Regenzeit mit über 30 Grad

Wir sind genau zur Pekinger Regenzeit aus Deutschland zurückgekommen. Der Juli gehört zu den niederschlagsreichsten Monaten des Jahres. Das bedeutet allerdings nicht, dass es hier tagelang durchregnet. Viel häufiger wechseln sich strahlender Sonnenschein und kurze, teilweise kräftige Regenschauer ab.

Und selbst wenn es regnet, bleiben die Temperaturen sommerlich warm. Bei über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich das Wetter dadurch manchmal fast tropisch an.

Genau dieses typische Pekinger Sommerwetter begleitete uns auch durch die vergangenen zwei Wochen. Mal begann der Tag bei strahlendem Sonnenschein und endete mit einem kräftigen Regenschauer.

Dazwischen gab es aber trotzdem einiges zu erleben und auch der Alltag direkt wieder auf Hochtouren.

Ein Besuch im Pekinger Freibad

Gemeinsam mit einer Freundin nutzte ich einen sonnigen Tag, um endlich einmal etwas auszuprobieren, das ich mir hier in Peking ehrlich gesagt zunächst gar nicht so richtig vorstellen konnte: einen Besuch im Freibad.

Das Schwimmbad war deutlich größer, als ich erwartet hatte. Es gab allerdings nur ein einziges großes Becken mit verschiedenen Bereichen für Schwimmer, Nichtschwimmer und einen Kinderbereich.

Was mir allerdings sofort auffiel: Ein klassisches Freibad, wie wir es aus Deutschland kennen, ist es nicht. Eine große Liegewiese mit Handtüchern und Picknickdecken sucht man hier vergeblich. Stattdessen gibt es Klappstühle, betonierte Flächen und Tribünen, auf denen es sich die Besucher gemütlich machen.

Das liegt unter anderem auch daran, dass helle Haut in China nach wie vor einem verbreiteten Schönheitsideal entspricht. Viele Besucher suchten deshalb bewusst den Schatten auf oder trugen lange UV-Schutzkleidung.

Auch der Eintrittspreis war für uns zunächst überraschend. Während man sich in Deutschland schon gerne einmal über die Preise mancher Freibäder beschwert, kostete der Eintritt hier umgerechnet etwa zehn Euro pro Person. Das empfand ich ehrlich gesagt als ziemlich teuer. Vor allem, weil es sich dabei nicht um eine riesige Freizeitanlage mit mehren Becken handelte, wie man sie aus Deutschland kennt.

Alles in allem war es also weniger ein klassischer Freibadtag mit stundenlangem Liegen auf der Wiese, sondern vielmehr eine Mischung aus Schwimmen, Entspannen und einem ausgiebigen Update mit einer Freundin.

Ein regnerisches Wochenende

Am Freitagabend wollten Nico und ich ein italienisches Restaurant in Sanlitun ausprobieren, einem lebhaften Viertel Pekings mit vielen Restaurants, Bars und Nachtleben.
Trotz großer Nachfrage mussten wir nur fünf statt der angekündigten 20 Minuten warten und bekamen sogar einen Platz draußen. Die Pizza war zudem so gut, dass sie für uns jetzt auf Platz eins in Peking steht.


Danach gingen wir noch auf eine Dachterrasse, genossen den Blick über die Stadt und starteten entspannt ins Wochenende.

Weil es immer wieder regnete, blieben wir ansonsten viel zuhause, erledigten To-dos und planten unseren nächsten Trip mit Freunden sowie die Reise für die Golden Week im Oktober.


Samstagabend ging es für uns, noch zu Haidilao Hot Pot. Diese Kette ist bekannt für solides Essen, Roboter, die Speisen bringen und eine Nudel-Show am Tisch.

Für uns gehört Hot Pot inzwischen einfach zu den Dingen, die man in China erlebt haben sollte.

Kleine Erledigungen

In der folgenden Woche standen bei mir vor allem die Planung unserer nächsten Wochen und das Chinesischlernen auf dem Programm.

Nach der längeren Sommerpause hatte ich vor meiner ersten Chinesischstunde tatsächlich ein wenig Sorge, dass ich vieles wieder vergessen haben könnte. Umso positiver war ich überrascht, dass das Gegenteil der Fall war. Die Stunde lief besser als erwartet und hat mir wieder richtig Spaß gemacht.

Während ich langsam wieder in meine Routinen zurückfand, war Nico zudem weiterhin mit seinem chinesischen Führerschein beschäftigt. Für den Antrag fehlte unter anderem noch ein Sehtest. Da die entsprechende Stelle am Wochenende geschlossen hatte, kam Nico an einem Wochentag etwas früher von der Arbeit nach Hause und wir machten uns gemeinsam auf den Weg.

