Die letzten Tage waren sehr abwechslungsreich und geprägt von vielen unterschiedlichen Erlebnissen und kleinen Entdeckungen. Doch vorab kommen wir zu dem Höhepunkt der Woche: Nicos chinesischer Führerschein.
Am Dienstag war es soweit und er machte sich auf den Weg zur zuständigen Stelle, um sich persönlich für die Prüfung anzumelden. Dort wurden die notwendigen Unterlagen geprüft, Formulare ausgefüllt und der Sehtest sowie die übersetzte Version seines deutschen Führerscheins abgegeben.
Für Ausländer finden die Prüfungen immer Dienstags und Mittwochs statt und so bekam Nico direkt einen Termin für den nächsten Morgen.
Am Mittwochmorgen ging es dann vor der Arbeit darum, das Gelernte abzurufen und anzuwenden. Die Prüfung selbst fand am Computer statt und konnte auf Englisch abgelegt werden. Dafür entschied sich Nico bewusst, da die englische Übersetzung der Fragen deutlich besser ist als die deutsche Version. Insgesamt mussten 100 Fragen innerhalb von 45 Minuten beantwortet werden, wobei mindestens 90 Fragen richtig beantwortet werden mussten. Anders als in Deutschland zählt hier jede Frage gleich viel. Sie werden nicht nach ihrer Relevanz gewichtet, sodass jede einzelne Aufgabe denselben Einfluss auf das Gesamtergebnis hat.
Direkt im Anschluss der letzten beantworteten Frage erschien das Ergebnis auf dem Bildschirm: bestanden. Nach einer kurzen Wartezeit durfte Nico seinen chinesischen Führerschein schließlich entgegennehmen – ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um hier noch unabhängiger unterwegs zu sein.
Neben Nicos Führerschein hielt die Woche aber noch viele weitere schöne Momente bereit. Ein gemeinsamer IKEA-Ausflug mit einer Freundin, der erfolgreiche Abschluss meiner ersten HSK-Stufe, gemeinsame Schwimmeinheiten mit Freunden und viele kleine Erlebnisse sorgten dafür, dass auch diese Woche wieder wie im Flug verging.
Kleine Gassen und versteckte Cafés
Durch einen Instagram-Post stellte eine Freundin fest, dass ich aktuell ebenfalls in Peking bin. Gerade zu dieser Jahreszeit ist das gar nicht so selbstverständlich, denn viele Expats nutzen die Sommerferien und das heiße, schwüle Wetter, um nach Deutschland zu reisen.
Also verabredeten wir uns kurzerhand für ein Treffen. Eigentlich wollten wir gemeinsam eine neue Frühstückslocation ausprobieren, doch vor Ort stellte sich heraus, dass es sich eher um ein klassisches Restaurant handelte. Da es aber bereits halb zwölf war, passte das genauso gut.
Schon von außen machte das Restaurant einen besonderen Eindruck. Auch die Inneneinrichtung war wunderschön gestaltet: modern japanisch, mit viel Grün, liebevollen Details und einer tollen Dachterrasse. Auch das Essen konnte überzeugen und machte den Besuch zu einem echten Erlebnis.






Besonders begeistert hat mich jedoch die Lage. Das Restaurant befindet sich in einem weniger bekannten und touristischen Hutong-Gebiet, versteckt in einer kleinen Gasse mit Blick auf eine weiße Pagode. Genau diese Orte zeigen für mich den besonderen Charme der Hutongs: kleine Restaurants, versteckte Cafés, begrünte Innenhöfe und eine ruhige Atmosphäre mitten in der Millionenstadt.
Beim Schlendern durch die Gassen gab es überall etwas zu entdecken. Natürlich begegneten uns wieder viele Katzen, diese gehören mittlerweile schon zum typischen Bild der Pekinger Hutongs, denn in vielen Innenhöfen werden sie als kleine Begleiter gehalten. Daneben fielen mir immer wieder liebevoll dekorierte Lokale, kleine Gemälde auf Stromkästen sowie die typisch roten Türen mit ihren Holzbalken auf.
Besonders schön fand ich es, zwei Männer dabei zu beobachten, wie sie gerade ein neues Tor bemalten. Mit viel Ruhe und Feingefühl arbeiteten sie an den Details. Ein kleiner Moment, der perfekt zu dieser entschleunigten Atmosphäre der Hutongs passte.





