Fundstück Juli 2026

„Lieber Helm-Frisur statt Schädel-Fraktur

Wahrscheinlich eines der bekanntesten Sprichwörter unter Reitern und mittlerweile auch unter vielen anderen Sportlern. Denn egal ob beim Reiten, Fahrradfahren, Skifahren oder Motorradfahren: Ein Helm kann im entscheidenden Moment einen großen Unterschied machen.

Seit dem 1. Mai 2026 gilt in Peking eine neue Regelung, die das Thema Helm auch im alltäglichen Straßenverkehr deutlich sichtbarer macht. Wer mit einem elektrischen Fahrrad/ elektrischen Roller unterwegs ist, muss seitdem einen geeigneten und zertifizierten Schutzhelm tragen. Das gilt nicht nur für den Fahrer, sondern auch für einen Mitfahrer. Für normale Fahrräder gilt diese neue gesetzliche Helmpflicht dagegen nicht.

Als wir nach unserem Sommerurlaub wieder zurück in Peking waren, fiel uns sofort auf, dass sich im Straßenbild etwas verändert hatte. Besonders faszinierend finde ich dabei, wie unterschiedlich die Menschen mit der neuen Regelung umgehen.

Deshalb dachte ich: Das ist doch ein perfektes Fundstück des Monats.

Helm-Situation Oktober 2025

Seit der neuen Regelung begegnen uns zwar tatsächlich mehr Menschen mit Kopfschutz. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: „Helm tragen“ bedeutet offenbar nicht automatisch, dass dieser auch so genutzt wird, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hat.

Man sieht zum Beispiel Menschen, die den Helm zwar auf dem Kopf haben, ihn aber nicht richtig befestigt haben. Der Kinnriemen hängt locker unter dem Kinn oder ist überhaupt nicht geschlossen. Damit ist der Helm zwar theoretisch vorhanden, würde im Falle eines Sturzes aber wahrscheinlich schneller vom Kopf fliegen als der Fahrer selbst.

Und auch bei der Größe scheint manchmal das Motto zu gelten: Hauptsache, er ist irgendwie auf dem Kopf. Manche Helme sind deutlich zu groß und wackeln bei jeder Bewegung fröhlich hin und her. Andere wirken eher eine Nummer zu klein und sitzen so eng, dass man sich fragt, ob der Helm oder der Kopf eigentlich angepasst werden musste. Dazu kommen schief sitzende Helme, die irgendwo zwischen Stirn und Hinterkopf ihren persönlichen Lieblingsplatz gefunden haben.

Und dann gibt es natürlich noch die Frage: Ist Helm wirklich gleich Helm?

Wenn man durch Peking läuft, sieht man die unterschiedlichsten Modelle. Manche Menschen tragen klassische Fahrradhelme, andere eher geschlossene Helme, wie man sie auch vom Motorrad kennt. Wieder andere Modelle erinnern eher an Bauhelme oder sehen aus wie einfache Kunststoffschalen. Für den Laien ist deshalb gar nicht immer leicht zu erkennen, ob es sich tatsächlich um einen geeigneten Schutzhelm handelt.

Die neue Regelung schreibt vor, dass die Helme den entsprechenden nationalen Standards entsprechen und zertifiziert sein müssen. Ein beliebiger Fahrradhelm oder eine einfache Kopfbedeckung reicht also natürlich nicht aus.

Das Überraschendste bleibt aber, dass trotz der neuen Regelung noch immer einige Menschen ganz ohne Helm unterwegs sind. Besonders häufig sieht man Situationen, in denen zwar der Fahrer einen Helm trägt, die Beifahrerin, ob Partnerin, Freundin oder Tochter, jedoch ohne Kopfschutz mitfährt. Manchmal entsteht dabei fast der Eindruck, dass der Helm weniger der Sicherheit dient, sondern eher dazu, mögliche Strafen zu vermeiden.

Denn der Helm ist erstaunlich oft zumindest in der Nähe: Manche Fahrer hängen ihn bequem an den Lenker, andere befestigen ihn an einem Haken am Roller. Wieder andere platzieren ihn einfach vor sich auf dem Sitz, quasi als Beifahrer ohne Führerschein. Der Helm fährt also mit und ist theoretisch jederzeit griffbereit. Nur befindet er sich während der Fahrt nicht unbedingt dort, wo er im Falle eines Sturzes den größten Nutzen hätte: auf dem Kopf.

Besonders amüsant wird es, wenn eine Polizeikontrolle auftaucht. Dann verwandelt sich der lässig am Roller baumelnde Helm innerhalb weniger Sekunden in einen ordnungsgemäß getragenen Kopfschutz. Eine beeindruckende Reaktionsgeschwindigkeit und fast schon ein kleines Schauspiel für die Zuschauer am Straßenrand.

Positiv ist das die meisten Lieferfahrer vorallem von großen Unternehmen jetzt durchweg Helme tragen. Auch im allgemeinen fällt auf das mehr Leute nun geschützt fahren.

Während man früher deutlich häufiger Menschen ohne Helm gesehen hat, begegnen uns inzwischen immer mehr Fahrer mit Kopfschutz. Natürlich gibt es weiterhin Menschen, die keinen Helm tragen oder ihn nicht korrekt befestigen. Aber insgesamt scheint sich das Straßenbild langsam zu verändern.

Die Polizei kontrolliert nun die Einhaltung der neuen Vorschriften stärker. Wer ohne vorgeschriebenen Helm mit einem elektrischen Fahrrad unterwegs ist, muss mit einer Verwarnung oder einer Geldstrafe von 10 bis 50 Yuan rechnen.

Helm-Situation Juli 2026

Der Helm ist aber auch einfach ein beliebtes Accessoire geworden, denn viele Menschen machen ihren Helm inzwischen zu etwas ganz Persönlichem. Statt eines einfachen schwarzen Schutzhelms sieht man immer häufiger bunte Modelle, kleine Figuren, Ohren, Schleifen oder andere Verzierungen. In China, wo Individualisierung und niedliche Designs im Alltag eine große Rolle spielen, wird selbst aus einem eigentlich praktischen Gegenstand schnell ein kleines Statement.

Doch nicht nur optisch wird der Helm immer individueller. Immer häufiger sieht man auch Helme mit kleinen Kameras, ähnlich wie eine Dashcam am Auto. Diese zeichnen während der Fahrt den Verkehr auf und sollen im Falle eines Unfalls helfen, den Hergang besser nachvollziehen zu können. Gerade im dichten Pekinger Straßenverkehr, wo Fahrräder, E-Bikes, Roller und Autos oft sehr nah aneinander unterwegs sind, können solche Aufnahmen wertvolle Hinweise liefern. Videoaufnahmen können bei der Klärung von Verkehrsunfällen als Beweismittel herangezogen werden, wenn sie zur Aufklärung des Unfallhergangs beitragen. 

Vielleicht liegt genau darin eine Chance: Je mehr Menschen überhaupt einen Helm tragen, desto normaler wird der Anblick im Straßenbild. Und wenn ein Helm nicht mehr nur als lästige Pflicht gesehen wird, sondern auch als etwas, das den eigenen Stil widerspiegeln kann oder sogar zusätzliche Sicherheit bietet, steigt vielleicht für den ein oder anderen die Motivation, tatsächlich einen zu tragen.