Schon beim Betreten des Ärztehauses wurde klar: Hier spricht niemand Englisch. Also hieß es: Gestik, Handzeichen und Übersetzer-App. Wir wurden von Zimmer zu Zimmer geschickt, erst zum Arzt, zurück zur Anmeldung, dann endlich zum Sehtest.

Der Sehtest selbst war dann überraschend vertraut. Aus einem Buch musste er eine Zahl erkennen für die Rost-Grün schwäche auszuschließen und anschließend an verschiedene Zeichen sagen, ob die Öffnung nach oben, unten, links oder rechts ist.

Nach vier Zeichen war der Test auch schon geschafft.

Die nächste Herausforderung wartete allerdings direkt danach: Nico musste mit seinem chinesischen Namen unterschreiben. Zum ersten Mal in seinem Leben musste er also chinesische Schriftzeichen schreiben.

Mit dem fertigen Dokument wollten wir dann eigentlich heim, doch das Wetter hatte andere Pläne. Aus strahlendem Sonnenschein wurde plötzlich starker Regen und natürlich hatten wir kein Schirm dabei.

Also Standen wir erstmal noch in dem Eingang, Nico erledigte nebenher noch ein paar Telefonate für die Arbeit und als es etwas nachließ, sind wir nach Hause gelaufen.

Chinesische Küche entdecken

Mittwochs war ich mit meiner Freundin zum Brunch verabredet. Sie wollte mir unbedingt eines ihrer Lieblingsrestaurants zeigen: das Buffet im JEN Hotel direkt gegenüber von unserem Gebäude.

Dieses bietet eine große Auswahl an verschiedenen Speisen. Es gibt ausschließlich typische Pekinger Speisen und einige besondere Stationen. Man kann sich zum Beispiel sogar seinen eigenen kleinen Hot Pot zusammenstellen.

Meine Freundin kommt gebürtig aus Peking und konnte mir deshalb viele der Gerichte erklären. Es war schön, gemeinsam durch das Buffet zu gehen und von ihr einige ihrer Lieblingsspeisen gezeigt zu bekommen.

Ein Wochenend-Roadtrip

Am Freitagnachmittag trafen wir uns gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen am Mercedes Benz Werk, um gemeinsam unseren Ausflug zu starten.

Unser Ziel: Qingdao.

Insgesamt waren es rund 650 Kilometer von Peking bis an die Küste und diese haben wir gemeinsam mit dem elektrischen EQS zurücklegen. Nach 4 1/2 Stunden machten wir unseren einzigen Ladestopp von etwa 20 Minuten. Während unser Auto geladen wurde, konnten wir uns die Beine vertreten und die Raststätte erkunden.

Diese sind gar nicht so anders als bei uns. Es gibt Restaurants, Toiletten, kleine Geschäfte und teilweise sogar Spielbereiche für Kinder. Nur das Essen unterscheidet sich natürlich deutlich. Statt belegter Brötchen oder Currywurst gibt es chinesische Gerichte. Außerdem findet man überall Stationen mit heißem Wasser, an denen man sich Tee oder Instantnudeln zubereiten kann.

Nach insgesamt etwa sieben Stunden Fahrt kamen wir kurz vor 23 Uhr in Qingdao an. Die Küstenstadt in der Provinz Shandong ist vor allem für ihre Strände und ihr Bier bekannt.

Gleichzeitig hat Qingdao eine besondere Verbindung zu Deutschland: Von 1898 bis 1914 stand die Stadt unter deutscher Kolonialherrschaft. Noch heute findet man dort zahlreiche deutsche Bauwerke und rote Ziegeldächer. Und zudem ist Qingdao auch die Heimat des berühmten Tsingtao-Biers.

Nach der langen Fahrt wollten wir den Abend noch nicht sofort beenden. Also setzten wir uns noch zusammen in dem Restaurant direkt am Hotel, bestellten uns einen Drink und stießen auf das bevorstehende Wochenende an. Danach ging es für uns aber auch schnell ins Bett, schließlich wartete am nächsten Morgen unser erstes richtiges Qingdao-Abenteuer auf uns.

Zwischen deutscher Geschichte und chinesischer Bierkultur

Am Samstag machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Taxi auf den Weg in die Altstadt rund um die Zhongshan Lu. Eigentlich wollten wir direkt das Tsingtao-Biermuseum besuchen. Als wir dort ankamen, mussten wir allerdings feststellen, dass für den Tag bereits fast alles ausgebucht war. Die einzige noch verfügbare Möglichkeit war eine Führung auf Englisch zu einem späteren Zeitpunkt.