Mexiko-Gefühle
Unter dem Motto „Life needs warmth and wonderful surprises!“ – also „Das Leben braucht Wärme und wundervolle Überraschungen“ – lud unsere Apartmentanlage zu einer besonderen Veranstaltung ein: einer mexikanischen Taco-DIY-Party.
Gemeinsam mit unseren Nachbarn trafen wir uns um 14 Uhr, um unsere eigenen Tacos zuzubereiten. Zu meiner Überraschung waren unglaublich viele Bewohner dabei und fast ausschließlich neue Gesichter. Tatsächlich kannte ich auch nur meine Freundin, mit der ich freitags regelmäßig schwimmen gehe. Leider sprachen die meisten nur Chinesisch, sodass das Knüpfen neuer Kontakte für mich noch etwas schwierig war. Ich hoffe aber, dass sich das mit meinem Chinesischunterricht nach und nach ändern wird.
Für den Workshop wurde extra ein erfahrener Koch von Jenny Lou’s, einem internationalen Supermarkt mit kleinem Bistro, eingeladen. Zunächst erklärte und zeigte er uns Schritt für Schritt die einzelnen Arbeitsschritte. Danach durften wir selbst loslegen. Ich war überrascht, wie schnell und unkompliziert die Zubereitung war und vor allem, wie unglaublich lecker die Tacos am Ende geschmeckt haben.
Natürlich habe ich das Rezept wieder für euch mitgeschrieben.
🌮 Taco-Rezept
Zutaten
- Wraps (Tortillas)
- Hähnchen
- Rindersteak
- Avocado
- Tomaten
- Zwiebeln
- Koriander
- eingelegtes Rotkraut
- Tabasco
- Chipotle-Chilis in Adobo-Sauce (La Costeña – Chipotles Adobados)
- Olivenöl
- Salz und Pfeffer
1. Salsa zubereiten
Tomaten und Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Anschließend Koriander, etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und ein paar Spritzer Tabasco dazugeben und alles gut vermengen.
2. Guacamole zubereiten
Die Avocado mit einer Gabel zerdrücken, mit Salz und Pfeffer abschmecken und anschließend zwei Esslöffel der vorbereiteten Salsa unterrühren.
3. Rindfleisch
Das Rindersteak mit Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen. Anschließend von jeder Seite etwa eineinhalb Minuten scharf anbraten und danach in feine Streifen schneiden.
4. Hähnchen
Das Hähnchen am besten bereits einige Stunden vorher oder über Nacht mit der Chipotle-Paste, Olivenöl, Salz und Pfeffer marinieren. Anschließend vollständig durchbraten und ebenfalls in Streifen schneiden.
5. Tacos belegen
Für die Rindfleisch-Variante den Wrap mit Guacamole, eingelegtem Rotkraut und den Steakstreifen belegen.
Für die Hähnchen-Variante Guacamole, Salsa und das Hähnchen in den Wrap geben.
Das Ergebnis war unglaublich lecker. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen war das Essen herrlich leicht und trotzdem richtig sättigend. Solche Veranstaltungen gefallen mir immer wieder besonders gut. Man lernt nicht nur neue Rezepte kennen, sondern hat gleichzeitig die Gelegenheit, Menschen aus aller Welt zu treffen. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal dank meines Chinesischunterrichts ja auch mit dem einen oder anderen neuen Gespräch.





Erstes Mal alleine raus aus der Stadt
Natürlich wollte Nico seinen frisch bestandenen Führerschein direkt nutzen. Deshalb bekam ich die Aufgabe, ein passendes Ausflugsziel auszusuchen. Seine einzige Bedingung: keine Chinesische Mauer, denn die hatten wir inzwischen schon oft besucht.
Von Freunden hatte ich bereits einige Empfehlungen bekommen und stöberte mich noch einmal durch verschiedene Ausflugsziele. Am Ende fiel unsere Wahl auf den Nanshiyang Grand Canyon, der oft als „Chinas kleiner Colorado“ oder sogar als „Grand Canyon der Erde“ bezeichnet wird.
Die Schlucht liegt im Bezirk Mentougou und ist etwa eineinhalb Autostunden vom Pekinger Stadtzentrum entfernt. Entstanden ist sie durch uralte tektonische Kräfte, beim Wandern bewegt man sich also buchstäblich durch ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch der Erde mit über einer Milliarde Jahre alten Gesteinsschichten.
Bereits die Anfahrt war ein besonderes Erlebnis. Zum ersten Mal waren wir ganz alleine mit dem Auto außerhalb Pekings unterwegs, ohne Reisegruppe, ohne festen Zeitplan, einfach nur wir beide. Je weiter wir die Stadt hinter uns ließen, desto beeindruckender wurde die Landschaft. Rund 40 Minuten führte die Strecke über eine gut ausgebaute Bergstraße, auf der sich immer wieder Ausblicke auf Seen, steile Felswände und bewaldete Berghänge abwechselten.
Am Park angekommen, stellten wir das Auto auf dem Besucherparkplatz ab. Das Parken kostet für den ganzen Tag lediglich 10 Yuan (ca. 1,20 Euro). Da das Gebiet mit einer fast 19 Kilometer langen Hauptachse neun Seitentälern, 18 Kurven und 72 Sehenswürdigkeiten riesig ist, entschieden wir uns zusätzlich für den Shuttlebus, der 60 Yuan pro Person kostet. Rückblickend war das definitiv die richtige Entscheidung, denn so konnten wir unsere Zeit ganz auf die schönsten Abschnitte konzentrieren.






