Buddha-Statue, davor brannten Räucherstäbchen und zwei kunstvoll gestaltete Figuren bewachten den Eingang.

Direkt neben dem Tempel lag ein Park und genau dort versteckte sich auch das Café. Schon beim Betreten war ich begeistert. Überall waren Menschen unterwegs. Einige sangen, andere tanzten, spielten Karten oder saßen einfach zusammen und unterhielten sich. Es ist etwas, das mir in China immer wieder auffällt: Parks sind hier keine Orte, durch die man nur hindurchläuft. Sie sind echte Treffpunkte für Menschen jeden Alters.

Kurz darauf trafen auch die beiden anderen Mitorganisatorinnen ein. Es war vermutlich eines unserer letzten Treffen in dieser Konstellation, umso schöner war es, noch einmal gemeinsam unterwegs zu sein.

Das Café selbst überzeugte schnell. Es lag direkt an einem kleinen angelegten See, hatte sowohl einen gemütlichen Außenbereich als auch einen sehr schön gestalteten Innenraum und bot genau die entspannte Atmosphäre, die wir für unsere Frühstücksrunde suchen. Bei Kaffee, Frühstück und vielen Gesprächen testeten wir die Speisekarte und waren uns schnell einig: Diese Location wird es für das nächste Treffen.

Nach zwei schönen Stunden machten wir uns wieder auf den Heimweg. Die sechs Kilometer mit dem Leihfahrrad nach Hause kosteten mich gerade einmal 2 Yuan, also rund 26 Cent. Solche Preise sind einer der Gründe, warum ich hier fast alles mit dem Fahrrad erledige. Es ist günstig, flexibel und oft sogar schneller als mit dem Auto oder Taxi. Außerdem erlebt man die Stadt viel intensiver, als wenn man einfach nur von A nach B gefahren wird.

Am Abend war ich dann mit Nico verabredet. Eigentlich wollten wir uns gemeinsam mit einem Arbeitskollegen von ihm zum Essen treffen, doch dieser musste kurzfristig absagen. Also gingen wir spontan einfach zu zweit essen.

Die Wahl fiel auf ein türkisches Restaurant, nur etwa 1,8 Kilometer von unserer Wohnung entfernt. Das Essen war hervorragend und wir verbrachten einen entspannten Abend mit guten Gesprächen.

Ein ruhiger Ausklang

Am Freitag startete ich den Tag ganz entspannt mit einem Kaffee und meinen Chinesisch-Vokabeln im Innenhof unseres Apartmentkomplexes. Eigentlich nutze ich diesen Bereich viel zu selten, denn er ist wirklich schön angelegt. Von dort hat man sogar einen direkten Blick auf eines der bekanntesten modernen Bauwerke Pekings – das CCTV-Hauptquartier, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Form von vielen liebevoll einfach nur „die Unterhose“ genannt wird.

Zwischen schattigen Sitzplätzen, sonnigen Ecken, kleinen Grünflächen und einer Laufstrecke lässt es sich dort wunderbar aushalten. An diesem Morgen war es erstaunlich ruhig. Außer einem Mitarbeiter, der gerade die Blumen und Büsche bewässerte, war niemand unterwegs. So konnte ich die angenehme Ruhe genießen, Vokabeln lernen und anschließend auch meine Hausaufgaben für den Chinesischunterricht erledigen.

Wieder zurück in der Wohnung hängte ich die Wäsche auf, bereitete mir Frühstück zu und schon begann mein Chinesischunterricht. Aktuell habe ich zweimal pro Woche jeweils anderthalb Stunden Unterricht. Zusätzlich habe ich mir vorgenommen, die nächsten 70 Tage besonders intensiv zu lernen, um zu sehen, wie weit ich komme und ob ich mir vielleicht sogar die HSK-Prüfungen zutrauen würde.

Die größte Herausforderung beim Chinesischlernen sind für mich aktuell die Schriftzeichen. Ab HSK 3 werden diese vorausgesetzt und genau damit tue ich mich im Moment noch schwer. Trotzdem merke ich, wie gut mir das Lernen tut. Es gibt meinem Alltag Struktur und das Gefühl, auf etwas hinzuarbeiten.