Im Nachhinein war das aber eigentlich gar nicht schlecht. So hatten wir zunächst noch Zeit, die Altstadt zu erkunden.

Unser erster Stopp war die St.-Michael-Kathedrale. Die Kirche mit ihren beiden markanten Türmen gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken Qingdaos und wurde in den 1930er-Jahren von deutschen Missionaren errichtet. Sie liegt mitten in dem Teil der Stadt, der noch heute stark von der deutschen Geschichte Qingdaos geprägt ist.

Von dort aus schlenderten wir einfach ohne konkreten Plan durch die Straßen. Qingdao fühlt sich in vielen Teilen der Altstadt erstaunlich europäisch an. Die roten Ziegeldächer, historischen Gebäude und die teilweise fast mediterrane Atmosphäre unterscheiden sich deutlich von vielen anderen chinesischen Städten.

Der Grund dafür liegt in der besonderen Geschichte der Stadt. Qingdao stand von 1898 bis 1914 unter deutscher Kontrolle. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Japan die Stadt, bevor Qingdao 1945 wieder endgültig unter chinesische Kontrolle kam. Die deutsche Prägung ist heute aber noch deutlich im Stadtbild sichtbar und natürlich auch in der wohl bekanntesten Erfindung dieser Zeit: dem Qingdao-Bier.

Während wir weiter durch die Straßen schlenderten, holten wir uns noch einen Kaffee und kamen immer wieder an kleinen Ständen und Werbeflächen rund um das Qingdao-Bier vorbei. In der ganzen Stadt begegnet man dem Bier auf unterschiedliche Weise.

Eine Besonderheit Qingdaos ist ist das Bier in Plastiktüten. Das klingt zunächst etwas ungewöhnlich, ist dort aber eine richtige Tradition. Frisch gezapftes Bier wird in Tüten gefüllt und häufig mit einem Strohhalm getrunken. Früher war diese Variante vor allem praktisch und günstig und bis heute gehört sie für viele einfach zum typischen Qingdao-Erlebnis dazu.

Auch die Bierbörse ist besonders bekannt in der Stadt. Dabei handelt es sich um eine Art Selbstbedienungsstation, an der verschiedene Biersorten zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Die Preise schwanken je nach aktueller Nachfrage, ähnlich wie an einer Börse. Über einen QR-Code kann man sein Bier bezahlen, selbst zapfen und anschließend direkt genießen.

Brauerei Besuch

Nach einer kleinen Stärkung mit Jiaozi, also chinesische Dumplings, ging es dann zum eigentlichen Höhepunkt der Stadt: der Tsingtao-Brauerei.

Die Geschichte der Brauerei ist eng mit der deutschen Vergangenheit der Stadt verbunden. Sie wurde 1903 von deutschen und britischen Geschäftsleuten als „Germania-Brauerei Tsingtao Co., Ltd.“ gegründet . Die deutschen Brauer brachten dabei nicht nur ihr Wissen, sondern auch die entsprechende Technik nach Qingdao, darunter vier kupferne Sudkessel und einen Siemens-Elektromotor, der tatsächlich bis 1995 im Einsatz war.

So entstand eine Brauerei, die deutsche Brautradition mit chinesischen Zutaten und lokalen Gegebenheiten verband.

Während der Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte der Brauerei, konnten verschiedene Produktionsbereiche sehen und bekamen erklärt, wie sich das Bier im Laufe der Zeit entwickelt hat. Besonders interessant fand ich auch die Ausstellung mit alten Flaschen und Krügen im Qingdao Beer Museum, das auf dem alten Brauereigelände eingerichtet ist Dadurch wurde sichtbar, wie sich das Design der Marke über die Jahrzehnte verändert hat.

Zusätzlich wurde uns die Herstellung des Bieres genauer erklärt. Wir erfuhren, welche Zutaten verwendet werden und welche Rolle Wasser, Malz und Hopfen bei der Produktion spielen. In der Ausstellung waren außerdem einige der ursprünglichen deutschen Maschinen zu sehen, die in der Anfangszeit der Brauerei nach Qingdao gebracht wurden.

Die Tsingtao-Brauerei gehört heute zu den bekanntesten Biermarken Chinas und wurde im Laufe ihrer Geschichte mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 2025 wurde sie sogar als stärkste Biermarke der Welt ausgezeichnet . Mit einem Markenwert von 3,6 Milliarden US-Dollar und einem Bierausstoß von 7,65 Millionen Hektolitern ist sie zudem einer der größten Bierproduzenten der Welt.