Denn am Ende schützt auch der schönste, kreativste oder technisch ausgestattetste Helm nur dann, wenn er dort sitzt, wo er hingehört: auf dem Kopf.

Ob sich dadurch langfristig wirklich alle Menschen an die Helmpflicht halten werden, wird sich natürlich noch zeigen. Aber die Regelung soll vor allem dazu beitragen, ein neues Sicherheitsbewusstsein zu schaffen und bereits jetzt ist der Unterschied im Stadtbild bemerkbar. Besonders wenn man nach einigen Wochen aus dem Urlaub zurückkommt, fallen solche Veränderungen wahrscheinlich noch stärker auf.

Regenzeit mit über 30 Grad

Wir sind genau zur Pekinger Regenzeit aus Deutschland zurückgekommen. Der Juli gehört zu den niederschlagsreichsten Monaten des Jahres. Das bedeutet allerdings nicht, dass es hier tagelang durchregnet. Viel häufiger wechseln sich strahlender Sonnenschein und kurze, teilweise kräftige Regenschauer ab.

Und selbst wenn es regnet, bleiben die Temperaturen sommerlich warm. Bei über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich das Wetter dadurch manchmal fast tropisch an.

Genau dieses typische Pekinger Sommerwetter begleitete uns auch durch die vergangenen zwei Wochen. Mal begann der Tag bei strahlendem Sonnenschein und endete mit einem kräftigen Regenschauer.

Dazwischen gab es aber trotzdem einiges zu erleben und auch der Alltag direkt wieder auf Hochtouren.

Ein Besuch im Pekinger Freibad

Gemeinsam mit einer Freundin nutzte ich einen sonnigen Tag, um endlich einmal etwas auszuprobieren, das ich mir hier in Peking ehrlich gesagt zunächst gar nicht so richtig vorstellen konnte: einen Besuch im Freibad.

Das Schwimmbad war deutlich größer, als ich erwartet hatte. Es gab allerdings nur ein einziges großes Becken mit verschiedenen Bereichen für Schwimmer, Nichtschwimmer und einen Kinderbereich.

Was mir allerdings sofort auffiel: Ein klassisches Freibad, wie wir es aus Deutschland kennen, ist es nicht. Eine große Liegewiese mit Handtüchern und Picknickdecken sucht man hier vergeblich. Stattdessen gibt es Klappstühle, betonierte Flächen und Tribünen, auf denen es sich die Besucher gemütlich machen.

Das liegt unter anderem auch daran, dass helle Haut in China nach wie vor einem verbreiteten Schönheitsideal entspricht. Viele Besucher suchten deshalb bewusst den Schatten auf oder trugen lange UV-Schutzkleidung.

Auch der Eintrittspreis war für uns zunächst überraschend. Während man sich in Deutschland schon gerne einmal über die Preise mancher Freibäder beschwert, kostete der Eintritt hier umgerechnet etwa zehn Euro pro Person. Das empfand ich ehrlich gesagt als ziemlich teuer. Vor allem, weil es sich dabei nicht um eine riesige Freizeitanlage mit mehren Becken handelte, wie man sie aus Deutschland kennt.

Alles in allem war es also weniger ein klassischer Freibadtag mit stundenlangem Liegen auf der Wiese, sondern vielmehr eine Mischung aus Schwimmen, Entspannen und einem ausgiebigen Update mit einer Freundin.

Ein regnerisches Wochenende

Am Freitagabend wollten Nico und ich ein italienisches Restaurant in Sanlitun ausprobieren, einem lebhaften Viertel Pekings mit vielen Restaurants, Bars und Nachtleben.
Trotz großer Nachfrage mussten wir nur fünf statt der angekündigten 20 Minuten warten und bekamen sogar einen Platz draußen. Die Pizza war zudem so gut, dass sie für uns jetzt auf Platz eins in Peking steht.


Danach gingen wir noch auf eine Dachterrasse, genossen den Blick über die Stadt und starteten entspannt ins Wochenende.

Weil es immer wieder regnete, blieben wir ansonsten viel zuhause, erledigten To-dos und planten unseren nächsten Trip mit Freunden sowie die Reise für die Golden Week im Oktober.


Samstagabend ging es für uns, noch zu Haidilao Hot Pot. Diese Kette ist bekannt für solides Essen, Roboter, die Speisen bringen und eine Nudel-Show am Tisch.

Für uns gehört Hot Pot inzwischen einfach zu den Dingen, die man in China erlebt haben sollte.

Kleine Erledigungen

In der folgenden Woche standen bei mir vor allem die Planung unserer nächsten Wochen und das Chinesischlernen auf dem Programm.

Nach der längeren Sommerpause hatte ich vor meiner ersten Chinesischstunde tatsächlich ein wenig Sorge, dass ich vieles wieder vergessen haben könnte. Umso positiver war ich überrascht, dass das Gegenteil der Fall war. Die Stunde lief besser als erwartet und hat mir wieder richtig Spaß gemacht.

Während ich langsam wieder in meine Routinen zurückfand, war Nico zudem weiterhin mit seinem chinesischen Führerschein beschäftigt. Für den Antrag fehlte unter anderem noch ein Sehtest. Da die entsprechende Stelle am Wochenende geschlossen hatte, kam Nico an einem Wochentag etwas früher von der Arbeit nach Hause und wir machten uns gemeinsam auf den Weg.

Schon beim Betreten des Ärztehauses wurde klar: Hier spricht niemand Englisch. Also hieß es: Gestik, Handzeichen und Übersetzer-App. Wir wurden von Zimmer zu Zimmer geschickt, erst zum Arzt, zurück zur Anmeldung, dann endlich zum Sehtest.

Der Sehtest selbst war dann überraschend vertraut. Aus einem Buch musste er eine Zahl erkennen für die Rost-Grün schwäche auszuschließen und anschließend an verschiedene Zeichen sagen, ob die Öffnung nach oben, unten, links oder rechts ist.

Nach vier Zeichen war der Test auch schon geschafft.

Die nächste Herausforderung wartete allerdings direkt danach: Nico musste mit seinem chinesischen Namen unterschreiben. Zum ersten Mal in seinem Leben musste er also chinesische Schriftzeichen schreiben.

Mit dem fertigen Dokument wollten wir dann eigentlich heim, doch das Wetter hatte andere Pläne. Aus strahlendem Sonnenschein wurde plötzlich starker Regen und natürlich hatten wir kein Schirm dabei.

Also Standen wir erstmal noch in dem Eingang, Nico erledigte nebenher noch ein paar Telefonate für die Arbeit und als es etwas nachließ, sind wir nach Hause gelaufen.

Chinesische Küche entdecken

Mittwochs war ich mit meiner Freundin zum Brunch verabredet. Sie wollte mir unbedingt eines ihrer Lieblingsrestaurants zeigen: das Buffet im JEN Hotel direkt gegenüber von unserem Gebäude.

Dieses bietet eine große Auswahl an verschiedenen Speisen. Es gibt ausschließlich typische Pekinger Speisen und einige besondere Stationen. Man kann sich zum Beispiel sogar seinen eigenen kleinen Hot Pot zusammenstellen.