Manchmal fehlt mir ein konkretes Ziel, auf das ich hinarbeiten kann, oder etwas Greifbares, an dem ich meinen Fortschritt messen kann. Umso wichtiger sind für mich inzwischen die kleinen Projekte geworden: das Chinesischlernen, die Fotobücher oder auch dieser Blog. Sie erinnern mich daran, dass diese Zeit nicht einfach nur vorbeigeht. Ich sammle Erfahrungen, lerne neue Dinge, entwickle mich weiter und schaffe Erinnerungen, die mich wahrscheinlich noch lange begleiten werden, auch wenn man das im Alltag nicht immer so deutlich sieht wie später auf den fertigen Seiten eines Fotobuchs.

Nach dem Unterricht ging es für mich noch zum Sport. Anschließend nutzte ich die letzten Erdbeeren der Saison, um eine Erdbeer-Biskuitrolle zu backen. Die Erdbeeren beziehen wir hier regelmäßig direkt über einen Bauern, bei dem viele Bewohner unseres Apartmentkomplexes gemeinsam bestellen.

Für das letzte Kilo der Saison zahlten wir gerade einmal 18 Yuan – umgerechnet etwa 2,20 Euro.

Das eigentliche Abenteuer begann allerdings beim Backen. Mein Handrührgerät hat vor einiger Zeit den Geist aufgegeben, weshalb ich die Eier für den Biskuit komplett von Hand aufschlagen musste. Dabei wurde mir schnell bewusst, wie viel Arbeit das früher gewesen sein muss.

Am Abend trafen wir uns nach der Arbeit noch mit einem Freund und gleichzeitig Nachbarn aus unserem Apartmentkomplex. Gemeinsam gingen wir in ein Restaurant direkt gegenüber unserer Wohnanlage, das man mittlerweile fast schon als eines unserer Stammlokale bezeichnen kann. Bei gutem Essen, netten Gesprächen und sommerlichen Temperaturen ließen wir den Tag ausklingen.

Am Samstag stand für uns zunächst der große Gesundheitscheck an. Nachdem wir in der vergangenen Woche bereits zur Voruntersuchung dort gewesen waren, folgte nun der eigentliche Termin mit Blutbild, EKG und verschiedenen weiteren Untersuchungen.

Anschließend gingen wir gemeinsam frühstücken und genossen einen entspannten Vormittag zu zweit. Danach musste Nico noch seinen Koffer packen, zum Friseur und die letzten Vorbereitungen für seine bevorstehende Dienstreise erledigen.

Am Abend aßen wir noch gemeinsam, bevor es für ihn schließlich zum Flughafen ging. Für Nico beginnt damit seine erste Reise zurück nach Deutschland seit unserem Umzug nach Peking.

Nachdem er losgefahren war, machte ich es mir mit einer Maracuja-Schorle in unserem Sessel am Fenster gemütlich. Ich hörte Musik, blickte über die Stadt und begann schließlich, ein kleines Video von unserer Party am Hochzeitstag zusammenzuschneiden. Da am Sonntag unser erster kirchlicher Hochzeitstag anstand, war das die perfekte Gelegenheit, noch einmal in die Erinnerungen dieses besonderen Tages einzutauchen.

Der Sonntag verlief anschließend sehr ruhig. Nachdem es am Samstag fast durchgehend geregnet hatte, zeigte sich nun wieder die Sonne. Mit einem Kaffee setzte ich mich erneut in den Innenhof, las ein wenig in meinem Buch und genoss die angenehme Morgenstimmung.

Später traf ich mich ein letztes Mal mit einer Freundin und ihrem Mann. Gemeinsam schauten wir durch ihre verbliebenen Lebensmittelvorräte und stießen noch einmal auf die vergangenen Monate an.

Gerade in den letzten Wochen habe ich gemerkt, wie viele Menschen Peking aktuell verlassen. Einerseits freue ich mich natürlich für jeden, der den nächsten Schritt geht. Andererseits wird einem dabei bewusst, wie vergänglich vieles hier ist. Freundschaften entstehen oft unglaublich schnell, weil alle in einer ähnlichen Situation stecken. Gleichzeitig weiß man aber oft schon von Anfang an, dass sich die Wege irgendwann wieder trennen werden.