Auch bei großen internationalen Veranstaltungen ist die Marke präsent. So war Tsingtao unter anderem offizieller Sponsor der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking sowie der Olympischen Winterspiele 2022 – als weltweit einziger „Double-Olympic“-Biersponsor“ . Dadurch ist die Marke längst nicht mehr nur mit China verwurzelt, sondern weltweit bekannt, in über 120 Ländern .

Natürlich durfte auch eine Verkostung nicht fehlen. Dazu gab es kostenlos kleine Gläser des traditionellen Biers und Bier-Erdnüsse.

Wir wollten allerdings unbedingt nach der Führung auch noch etwas Besonderes probieren: das sogenannte Original Beer.

Dabei handelt es sich um besonders frisches, unpasteurisiertes Bier, das direkt aus der Brauerei kommt und deshalb nur sehr kurz haltbar ist. Es wird frisch gezapft und direkt vor Ort verkauft.

Wir kauften uns zwei der berühmten Bierbeutel. Eine Tüte tranken wir direkt aus unseren Gläsern, die andere nahmen wir für den Abend mit. Die Tüten waren dabei sogar eine Art Premium-Version der klassischen Plastiktüte und eine große Tüte mit ungefähr zwei Litern kostete dabei gerade einmal umgerechnet etwa acht Euro.

Geschmacklich ist das Tsingtao Bier wesentlich leichter und weniger bitter als viele traditionelle deutsche Biere. Ursprünglich wurde es nach deutschem Vorbild gebraut, dieses war aber für viele Chinesen zunächst zu bitter und wurde als Pferdeurin verpönt. Deshalb wurde der Geschmack im Laufe der Zeit an die chinesischen Vorlieben angepasst und das Bier wird nun deutlich milder gebraut.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel machten wir uns am Abend wieder auf den Weg zum Essen. Da Qingdao eine Hafenstadt ist, gehört Seafood natürlich zu den Spezialitäten der Region.

Wir bestellten eine große Seafood-Platte für uns vier. Für umgerechnet etwa 20 Euro bekamen wir eine beeindruckende Auswahl an verschiedenen Meeresfrüchten: Muscheln, Garnelen, Krabben, Hummer und sogar einen Seestern. Dazu gab es Pommes, Reis, Lotuswurzel, Blumenkohl und eingelegten Sellerie.

Und dann war es endlich Zeit für den eigentlichen Grund, warum wir dieses Wochenende hierher gekommen waren.

Ein chinesisches Beer Fest?

Das Qingdao Beer Festival gilt als eines der größten Bierfestivals der Welt und wird als das größte Bierfest Asiens bezeichnet. 2026 fand bereits die 36. Ausgabe statt. Das Festival erstreckt sich über mehrere Veranstaltungsorte und verbindet Biergärten, Konzerte, Fahrgeschäfte, Shows und internationale Marken miteinander. Der Hauptstandort allein bot 2026 mehr als 2.300 verschiedene Biere und über 2.000 Veranstaltungen. 

Als wir das Gelände betraten, waren wir zunächst völlig überwältigt. Es war riesig und deutlich größer, als wir erwartet hatten. Überall gab es verschiedene Bierzelte, Essensstände, Fahrgeschäfte und Bühnen. Zudem fiel uns immer wieder ein ganz besonderes Gebäude ins Auge: das außergewöhnliche Theatergebäude direkt am Strand. Mit seiner markanten, geschwungenen Form ragte es zwischen den verschiedenen Bereichen des Festivalgeländes hervor. Zu der lebhaften Atmosphäre tragen außerdem jedes Jahr große Shows, Feuerwerke und weitere Veranstaltungen bei.

Unser erster Stopp war das deutsche Warsteiner-Zelt, da wir hofften, dort etwas Discofox tanzen zu können. Die Stimmung war allerdings ganz anders als erwartet und deutsche Tanzmusik lief ebenfalls nicht.

Also probierten wir stattdessen das große Tsingtao-Bierzelt aus. Dort war die Stimmung deutlich ausgelassener. Allerdings wurde auch hier nur wenig getanzt. Stattdessen gab es eine moderierte Show mit verschiedenen Wettbewerben und Spielen: Wer trinkt am schnellsten? Welcher Tisch ist am lautesten? Und wer kann für die beste Stimmung sorgen?

Auch das dritte Zelt, das wir uns anschauten, vermittelte wieder eine ganz andere Atmosphäre, eher wie bei einer Hochzeit oder einem großen Geschäftsessen. Besonders interessant fanden wir dort eine Band, die auf den ersten Blick aus Robotern zu bestehen schien. Zumindest dachten wir das zunächst. Bei genauerem Hinsehen stellten wir jedoch fest, dass es sich lediglich um Attrappen handelte.