Meine Freundin kommt gebürtig aus Peking und konnte mir deshalb viele der Gerichte erklären. Es war schön, gemeinsam durch das Buffet zu gehen und von ihr einige ihrer Lieblingsspeisen gezeigt zu bekommen.

Ein Wochenend-Roadtrip

Am Freitagnachmittag trafen wir uns gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen am Mercedes Benz Werk, um gemeinsam unseren Ausflug zu starten.

Unser Ziel: Qingdao.

Insgesamt waren es rund 650 Kilometer von Peking bis an die Küste und diese haben wir gemeinsam mit dem elektrischen EQS zurücklegen. Nach 4 1/2 Stunden machten wir unseren einzigen Ladestopp von etwa 20 Minuten. Während unser Auto geladen wurde, konnten wir uns die Beine vertreten und die Raststätte erkunden.

Diese sind gar nicht so anders als bei uns. Es gibt Restaurants, Toiletten, kleine Geschäfte und teilweise sogar Spielbereiche für Kinder. Nur das Essen unterscheidet sich natürlich deutlich. Statt belegter Brötchen oder Currywurst gibt es chinesische Gerichte. Außerdem findet man überall Stationen mit heißem Wasser, an denen man sich Tee oder Instantnudeln zubereiten kann.

Nach insgesamt etwa sieben Stunden Fahrt kamen wir kurz vor 23 Uhr in Qingdao an. Die Küstenstadt in der Provinz Shandong ist vor allem für ihre Strände und ihr Bier bekannt.

Gleichzeitig hat Qingdao eine besondere Verbindung zu Deutschland: Von 1898 bis 1914 stand die Stadt unter deutscher Kolonialherrschaft. Noch heute findet man dort zahlreiche deutsche Bauwerke und rote Ziegeldächer. Und zudem ist Qingdao auch die Heimat des berühmten Tsingtao-Biers.

Nach der langen Fahrt wollten wir den Abend noch nicht sofort beenden. Also setzten wir uns noch zusammen in dem Restaurant direkt am Hotel, bestellten uns einen Drink und stießen auf das bevorstehende Wochenende an. Danach ging es für uns aber auch schnell ins Bett, schließlich wartete am nächsten Morgen unser erstes richtiges Qingdao-Abenteuer auf uns.

Zwischen deutscher Geschichte und chinesischer Bierkultur

Am Samstag machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Taxi auf den Weg in die Altstadt rund um die Zhongshan Lu. Eigentlich wollten wir direkt das Tsingtao-Biermuseum besuchen. Als wir dort ankamen, mussten wir allerdings feststellen, dass für den Tag bereits fast alles ausgebucht war. Die einzige noch verfügbare Möglichkeit war eine Führung auf Englisch zu einem späteren Zeitpunkt.

Im Nachhinein war das aber eigentlich gar nicht schlecht. So hatten wir zunächst noch Zeit, die Altstadt zu erkunden.

Unser erster Stopp war die St.-Michael-Kathedrale. Die Kirche mit ihren beiden markanten Türmen gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken Qingdaos und wurde in den 1930er-Jahren von deutschen Missionaren errichtet. Sie liegt mitten in dem Teil der Stadt, der noch heute stark von der deutschen Geschichte Qingdaos geprägt ist.

Von dort aus schlenderten wir einfach ohne konkreten Plan durch die Straßen. Qingdao fühlt sich in vielen Teilen der Altstadt erstaunlich europäisch an. Die roten Ziegeldächer, historischen Gebäude und die teilweise fast mediterrane Atmosphäre unterscheiden sich deutlich von vielen anderen chinesischen Städten.

Der Grund dafür liegt in der besonderen Geschichte der Stadt. Qingdao stand von 1898 bis 1914 unter deutscher Kontrolle. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Japan die Stadt, bevor Qingdao 1945 wieder endgültig unter chinesische Kontrolle kam. Die deutsche Prägung ist heute aber noch deutlich im Stadtbild sichtbar und natürlich auch in der wohl bekanntesten Erfindung dieser Zeit: dem Qingdao-Bier.

Während wir weiter durch die Straßen schlenderten, holten wir uns noch einen Kaffee und kamen immer wieder an kleinen Ständen und Werbeflächen rund um das Qingdao-Bier vorbei. In der ganzen Stadt begegnet man dem Bier auf unterschiedliche Weise.

Eine Besonderheit Qingdaos ist ist das Bier in Plastiktüten. Das klingt zunächst etwas ungewöhnlich, ist dort aber eine richtige Tradition. Frisch gezapftes Bier wird in Tüten gefüllt und häufig mit einem Strohhalm getrunken. Früher war diese Variante vor allem praktisch und günstig und bis heute gehört sie für viele einfach zum typischen Qingdao-Erlebnis dazu.

Auch die Bierbörse ist besonders bekannt in der Stadt. Dabei handelt es sich um eine Art Selbstbedienungsstation, an der verschiedene Biersorten zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Die Preise schwanken je nach aktueller Nachfrage, ähnlich wie an einer Börse. Über einen QR-Code kann man sein Bier bezahlen, selbst zapfen und anschließend direkt genießen.

Brauerei Besuch

Nach einer kleinen Stärkung mit Jiaozi, also chinesische Dumplings, ging es dann zum eigentlichen Höhepunkt der Stadt: der Tsingtao-Brauerei.

Die Geschichte der Brauerei ist eng mit der deutschen Vergangenheit der Stadt verbunden. Sie wurde 1903 von deutschen und britischen Geschäftsleuten als „Germania-Brauerei Tsingtao Co., Ltd.“ gegründet . Die deutschen Brauer brachten dabei nicht nur ihr Wissen, sondern auch die entsprechende Technik nach Qingdao, darunter vier kupferne Sudkessel und einen Siemens-Elektromotor, der tatsächlich bis 1995 im Einsatz war.

So entstand eine Brauerei, die deutsche Brautradition mit chinesischen Zutaten und lokalen Gegebenheiten verband.

Während der Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte der Brauerei, konnten verschiedene Produktionsbereiche sehen und bekamen erklärt, wie sich das Bier im Laufe der Zeit entwickelt hat. Besonders interessant fand ich auch die Ausstellung mit alten Flaschen und Krügen im Qingdao Beer Museum, das auf dem alten Brauereigelände eingerichtet ist Dadurch wurde sichtbar, wie sich das Design der Marke über die Jahrzehnte verändert hat.

Zusätzlich wurde uns die Herstellung des Bieres genauer erklärt. Wir erfuhren, welche Zutaten verwendet werden und welche Rolle Wasser, Malz und Hopfen bei der Produktion spielen. In der Ausstellung waren außerdem einige der ursprünglichen deutschen Maschinen zu sehen, die in der Anfangszeit der Brauerei nach Qingdao gebracht wurden.

Die Tsingtao-Brauerei gehört heute zu den bekanntesten Biermarken Chinas und wurde im Laufe ihrer Geschichte mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 2025 wurde sie sogar als stärkste Biermarke der Welt ausgezeichnet . Mit einem Markenwert von 3,6 Milliarden US-Dollar und einem Bierausstoß von 7,65 Millionen Hektolitern ist sie zudem einer der größten Bierproduzenten der Welt.