Am Abend ging ich noch einmal gemeinsam mit ihnen essen, bevor wir uns verabschiedeten. Den Sonntag ließ ich anschließend zuhause an unserem ersten kirchlichen Hochzeitstag ganz ruhig im Schein unserer Traukerze ausklingen.

Diese Woche war deutlich ruhiger als viele der vergangenen. Keine großen Reisen, keine spektakulären Sehenswürdigkeiten und keine besonderen Events.

Die besonderen Highlights bleiben natürlich in Erinnerung, doch am Ende sind es oft die ganz normalen Tage, die zeigen, wie sich ein Ort wirklich anfühlt.

Und nächste Woche wartet dann direkt die nächste neue Erfahrung auf mich: Zum ersten Mal seit unserem Umzug werde ich eine ganze Woche alleine in Peking verbringen, während Nico beruflich in Stuttgart unterwegs ist.

Tage voller Abschiede und Vorfreude

Die letzten Tage standen bei uns schon ganz im Zeichen der Vorfreude auf den bevorstehenden Heimaturlaub in Deutschland. Nach inzwischen neun Monaten freuen wir uns riesig darauf, endlich wieder Familie und Freunde zu sehen. Gleichzeitig bringt so ein kurzer Heimatbesuch aber auch einiges an Organisation mit sich. Zwischen Packlisten, Mitbringseln, aussortierten Sachen und den letzten Fotobüchern gab es deshalb im Alltag einiges zu erledigen.

Parallel dazu waren die vergangenen Wochen aber auch geprägt von vielen Verabschiedungen, denn aktuell verlassen wieder zahlreiche Freunde und Bekannte Peking. Dazu kamen sommerliche Temperaturen um die 30 Grad, die das Leben in der Stadt momentan besonders angenehm machen.

Und genau zwischen all diesen Vorbereitungen, Abschieden und kleinen Alltagsmomenten war natürlich trotzdem wieder einiges los, von einem spontanen Tagesausflug nach Tianjin über lange Fahrradtouren durch Peking bis hin zu gemeinsamen Sommerabenden mit Freunden.

Tianjin

Am letzten Wochenende zog es uns mal wieder aus Peking heraus. Diesmal ging es nach Tianjin, eine Millionenstadt etwa 130 Kilometer südöstlich von Peking, die man mit dem Schnellzug in gerade einmal rund 30 Minuten erreicht. Gerade diese unkomplizierte Verbindung macht Tianjin zu einem beliebten Ziel für Tagesausflüge.

Die Stadt unterscheidet sich architektonisch deutlich von Peking. Der Grund dafür liegt in der Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts entstanden dort mehrere internationale Konzessionen unter anderem von Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Japan. Deshalb findet man bis heute ganze Straßenzüge mit europäischer Architektur, alten Villen und Gebäuden im westlichen Stil.

Schon nach der Ankunft machten wir uns direkt auf den Weg zu den berühmten „Fünf Großen Alleen“, auf Chinesisch Wudadao genannt. Das Viertel zählt zu den bekanntesten Gegenden Tianjins und besteht aus über 200 historischen Villen verschiedenster Baustile von britisch über französisch bis hin zu italienisch. Früher lebten dort Diplomaten, wohlhabende Händler und wichtige Persönlichkeiten Chinas. Beim Spaziergang fühlt man sich teilweise eher wie in Europa als mitten in China. Zwischen alten Fassaden, kleinen Cafés und den breiten, von Bäumen gesäumten Straßen herrschte eine richtig entspannte Atmosphäre.

Von dort aus ging es für uns mit den Leihfahrrädern weiter durch die Stadt. Ganz spontan hielten wir an einem Gebäude an, das uns sofort ins Auge stach. Der große rote Uhrturm mit den neugotischen Elementen wirkte fast wie eine kleine europäische Kirche mitten zwischen modernen Hochhäusern. Tatsächlich gehört das Gebäude zu einer künstlich angelegten europäischen Themenstraße im Stil britischer Architektur.

Wir setzten uns dort spontan in ein Café, tranken einen Kaffee und genossen einfach ein bisschen die Aussicht und das sommerliche Wetter. Genau solche ungeplanten Stopps machen Tagesausflüge oft besonders schön.