So hatte jedes Zelt seinen ganz eigenen Charme. Fairerweise müssen wir allerdings sagen, dass wir auch gar nicht richtig in die jeweilige Atmosphäre eintauchen konnten. Die meisten Tische waren bereits besetzt und ohne Bändchen hätten wir uns auch keinen eigenen Tisch nehmen können. Für die wenigen Stunden, die wir noch auf dem Festival verbringen wollten, hätte sich das für uns jedoch nicht mehr wirklich gelohnt.

Tsingtao Zelt
Warsteiner Zelt

Zwischendurch sahen wir Fahrgeschäfte, eine europäische Blaskapelle, verschiedene Shows und sogar eine gemeinsame Gesangseinlage, bei der plötzlich alle zusammen ein Lied sangen. Auch die Biergöttin bekamen wir zu Gesicht. Wir fanden es besonders interessant, dass es sich dabei um eine weibliche Figur handelt und nicht wie man bei einem Bierfestival vielleicht zunächst erwarten würde, um einen männlichen Gott.

Natürlich durfte auch das berühmte Foto vor dem Tor mit den beiden anstoßenden Bierkrügen nicht fehlen. Pünktlich dazu gab es auch das große Feuerwerk, das jeden Abend gleich zweimal stattfindet und das Festivalgelände für einen Moment noch einmal in ein ganz besonderes Licht tauchte.

Einmal mussten wir natürlich auch noch das Bier direkt an einer Bier-Tankstelle ausprobieren und zapften uns unser Bier selbst. Anfangs war das gar nicht so einfach, doch sobald man den Dreh heraus hatte, klappte es auch mit der angemessenen Menge an Schaum.

Es waren diese kleinen, teilweise unerwarteten Momente, die uns immer wieder zum Schmunzeln brachten und die besondere Atmosphäre des Qingdao Beer Festivals ausmachten. Hier ging es nicht nur um das Bier selbst, sondern um die gesamte bunte, laute und manchmal auch etwas skurrile Mischung aus Musik, Shows und den vielen kleinen Überraschungen am Wegesrand, wie zum Beispiel einem Verkäufer an einem Stand, der voller Begeisterung tanzte, während er seine Waren anpries.

Zum Abschluss ließen wir den Abend jedoch nicht in einem der großen Bierzelte ausklingen, sondern gingen noch an die Uferpromenade. Das Festivalgelände liegt direkt am Meer und deshalb setzten wir uns dort zum Abschluss noch auf die Campingstühle. Hinter uns lag das bunte und laute Festivalgelände, während wir vor uns das Meer hatten. Ein schöner Kontrast zu den vielen Eindrücken des Tages.

Anschließend liefen wir noch etwa 25 Minuten zurück zu unserem Hotel. Ein langer, ereignisreicher Tag, an dem wir unglaublich viel gesehen und erlebt hatten und definitiv eine Erinnerung, die uns noch lange bleiben wird.

Ein ruhiger Sonntag am Meer

Am Sonntag ließen wir es deutlich ruhiger angehen. Nach dem Frühstück mussten wir eigentlich nur die Straße überqueren und standen bereits am Strand.

Dort wollten wir uns vier Liegen mieten. Der erste Preis lag bei 500 Yuan, also umgerechnet etwa 63 Euro. Da wir allerdings wussten, dass wir nur wenige Stunden bleiben konnten, begannen wir zu verhandeln. Am Ende konnten wir den Preis auf 200 Yuan, also etwa 25 Euro, reduzieren.

Obwohl der Himmel an diesem Tag eher bewölkt und dunstig war, war es am Strand sehr warm. Das Meer war deshalb eine willkommene Abkühlung. Der Einstieg war zwar zunächst etwas algenreich, aber sobald man einmal im Wasser war, war es sehr angenehm.

Nach ungefähr drei Stunden machten wir uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel, duschten und packten unsere Sachen. Danach ging es mit dem Auto wieder zurück nach Peking.

Auch auf der Rückfahrt blieben wir von Staus verschont. Nach einem kurzen Ladestopp von etwa 15 Minuten kamen wir nach rund sieben Stunden wieder in Peking an.

Damit ging unser Wochenende in Qingdao zu Ende. Wir hatten deutsche Geschichte, chinesische Bierkultur, frisches Seafood, ein riesiges Bierfestival und einen Tag am Meer miteinander verbunden. Und genau diese Mischung war für uns der Grund, warum sich die lange Fahrt von Peking nach Qingdao absolut gelohnt hatte.

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