Auch bei großen internationalen Veranstaltungen ist die Marke präsent. So war Tsingtao unter anderem offizieller Sponsor der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking sowie der Olympischen Winterspiele 2022 – als weltweit einziger „Double-Olympic“-Biersponsor“ . Dadurch ist die Marke längst nicht mehr nur mit China verwurzelt, sondern weltweit bekannt, in über 120 Ländern .

Natürlich durfte auch eine Verkostung nicht fehlen. Dazu gab es kostenlos kleine Gläser des traditionellen Biers und Bier-Erdnüsse.

Wir wollten allerdings unbedingt nach der Führung auch noch etwas Besonderes probieren: das sogenannte Original Beer.

Dabei handelt es sich um besonders frisches, unpasteurisiertes Bier, das direkt aus der Brauerei kommt und deshalb nur sehr kurz haltbar ist. Es wird frisch gezapft und direkt vor Ort verkauft.

Wir kauften uns zwei der berühmten Bierbeutel. Eine Tüte tranken wir direkt aus unseren Gläsern, die andere nahmen wir für den Abend mit. Die Tüten waren dabei sogar eine Art Premium-Version der klassischen Plastiktüte und eine große Tüte mit ungefähr zwei Litern kostete dabei gerade einmal umgerechnet etwa acht Euro.

Geschmacklich ist das Tsingtao Bier wesentlich leichter und weniger bitter als viele traditionelle deutsche Biere. Ursprünglich wurde es nach deutschem Vorbild gebraut, dieses war aber für viele Chinesen zunächst zu bitter und wurde als Pferdeurin verpönt. Deshalb wurde der Geschmack im Laufe der Zeit an die chinesischen Vorlieben angepasst und das Bier wird nun deutlich milder gebraut.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel machten wir uns am Abend wieder auf den Weg zum Essen. Da Qingdao eine Hafenstadt ist, gehört Seafood natürlich zu den Spezialitäten der Region.

Wir bestellten eine große Seafood-Platte für uns vier. Für umgerechnet etwa 20 Euro bekamen wir eine beeindruckende Auswahl an verschiedenen Meeresfrüchten: Muscheln, Garnelen, Krabben, Hummer und sogar einen Seestern. Dazu gab es Pommes, Reis, Lotuswurzel, Blumenkohl und eingelegten Sellerie.

Und dann war es endlich Zeit für den eigentlichen Grund, warum wir dieses Wochenende hierher gekommen waren.

Ein chinesisches Beer Fest?

Das Qingdao Beer Festival gilt als eines der größten Bierfestivals der Welt und wird als das größte Bierfest Asiens bezeichnet. 2026 fand bereits die 36. Ausgabe statt. Das Festival erstreckt sich über mehrere Veranstaltungsorte und verbindet Biergärten, Konzerte, Fahrgeschäfte, Shows und internationale Marken miteinander. Der Hauptstandort allein bot 2026 mehr als 2.300 verschiedene Biere und über 2.000 Veranstaltungen. 

Als wir das Gelände betraten, waren wir zunächst völlig überwältigt. Es war riesig und deutlich größer, als wir erwartet hatten. Überall gab es verschiedene Bierzelte, Essensstände, Fahrgeschäfte und Bühnen. Zudem fiel uns immer wieder ein ganz besonderes Gebäude ins Auge: das außergewöhnliche Theatergebäude direkt am Strand. Mit seiner markanten, geschwungenen Form ragte es zwischen den verschiedenen Bereichen des Festivalgeländes hervor. Zu der lebhaften Atmosphäre tragen außerdem jedes Jahr große Shows, Feuerwerke und weitere Veranstaltungen bei.

Unser erster Stopp war das deutsche Warsteiner-Zelt, da wir hofften, dort etwas Discofox tanzen zu können. Die Stimmung war allerdings ganz anders als erwartet und deutsche Tanzmusik lief ebenfalls nicht.

Also probierten wir stattdessen das große Tsingtao-Bierzelt aus. Dort war die Stimmung deutlich ausgelassener. Allerdings wurde auch hier nur wenig getanzt. Stattdessen gab es eine moderierte Show mit verschiedenen Wettbewerben und Spielen: Wer trinkt am schnellsten? Welcher Tisch ist am lautesten? Und wer kann für die beste Stimmung sorgen?

Auch das dritte Zelt, das wir uns anschauten, vermittelte wieder eine ganz andere Atmosphäre, eher wie bei einer Hochzeit oder einem großen Geschäftsessen. Besonders interessant fanden wir dort eine Band, die auf den ersten Blick aus Robotern zu bestehen schien. Zumindest dachten wir das zunächst. Bei genauerem Hinsehen stellten wir jedoch fest, dass es sich lediglich um Attrappen handelte.

So hatte jedes Zelt seinen ganz eigenen Charme. Fairerweise müssen wir allerdings sagen, dass wir auch gar nicht richtig in die jeweilige Atmosphäre eintauchen konnten. Die meisten Tische waren bereits besetzt und ohne Bändchen hätten wir uns auch keinen eigenen Tisch nehmen können. Für die wenigen Stunden, die wir noch auf dem Festival verbringen wollten, hätte sich das für uns jedoch nicht mehr wirklich gelohnt.

Tsingtao Zelt
Warsteiner Zelt

Zwischendurch sahen wir Fahrgeschäfte, eine europäische Blaskapelle, verschiedene Shows und sogar eine gemeinsame Gesangseinlage, bei der plötzlich alle zusammen ein Lied sangen. Auch die Biergöttin bekamen wir zu Gesicht. Wir fanden es besonders interessant, dass es sich dabei um eine weibliche Figur handelt und nicht wie man bei einem Bierfestival vielleicht zunächst erwarten würde, um einen männlichen Gott.

Natürlich durfte auch das berühmte Foto vor dem Tor mit den beiden anstoßenden Bierkrügen nicht fehlen. Pünktlich dazu gab es auch das große Feuerwerk, das jeden Abend gleich zweimal stattfindet und das Festivalgelände für einen Moment noch einmal in ein ganz besonderes Licht tauchte.

Einmal mussten wir natürlich auch noch das Bier direkt an einer Bier-Tankstelle ausprobieren und zapften uns unser Bier selbst. Anfangs war das gar nicht so einfach, doch sobald man den Dreh heraus hatte, klappte es auch mit der angemessenen Menge an Schaum.

Es waren diese kleinen, teilweise unerwarteten Momente, die uns immer wieder zum Schmunzeln brachten und die besondere Atmosphäre des Qingdao Beer Festivals ausmachten. Hier ging es nicht nur um das Bier selbst, sondern um die gesamte bunte, laute und manchmal auch etwas skurrile Mischung aus Musik, Shows und den vielen kleinen Überraschungen am Wegesrand, wie zum Beispiel einem Verkäufer an einem Stand, der voller Begeisterung tanzte, während er seine Waren anpries.

Zum Abschluss ließen wir den Abend jedoch nicht in einem der großen Bierzelte ausklingen, sondern gingen noch an die Uferpromenade. Das Festivalgelände liegt direkt am Meer und deshalb setzten wir uns dort zum Abschluss noch auf die Campingstühle. Hinter uns lag das bunte und laute Festivalgelände, während wir vor uns das Meer hatten. Ein schöner Kontrast zu den vielen Eindrücken des Tages.