Danach ging es mit dem Fahrrad weiter zu unserem eigentlichen Ziel: dem berühmten Porzellanhaus, auch „China House“ genannt, sowie zur ehemaligen Residenz von Commander Zhang. Das Porzellanhaus gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tianjins. Die komplette Fassade wurde mit Millionen von Porzellanscherben, Vasen und Keramikelementen verziert und wirkt fast ein bisschen surreal. Allerdings war an diesem Tag dort extrem viel los. Die Straßen waren komplett überfüllt, überall drängten sich Touristengruppen und die Atmosphäre war dadurch leider ziemlich hektisch. Deshalb schauten wir uns die Gebäude nur kurz von außen an und beschlossen dann relativ schnell, lieber weiterzufahren.

Anschließend fuhren wir ins italienische Viertel von Tianjin. Auch dort merkt man noch deutlich den europäischen Einfluss vergangener Zeiten. Kleine Plätze, alte Fassaden und enge Straßen verleihen dem Viertel einen ganz eigenen Charme. Dort suchten wir außerdem den Paulaner Biergarten, in dem Nico bereits 2023 einmal gewesen war.

Danach spazierten wir noch entspannt entlang des Haihe-Flusses, der sich mitten durch Tianjin zieht. Dort herrschte eine richtig lebendige Stimmung. Menschen saßen am Wasser, Angler beobachteten geduldig ihre Ruten, einige schwammen sogar im Fluss und an manchen Stellen standen Sänger mit Lautsprechern und sorgten für Unterhaltung. Gerade solche Alltagsszenen machen chinesische Städte für mich oft besonders spannend, weil sich überall gleichzeitig ganz unterschiedliche Dinge abspielen.

Eigentlich wollten wir anschließend noch weiter durch die Stadt fahren. Als wir dann allerdings wieder zufällig am Bahnhof ankamen was wir direkt an dem große Kreisverkehr mit der riesigen mechanischen Uhrenskulptur erkannten, beschlossen wir spontan, doch schon zurück nach Peking zu fahren. Irgendwie hatten wir beide das Gefühl, den Tag lieber entspannt ausklingen zu lassen, anstatt noch krampfhaft weitere Sehenswürdigkeiten mitzunehmen.

Zurück in Peking ging es deshalb am Abend noch in den Biergarten beim Paulaner. Nach einem langen Sommertag mit viel Fahrradfahren, Sonne und Stadttrubel war das wirklich der perfekte Abschluss: deutsches Essen, ein kaltes Bier und gemütliche Biergarten-Atmosphäre mitten in Peking. Manchmal sind genau diese einfachen Abschlüsse am Ende die schönsten Momente eines Tages.

Mit dem Fahrrad durch Pekings Sommer

Seit die Temperaturen bei uns dauerhaft über 15 Grad liegen, fahre ich eigentlich fast alles nur noch mit dem Fahrrad. Man erlebt die Stadt dadurch nochmal viel intensiver und entdeckt oft schon auf dem Weg zum eigentlichen Ziel kleine Dinge, die man aus dem Auto oder Taxi wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen würde. Außerdem spart man sich den dichten Verkehr, in dem man in Peking sonst schnell viel Zeit verlieren kann.

Und obwohl wir mittlerweile meistens zwischen 26 und 36 Grad haben, fahre ich weiterhin fast überall mit dem Rad. Durch den Fahrtwind bleibt es oft überraschend angenehm und gerade an sonnigen Tagen macht es einfach Spaß, durch die Straßen Pekings zu fahren.

So ging es für uns auch zu einigen unserer letzten gemeinsamen Shopping-Ausflüge. Meine Freundin brauchte noch ein paar Dinge vor ihrer Ausreise zurück nach Deutschland und ich war ebenfalls auf der Suche nach kleinen Mitbringseln für unseren Heimaturlaub. Dabei verbrachten wir viel Zeit damit, einfach gemeinsam durch die Stadt zu fahren, kleine Läden zu entdecken und zwischendurch spontan irgendwo anzuhalten.