Anschließend liefen wir noch etwa 25 Minuten zurück zu unserem Hotel. Ein langer, ereignisreicher Tag, an dem wir unglaublich viel gesehen und erlebt hatten und definitiv eine Erinnerung, die uns noch lange bleiben wird.

Ein ruhiger Sonntag am Meer

Am Sonntag ließen wir es deutlich ruhiger angehen. Nach dem Frühstück mussten wir eigentlich nur die Straße überqueren und standen bereits am Strand.

Dort wollten wir uns vier Liegen mieten. Der erste Preis lag bei 500 Yuan, also umgerechnet etwa 63 Euro. Da wir allerdings wussten, dass wir nur wenige Stunden bleiben konnten, begannen wir zu verhandeln. Am Ende konnten wir den Preis auf 200 Yuan, also etwa 25 Euro, reduzieren.

Obwohl der Himmel an diesem Tag eher bewölkt und dunstig war, war es am Strand sehr warm. Das Meer war deshalb eine willkommene Abkühlung. Der Einstieg war zwar zunächst etwas algenreich, aber sobald man einmal im Wasser war, war es sehr angenehm.

Nach ungefähr drei Stunden machten wir uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel, duschten und packten unsere Sachen. Danach ging es mit dem Auto wieder zurück nach Peking.

Auch auf der Rückfahrt blieben wir von Staus verschont. Nach einem kurzen Ladestopp von etwa 15 Minuten kamen wir nach rund sieben Stunden wieder in Peking an.

Damit ging unser Wochenende in Qingdao zu Ende. Wir hatten deutsche Geschichte, chinesische Bierkultur, frisches Seafood, ein riesiges Bierfestival und einen Tag am Meer miteinander verbunden. Und genau diese Mischung war für uns der Grund, warum sich die lange Fahrt von Peking nach Qingdao absolut gelohnt hatte.

Moderne Architektur, die mich beeindruckt

Peking ist eine Stadt voller architektonischer Gegensätze. Neben den historischen Bauwerken der Kaiserzeit ist in den letzten Jahrzehnten eine völlig neue Stadtlandschaft entstanden: futuristische Hochhäuser, außergewöhnliche Bürogebäude und experimentelle Architektur, die weltweit Aufmerksamkeit bekommen hat.

Die Zahl faszinierender moderner Gebäude in Peking ist riesig und diese Liste könnte noch deutlich länger sein. Ich habe deshalb bewusst meine persönlichen Highlights herausgesucht: Gebäude, die mich durch ihre Form, ihre Idee, ihre Atmosphäre oder ihre besondere Wirkung vor Ort beeindruckt haben.

Dabei habe ich einige bekannte Sehenswürdigkeiten bewusst nicht aufgenommen, da ich sie bereits in anderen Beiträgen vorgestellt habe. Dazu gehören zum Beispiel die Bauwerke des Olympiaparks wie das „Bird’s Nest“ oder der „Water Cube“. Diese sind zweifellos wunderschön, passen aber nicht zu meiner persönlichen Auswahl der modernen Architektur, die mich in Peking besonders fasziniert.

Der Fokus dieser Liste liegt daher auf der neuen Skyline Pekings, den futuristischen SOHO-Projekten, außergewöhnlichen Bürogebäuden und sonstigen Bauwerken, die zeigen, wie vielfältig und spannend die Architektur der Stadt heute ist.

SOHO – Pekings futuristische Büroarchitektur

SOHO steht ursprünglich für „Small Office / Home Office“ und wurde durch die chinesische Immobiliengruppe SOHO China zu einer eigenen Architektursprache in Peking. Besonders bekannt sind die Projekte von Zaha Hadid Architects, die mit fließenden Formen, organischen Linien und futuristischen Innenräumen neue Akzente in der Stadt gesetzt haben.

Die SOHO-Gebäude gehören zu den auffälligsten modernen Bauwerken Pekings und zeigen eine Architektur, die eher wie eine Skulptur wirkt als wie ein klassisches Gebäude.

Galaxy SOHO

Architekt: Zaha Hadid Architects, Vereinigtes Königreich
Fertigstellung: 2012
Nutzung: Büro- und Einzelhandelsflächen

Galaxy SOHO ist eines der ersten großen futuristischen Projekte von Zaha Hadid in Peking.

Vier geschwungene Baukörper verbinden sich über Brücken und offene Ebenen miteinander. Die Architektur verzichtet fast vollständig auf klassische rechte Winkel und wirkt wie eine fließende Landschaft. Die einzelnen Gebäudeteile scheinen ineinander überzugehen, anstatt klar voneinander getrennt zu sein.

Besonders beeindruckend finde ich die Innenräume. Man fühlt sich hier weniger in einem normalen Büro- und Einkaufszentrum als in einer futuristischen Welt. Die geschwungenen Wände und offenen Ebenen erzeugen eine Atmosphäre, die ich so bei kaum einem anderen Gebäude in Peking erlebt habe.

Für mich ist Galaxy SOHO ein Gebäude, bei dem man ständig neue Formen entdeckt, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtet.

Wangjing SOHO

Architekt: Zaha Hadid Architects, Vereinigtes Königreich
Fertigstellung: 2014
Nutzung: Büro- und Einzelhandelsflächen

Die drei Türme von Wangjing SOHO gehören zu den bekanntesten modernen Gebäuden Pekings.

Ihre geschwungenen Formen erinnern an Segel oder an fließende Bewegungen. Je nach Blickwinkel verändert sich die Wirkung des gesamten Komplexes. Mal wirken die Türme leicht und elegant, mal massiv und beeindruckend.

Wangjing SOHO ist eines der gelungensten Beispiele dafür, wie ein Bürokomplex gleichzeitig funktional und skulptural sein kann. Die Gebäude sehen nicht einfach wie drei nebeneinanderstehende Hochhäuser aus, sondern wirken wie eine zusammengehörige Komposition.

Pekings neue Skyline – die Wahrzeichen der modernen Stadt

Peking hat in den letzten Jahrzehnten eine neue Skyline entwickelt, die nicht nur aus hohen Türmen besteht. Einige Gebäude beeindrucken durch ihre Höhe und Präsenz, andere durch völlig neue Formen und architektonische Ideen.

Besonders spannend ist, dass viele dieser Bauwerke nicht einfach klassische Wolkenkratzer sind, sondern eigenständige Skulpturen im Stadtraum.

CCTV Headquarters

Architekt: OMA / Rem Koolhaas und Ole Scheeren, Niederlande
Fertigstellung: 2012
Nutzung: Hauptsitz des chinesischen Fernsehsenders CCTV

Das CCTV Headquarters ist für mich das beeindruckendsten Gebäude Pekings. Statt eines klassischen Hochhauses besteht es aus zwei geneigten Türmen, die durch einen riesigen umlaufenden Baukörper verbunden werden.

Durch seine ungewöhnliche Form wird es in China oft scherzhaft „Unterhose“ genannt – ein Spitzname, der sich auf die zwei „Beine“ und die große Öffnung dazwischen bezieht. Gerade dieser Kontrast macht das Gebäude so interessant: ein weltweit bedeutendes Architekturprojekt, das gleichzeitig einen sehr menschlichen und humorvollen Spitznamen bekommen hat.

Die sichtbare Stahlstruktur an der Fassade ist nicht nur Gestaltung, sondern Teil der Konstruktion. Das Gebäude zeigt, dass ein Bürohochhaus nicht einfach nur ein hoher Glaskasten sein muss.