Doch fast noch schöner als das eigentliche Shoppen war am Ende oft der Weg dorthin. Gemeinsam Fahrrad zu fahren, unterwegs zu quatschen, über Kleinigkeiten zu lachen und einfach die sommerliche Atmosphäre der Stadt zu genießen, sind genau die Momente, die ich später wahrscheinlich besonders mit dieser Zeit in Peking verbinden werde.

Farewell-Partys

Diese Woche standen bei uns direkt mehrere Verabschiedungen an. Unsere gemeinsamen Freunde, bei deren Hochzeit wir vor einiger Zeit eingeladen waren, veranstalteten nochmal einen kleinen Umtrunk, bevor es für sie weitergeht. Leider überschnitten sich an diesem Abend gleich mehrere Termine, denn auch bei unserem „Breakfast Goes Out“ mussten wir wieder eine der Mitorganisatorinnen verabschieden. Deshalb teilten Nico und ich uns auf, er ging zu unseren Freunden und ich zur Abschiedsfeier auf der Rooftopbar des Lenbachs.

Dort verabschiedeten wir unsere Mitorganisatorin, aber vor allem auch Freundin, natürlich mit Blumen, einem kleinen Gutschein und ein paar persönlichen Worten. Gerade bei solchen Abenden merkt man immer wieder, wie schnell hier im Ausland Freundschaften entstehen. Viele Menschen sind nur für eine begrenzte Zeit in Peking und trotzdem fühlt es sich oft so an, als würde man sich schon viel länger kennen.

Am Freitagabend stand dann direkt die nächste Verabschiedung an. Gemeinsam gingen wir zur Farewell-Party eines Arbeitskollegen von Nico, die im Marriott stattfand. Dort wurde wirklich groß gefeiert. Eingeladen waren viele Freunde, Kollegen und Bekannte und es gab ein riesiges Buffet mit chinesischen sowie westlichen Speisen.

Besonders schön war, dass an dem Abend sogar die Gewinnerin von „The Voice of Russia“ für einige Stunden sang und für richtig gute Stimmung sorgte. Später am Abend griffen dann auch einige Gäste selbst zum Mikrofon, denn Karaoke ist hier unglaublich beliebt. Was mich dabei immer wieder überrascht: Viele Chinesen singen wirklich extrem gut und man rechnet im ersten Moment oft gar nicht damit. Dadurch entstand eine richtig lockere und ausgelassene Atmosphäre und der Abend wurde zu einem wirklich schönen Abschluss einer Woche voller Abschiede und gemeinsamer Erinnerungen.

Gemütliche Abende

Am Samstag gingen wir zunächst gemeinsam zum Sport, bevor wir uns später für ein Treffen mit Freunden fertig machten. Zu sechst gingen wir am Abend auf der Dachterrasse eines kleinen Lokals essen. Die Stimmung war wirklich schön entspannt und harmonisch, wir hatten tolle Gespräche, haben viel gelacht und einfach einen richtig gemütlichen Sommerabend zusammen verbracht.

Nach dem Essen schlenderten wir noch etwas durch das angrenzende Viertel. Dort gibt es viele kleine Cafés, Bars und Restaurants, alles schön angelegt und besonders am Abend mit den vielen Lichtern und den Menschen draußen eine richtig angenehme Atmosphäre. Man merkt in solchen Momenten immer wieder, wie lebendig Peking auch in vermeintlich kleinen Ecken ist.

Da wir alle in dieselbe Richtung wohnen, machten wir uns anschließend gemeinsam mit den Fahrrädern auf den Heimweg. Gerade abends macht das Fahrradfahren hier besonders Spaß, wenn die Temperaturen langsam angenehmer werden, die Straßen leerer werden und die Stadt trotzdem noch voller Leben ist.

Am nächsten Tag stand dann noch ein Arzttermin an. Wir wollten bereits einen kleinen medizinischen Check-up machen und bei mir außerdem einige zuvor auffällige Blutwerte (unter anderem Vitamin D) noch einmal kontrollieren lassen. Der große jährliche Gesundheitscheck folgt allerdings erst nächsten Dienstag mit EKG, großem Blutbild und verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen.

Den Abend ließen wir den Tag dann noch ganz entspannt beim Pizzaessen ausklingen, bevor am nächsten Morgen schon wieder die neue Arbeitswoche beginnt.