Für mich ist das CCTV Headquarters ein Gebäude, bei dem man sofort stehen bleibt und denkt: Wie kann so etwas überhaupt funktionieren?

China Zun (CITIC Tower)

Architekten: TFP Farrells, Vereinigtes Königreich, und BIAD, China
Fertigstellung: 2018
Nutzung: Bürogebäude, Hotel und weitere Nutzungen

Mit 528 Metern ist China Zun das höchste Gebäude Pekings.

Die Form orientiert sich an einem traditionellen chinesischen Gefäß („Zun“), wodurch der Turm eine Verbindung zwischen chinesischer Kultur und moderner Hochhausarchitektur herstellt.

Seine Größe ist beeindruckend, besonders wenn man direkt davor steht und die Dimensionen wahrnimmt. Auch die Wölbungen an den Eingängen finde ich faszinierend, da sie dem Gebäude trotz seiner enormen Höhe eine elegante und harmonische Form verleihen.

Weitere Gebäude, die mich beeindrucken

Phoenix International Media Center

Architekt: BIAD / Shao Weiping, China
Fertigstellung: 2014
Nutzung: Medien- und Bürogebäude

Ein außergewöhnliches Gebäude, das eher wie eine riesige Skulptur wirkt. Die ringförmige Struktur erinnert an ein technisches Objekt und zeigt eine andere Richtung moderner chinesischer Architektur.

Linked Hybrid

Architekt: Steven Holl Architects, USA
Fertigstellung: 2009
Nutzung: Wohngebäude, Hotel, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen

Ein Wohnkomplex, der Hochhäuser neu denkt. Die einzelnen Türme werden durch Brücken verbunden, wodurch eine vertikale Stadt entsteht.

Das Projekt zeigt, dass moderne Architektur nicht nur aus spektakulären Fassaden besteht, sondern auch neue Formen des Zusammenlebens schaffen kann.

Ganz ehrlich: meiner Meinung nach ist Linked Hybrid nicht unbedingt das schönste Gebäude auf dieser Liste. Aber genau deshalb fasziniert es mich. Die Architektur ist ungewöhnlich, eigenständig und irgendwie schwer einzuordnen.

Man schaut es an und denkt nicht unbedingt sofort: „Das ist schön.“ Aber man fragt sich: Warum sieht dieses Gebäude so aus?

National Centre for the Performing Arts

Architekt: Paul Andreu, Frankreich
Fertigstellung: 2007
Nutzung: Oper, Theater und Konzertsaal

Das berühmte „Ei“ gehört zu den bekanntesten Gebäuden Pekings.

Die Titan-Glas-Kuppel schwimmt wie eine Insel in einem Wasserbecken und bildet einen starken Kontrast zur historischen Umgebung.

Besonders spannend ist, wie stark sich die Wirkung des Gebäudes je nach Tageszeit verändert. Am Tag wirkt die Kuppel fast wie ein futuristisches Objekt, das auf dem Wasser liegt. Nachts verändert sich die Atmosphäre komplett.

Chaoyang Park Plaza

Architekt: MAD Architects / Ma Yansong, China
Fertigstellung: 2017
Nutzung: Wohnungen, Büros und Geschäfte

Die Gebäude erinnern an chinesische Landschaftsmalerei, insbesondere an die traditionelle „Shan-Shui“-Malerei. Berge, Täler und natürliche Landschaften werden in moderne Architektur übersetzt.

Die Türme wirken wie dunkle Felsen oder Berge, die aus der Stadt herausragen.

Für mich ist Chaoyang Park Plaza eindeutig Batmans Zuhause.

Durch die dunkle Fassade und die massiven, geschwungenen Formen wirkt das Gebäude gleichzeitig elegant, geheimnisvoll und ein wenig aggressiv.

People’s Daily Headquarters

Architekt: chinesische Planungsbüros
Fertigstellung: 2015
Nutzung: Hauptsitz der chinesischen Tageszeitung People’s Daily

Die Zentrale der chinesischen Tageszeitung ist ein weiteres Beispiel für repräsentative Architektur in Pekings neuer Skyline.

Die ungewöhnliche Form macht das Gebäude zu einem markanten Symbol für die Bedeutung großer Institutionen in China.

Hotels, die selbst zu architektonischen Wahrzeichen geworden sind

Die bisherigen Gebäude zeigen bereits, wie unterschiedlich moderne Architektur in Peking aussehen kann. Doch nicht nur Bürokomplexe und Wolkenkratzer prägen das moderne Stadtbild. Auch einige Hotels haben sich durch ihre Architektur zu echten Wahrzeichen entwickelt.

InterContinental Beijing Sanlitun

Nutzung: Hotel
Fertigstellung: 2018

Von Anfang an habe ich dieses Gebäude mit seiner wabenförmigen Fassade geliebt.

Die Struktur wirkt modern und gleichzeitig sehr ungewöhnlich. Besonders nachts ist das Hotel wunderschön anzusehen. Die Beleuchtung verändert sich immer wieder und erzeugt unterschiedliche Farbspiele.

Besonders bekannt ist das Gebäude für seine farbigen Lichtinstallationen. Je nach Anlass und Zeitraum kann sich die gesamte Wirkung des Hauses dadurch verändern.

Fairmont Beijing

Architekt: Paul Tange, Japan
Eröffnung: 2010
Nutzung: Luxushotel

Ein riesiges Tor mitten in einem modernen Hochhauskomplex – genau das ist es, was mich am Fairmont Beijing sofort fasziniert hat.

Die Architektur verbindet moderne Hochhausarchitektur mit einem Element, das stark an traditionelle chinesische Stadttore erinnert. Besonders auffällig ist der gewaltige Torbogen, der sich über mehrere Stockwerke erstreckt und dem Gebäude eine außergewöhnliche Silhouette verleiht.

Für mich wirkt das Fairmont Beijing dadurch fast wie eine moderne Interpretation eines chinesischen Stadttores. Der Kontrast ist faszinierend: Auf der einen Seite ein modernes Luxushotel mit einer zeitgenössischen Fassade, auf der anderen Seite eine Form, die an die historischen Tore und Eingänge Pekings erinnert.

Gerade diese Verbindung von Tradition und moderner Architektur gefällt mir besonders gut. Das Gebäude versucht nicht, einfach wie ein gewöhnlicher internationaler Hotelbau auszusehen. Stattdessen greift es ein Element auf, das stark mit der chinesischen und besonders der Pekinger Stadtgeschichte verbunden ist, und interpretiert es völlig neu.

Legendale Hotel Beijing

Nutzung: Hotel

Mitten in Peking plötzlich vor einem Gebäude zu stehen, das stark an europäische Architektur erinnert, ist durchaus überraschend.

Das Legendale Hotel fällt durch seinen europäischen Stil deutlich aus dem architektonischen Umfeld heraus. Zwischen traditionellen chinesischen Bauwerken und futuristischen Hochhäusern wirkt es fast wie ein Stück Europa mitten in China.

Genau dieser Kontrast ist es, der mich an dem Gebäude fasziniert. Es passt nicht unbedingt in das typische Bild, das man von der modernen Architektur Pekings erwartet und gerade deshalb bleibt es im Gedächtnis.

Diese Liste ist keine Rangliste der besten Gebäude Pekings, sondern eine persönliche Auswahl der Bauwerke, die mich besonders beeindruckt, überrascht oder einfach nicht mehr losgelassen haben.

Für diesen Blogbeitrag habe ich innerhalb drei Tagen alle vorgestellten Gebäude selbst mit dem Fahrrad oder zu Fuß besucht. Insgesamt bin ich dabei 63 Kilometer gefahren und gelaufen. Die längste Strecke an einem Tag waren 24,7 Kilometer.

Dabei wurde die Suche nach den Gebäuden fast zu einer eigenen Stadterkundung. Im Vergleich zu Städten wie London oder New York konzentrieren sich die architektonischen Highlights und Wolkenkratzer in Peking nicht auf ein einziges, dicht bebautes Zentrum, sondern sind über die gesamte Stadt verteilt. Zwischen den einzelnen architektonischen Highlights liegen teilweise große Entfernungen, sodass man auf dem Weg dorthin immer wieder ganz unterschiedliche Seiten Pekings erlebt.

Trotz der vielen Hochhäuser wirkt Peking dadurch oft erstaunlich luftig und großzügig. Zwischen den großen Gebäuden gibt es viel Raum, breite Straßen, Parks und offene Flächen. Man fühlt sich dadurch trotz der enormen Größe der Stadt nicht ständig von Hochhäusern umgeben oder eingeengt.

Gerade unterwegs entdeckt man hier oft neue Perspektiven und erlebt, wie sich Pekings Stadtbild verändert. Ein Gebäude wirkt außerdem ganz anders, wenn man tatsächlich davorsteht und nicht nur ein Foto davon sieht.

Nach diesen drei Tagen und all den unterschiedlichen Eindrücken ist mir deshalb noch einmal klar geworden, dass Architektur sehr unterschiedlich wirken kann. Manche Gebäude beeindrucken durch ihre Größe, andere durch ihre ungewöhnliche Form, ihre Konstruktion oder einfach durch die Atmosphäre, die sie vor Ort erzeugen.

Inmitten zweier Welten 

Drei Wochen lang war es hier ungewöhnlich ruhig. Der Grund dafür war allerdings ein sehr schöner: Nach fast neun Monaten in China ging es für uns endlich wieder nach Deutschland.

Wir hatten uns natürlich unglaublich auf Familie, Freunde und all die kleinen Dinge gefreut, die man im Alltag oft für selbstverständlich hält. Gleichzeitig waren wir aber auch gespannt, wie sich Deutschland nach so langer Zeit anfühlen würde.

Und ehrlich gesagt? Es fühlte sich überhaupt nicht fremd an.

Es war, als hätten wir unser Leben dort nur kurz auf Pause gedrückt. Die vertrauten Straßen, unsere Familien, Freunde und Lieblingsorte – alles war sofort wieder da. Gleichzeitig haben wir aber auch gemerkt, dass sich etwas verändert hat. Nicht Deutschland, sondern wir. Viele Dinge, die früher selbstverständlich waren, haben wir plötzlich viel bewusster wahrgenommen und wertgeschätzt.

Zehn Stunden Vorfreude

Los ging unsere Reise bereits früh Morgens in Peking. Vor uns lagen fast zehn Stunden Flug, ein Zwischenstopp in Istanbul und anschließend noch einmal knapp drei Stunden bis nach Luxemburg.

Für den Rückflug hatten wir uns bewusst gegen Frankfurt und für Luxemburg entschieden. Ursprünglich waren vor allem die bessere Flugverbindung und der günstigere Preis ausschlaggebend. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass es genau die richtige Entscheidung war. Der Flughafen ist angenehm klein und übersichtlich, die Wege sind kurz und selbst die Ein- und Ausreise verlief erstaunlich entspannt. Auch die Weiterfahrt nach Hause unterscheidet sich zeitlich kaum von Frankfurt, für uns also definitiv eine Verbindung, die wir wieder wählen würden.

Der Zwischenstopp in Istanbul verging ebenfalls schneller als gedacht. Zwar mussten wir unser Handgepäck erneut kontrollieren lassen, ansonsten blieb aber genügend Zeit, sich kurz die Beine zu vertreten, bevor es in den letzten Flieger Richtung Heimat ging.

Je näher wir Luxemburg kamen, desto größer wurde die Vorfreude. Und kaum aus dem Flughafen heraus, warteten schon die ersten vertrauten Gesichter auf uns. Ab diesem Moment fühlte es sich an, als hätte unser Leben in Deutschland einfach auf uns gewartet.

Was wir am meisten vermisst haben

Rückblickend waren es gar nicht die großen Programmpunkte, die diese Zeit so besonders gemacht haben, sondern die vielen kleinen Momente, die für uns früher völlig selbstverständlich waren.

Am meisten haben wir natürlich die Zeit mit unserer Familie und unseren Freunden genossen. Nach dieser langen Zeit gab es unendlich viel zu erzählen. Manche Gespräche dauerten bis spät in die Nacht, andere fanden ganz spontan bei einer Tasse Kaffee oder am Küchentisch statt. Ein spontaner Besuch, ein gemeinsames Frühstück oder einfach zusammen im Garten sitzen.

Auch unsere Großeltern endlich wieder in den Arm nehmen zu können, war für uns sehr emotional. Es ist etwas ganz Besonderes, einfach wieder gemeinsam am Küchentisch zu sitzen, Geschichten auszutauschen und Zeit miteinander zu verbringen. Gerade weil man weiß, dass solche Momente nicht selbstverständlich sind, schätzt man sie noch einmal ganz anders.

Natürlich durfte danach auch ausgiebiges Kuscheln mit unseren Hunden nicht fehlen. Sie nach so langer Zeit wiederzusehen, war mindestens genauso schön und sie haben uns begrüßt, als wären wir nie weg gewesen.

Mit unseren Freunden verbrachten wir ebenfalls viele schöne Stunden. Besonders spannend war es, den Familienzuwachs von Freunden kennenzulernen. Während wir in China waren, hat sich zuhause das Leben natürlich ebenfalls weiterentwickelt. Plötzlich hält man ein Baby auf dem Arm, das es bei der Abreise noch im Bauch lebte.

Mit meiner besten Freundin verbindet mich seit einigen Jahren eine besondere Tradition: Einmal im Jahr gehen wir gemeinsam wandern, nehmen uns bewusst Zeit füreinander und genießen diese Stunden in. Umso schöner war es, dass wir diese Tradition auch diesmal wieder erleben konnten.

Auch für unsere Freunden aus Stuttgart haben wir uns bewusst Zeit genommen und uns in der Mitte getroffen, um gemeinsam schöne Stunden zu verbringen. Bei einem Besuch im Erlebnisbad in Karlsruhe konnten wir uns alles neue berichten, viel lachen und einfach die gemeinsame Zeit genießen.

Dazu kamen viele gemeinsame Fußballabende. Mal konnten wir jubeln, mal hätten wir vermutlich besser früher den Fernseher ausgeschaltet und wären schlafen gegangen. Aber genau darum ging es auch gar nicht. Es war einfach schön, wieder gemeinsam auf der Couch zu sitzen, mitzufiebern und über jede Szene zu diskutieren.

Oft sind es eben die kleinen Dinge die das Leben so besonders machen und die Menschen die es mit Liebe schmücken.

Es gibt auch einige Lebensmittel, die wir in den vergangenen neun Monaten vermisst haben. Die Essenskultur in China ist einfach eine andere als in Deutschland. Vieles schmeckt hervorragend, aber trotzdem gibt es eben Gerichte und Snacks, die man dort einfach nicht bekommt oder die anders schmecken.

Deshalb führte uns unser erster Stopp nach der Ankunft auch direkt zu unserem Lieblingsdöner. Ja, auch in Peking gibt es Döner, aber an diesen hier kommt für uns einfach keiner heran.

Mindestens genauso sehr hatten wir das gemeinsame Grillen vermisst. Gute Bratwürste, verschiedene Salate, frisches Brot und einfach ein langer Sommerabend mit der Familie und Freunden im Garten.

Das sind Dinge, über die man sich früher kaum Gedanken gemacht hat. Erst wenn sie plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind, merkt man, wie besonders sie eigentlich sind.

Außerdem standen auch Besuche in unseren Lieblingsrestaurants auf dem Programm. Viele Orte waren noch genauso, wie wir sie in Erinnerung hatten.

Ein kleines Highlight waren für mich aber tatsächlich auch die deutschen Supermärkte. Plötzlich freut man sich über Dinge, an denen man früher einfach vorbeigelaufen ist. Entsprechend landeten einige unserer Lieblingssnacks, Gewürze und andere Kleinigkeiten direkt im Einkaufswagen und später natürlich auch im Koffer zurück nach Peking.

Beim Packen mussten wir deshalb fast schon überlegen, wie wir all die Mitbringsel und Lebensmittel noch unterbekommen. Ein Teil unseres Gepäcks bestand am Ende weniger aus Kleidung als aus Dingen, die uns in China einfach ein Stück Heimat schenken.

Deutschland neu entdecken

Eine Erkenntnis hat uns während unseres Heimaturlaubs besonders überrascht.

Seit wir in China leben, nutzen wir fast jedes Wochenende, um neue Orte zu entdecken. Mal ein Markt, mal ein Tempel, mal eine andere Stadt oder einfach ein Café, das wir noch nicht kannten. Irgendwann haben wir uns deshalb gefragt: Warum haben wir das in Deutschland eigentlich so selten gemacht?

Oft ist man im eigenen Alltag gefangen. Man fährt immer wieder an die gleichen Orte, besucht die gleichen Restaurants oder fährt weit weg in ein anderes Land. Dabei gibt es direkt vor der eigenen Haustür so viel zu entdecken.

Genau deshalb haben wir unseren Heimaturlaub auch genutzt, um Deutschland einmal mit den Augen eines Touristen zu erleben.

Gemeinsam verbrachten wir einen Tag an der Saarschleife, spazierten über den Baumwipfelpfad, genossen den Ausblick von dem Cloef und machten anschließend noch eine Schiffsrundfahrt.

Auch mit Freunden waren wir gemeinsam unterwegs. Wir besuchten die Zitadelle in Bitche in Frankreich. Besonders die audiovisuelle Führung hat uns begeistert, weil Geschichte dadurch auf eine ganz andere Art erlebbar wird.

Aus diesem Heimaturlaub nehmen wir deshalb nicht nur schöne Erinnerungen mit, sondern auch einen Vorsatz für die Zukunft. Deutschland hat unglaublich viel zu bieten und wir möchten künftig viel öfter bewusst neue Orte entdecken, statt immer nur an die bekannten Plätze zurückzukehren.

Ganz oben auf unserer Liste steht inzwischen die Schwäbische Alb. Seit wir 2019 nach Stuttgart gezogen sind, waren wir tatsächlich noch kein einziges Mal dort. Das möchten wir unbedingt nach unserer Auslandszeit ändern.

Bevor es für uns wieder zurück nach China ging, stand dann noch ein letzter besonderer Termin auf dem Programm: das Dorffest.

Über den Abend verteilt trafen wir viele Menschen, die man lange nicht gesehen hatte. Manche nur kurz für ein Gespräch, andere für eine längere Unterhaltung.

Es wurde viel erzählt, gelacht gegessen und auch ausgiebig getanzt.

Besonders schön war, dass man nicht das Gefühl hatte, einfach nur „zu Besuch“ zu sein. Für einen Abend war alles wieder genauso vertraut wie früher.

Und genau da merkt man, wie besonders Heimat ist. Auch wenn sich in neun Monaten viel verändert hat, gibt es Orte und Menschen, bei denen man sofort wieder anknüpfen kann.

Am Montagmorgen hieß es dann aber wieder Abschied nehmen. Um 10 Uhr startete unser Flug von Luxemburg zurück nach Peking.

Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und gleichzeitig einem etwas gemischten Gefühl machten wir uns auf den Weg zurück in unser Leben in China.

Zurück in unserer zweiten Welt

Obwohl die ersten Nächte geprägt von Jetlag waren, sind wir insgesamt erstaunlich schnell wieder im Alltag angekommen.

Am ersten Tag holten wir zunächst etwas Schlaf nach, packten unsere Koffer aus und genossen gemeinsam unseren letzten freien Tag.

Während Nico am Mittwoch wieder zurück in seinen Arbeitsalltag fand, warteten auf mich die ganz normalen Dinge nach einer längeren Reise: mehrere Wäscheberge, den Kühlschrank wieder auffüllen und die Wohnung langsam wieder in unseren Alltag zurückbringen.

Abgesehen von einem Arzttermin am Donnerstag standen zunächst keine großen Termine an. Stattdessen genossen wir es, wieder unsere normalen Routinen aufzunehmen.

Am Wochenende trafen wir uns dann jeden Abend mit Freunden zum Essen. Nach so einer langen Zeit in Deutschland gab es natürlich viel zu erzählen und wir nutzten die Gelegenheit, uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen.

Sonntags ging es spontan noch in eine Bar, da direkt gegenüber von unserer Wohnung die Dachterrassenbar wieder geöffnet hatte. Vor einigen Monaten hatte es dort gebrannt, weshalb sie lange geschlossen und komplett renoviert wurde. Jetzt konnten wir sie endlich wieder ausprobieren, den Blick über die Stadt genießen und auf die größte Gebäude Pekings schauen.

Es fühlte sich fast so an, als hätten beide Welten während unserer Abwesenheit einfach auf uns gewartet.

Deutschland hatte uns wieder aufgenommen, als wären wir nie weg gewesen. Und genauso empfing uns auch Peking wieder mit unserem vertrauten Alltag.

Unser Heimaturlaub hat uns vor allem eines gezeigt: Wie schön es ist, Familie und Freunde wieder ganz nah bei sich zu haben.

Gleichzeitig hat uns die Zeit in Deutschland aber auch gezeigt, dass inzwischen nicht mehr nur ein Ort unser Zuhause ist.

Deutschland wird immer unsere Heimat bleiben. Dort sind unsere Familien, unsere Freunde und unsere Geschichte.

Aber gleichzeitig freuen wir uns inzwischen auch darauf, nach Peking zurückzukommen. Auf unsere Wohnung, unsere Arbenteuer, unsere Freunde hier und das Leben, das wir uns in den vergangenen Monaten aufgebaut haben.