Mit dem Shuttle fuhren wir zunächst bis zur Endstation(主谷终点) und machten uns von dort auf den etwa anderthalbstündigen Aufstieg zur Ruine einer Ming-Dynastie-Mauer (明长城). Der Weg führte zwar größtenteils durch schattigen Wald, trotzdem war die Wanderung bei den sommerlichen Temperaturen ganz schön anstrengend.
Umso schöner war dann der Moment, als wir den Gipfel erreichten. Von dort oben bot sich ein beeindruckender 360-Grad-Blick über die umliegenden Berge. Besonders schön war zu sehen, wie sich die Gipfel wie eine Kette bis in das Huailai-Becken zogen.








Anschließend machten wir eine kurze Picknick Pause mit mitgebrachten Broten und einer gekauften eiskalten Sprite. Wir saßen abseits der Menschenmassen an einem Holztisch mit Hockern und genossen den Moment.

Danach nutzten wir den Shuttlebus auf dem Rückweg und stiegen gezielt an den Stationen aus, die wir besonders spannend fanden. Unser persönliches Highlight war die Fanchen-Schlucht (凡尘谷) mit ihrem berühmten „Himmelsspalt“ (一线天), einer schmalen Felsspalte, durch die nur ein schmaler Streifen Himmel zu sehen ist, sowie einem kleinen Wasserfall (黑龙潭). Kaum vorstellbar, dass diese Landschaft geologisch über eine Milliarde Jahre alt ist und auch geschichtlich eine wichtige Rolle spielte: In der Schlucht befand sich einst unter anderem ein Stützpunkt der gemeinsamen Anti-Japanischen Regierung der Regionen Changping, Yanqing und Huailai.






Zum Abschluss unserer Rund 15 Kilometer Wanderung machten wir uns noch eine kleine Pause in einem vermeintlichen Höhlencafé. Die eigentliche Höhle entpuppte sich zwar als leer und der Kaffee wurde stattdessen aus einem kleinen Foodtruck davor verkauft. Der Ausblick war dafür umso schöner und der Kokos-Eis-Latte war eine willkommene Abkühlung.

Mit 40 Yuan Eintritt pro Person, den Kosten für den Shuttlebus sowie Maut (2x 18 Yuan) und einer halben Batterieladung für das Elektroauto war der Ausflug insgesamt deutlich günstiger als unsere sonstigen geführten Wanderungen, die meist rund 450 Yuan pro Person kosten.
Auf der Rückfahrt zeigte sich dann noch einmal eine ganz andere Seite Pekings. Direkt am Zweiten Ring gerieten wir zwar für etwa eine halbe Stunde in den Feierabendverkehr, dafür führte uns die Strecke unmittelbar an der Verbotenen Stadt vorbei, ein schöner Kontrast nach einem Tag inmitten der Natur.
Dieser Ausflug hat uns gezeigt, wie viel Freiheit ein eigenes Auto in China mit sich bringt. Einfach losfahren, spontan anhalten und Orte entdecken, die wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln wahrscheinlich nie besucht hätten. Ich bin mir deshalb ziemlich sicher: Das war erst der Anfang vieler weiterer Roadtrips.

Mah-Jongg (麻将) Spieleabend
Am Samstagabend waren wir dann noch mit Freunden zu einem traditionellen chinesischen Spieleabend verabredet. Gespielt wurde Mah-Jongg (麻将), eines der bekanntesten Gesellschaftsspiele Chinas und bis heute ein fester Bestandteil der chinesischen Kultur.
Ob in Parks, Teehäusern oder im Familienkreis, Mah-Jongg wird hier überall gespielt. Je nach Region gibt es unterschiedliche Regeln und Spielweisen. Die in China am weitesten verbreitete ist Sichuan-Mah-Jongg (ohne Winde/Drachen, mit blutigem Kampf), während im Westen oft die japanischen Riichi-Regeln oder die alte HK/Cantonese-Variante gespielt werden.
Beim ankommen waren wir direkt von dem Spieltisch fasziniert. Anders als bei einem normalen Brettspiel handelt es sich um einen elektrischen Mah-Jongg-Tisch. Nachdem eine Runde beendet ist, werden alle Spielsteine einfach in die Mitte geschoben. Der Tisch mischt sie automatisch im Inneren und baut anschließend auf Knopfdruck wieder vier fertige Steinreihen auf, die sich aus dem Tisch nach oben schieben.



Gespielt wird zu viert mit insgesamt 144 Spielsteinen („Ziegeln“), die mit verschiedenen Symbolen wie Bambus, Kreisen, Schriftzeichen, Winden und Drachen versehen sind. Diese werden unterteilt in Suiten (Bambus, Kreise, Schriftzeichen) und Ehrensteine (4 Winde + 3 Drachen) und optionale Blumen-/Jahreszeiten-Steine.
Bevor das eigentliche Spiel beginnt, wird ausgewürfelt, an welcher Stelle die Mauer geöffnet wird. Dabei werden zwei Würfel elektronisch geworfen. Die kleinere Zahl bestimmt zunächst, bei welchem Spieler gezählt wird. Man zählt dabei im Uhrzeigersinn und zählt sich selbst als Eins mit. Wird beispielsweise eine Drei gewürfelt, beginnt man bei sich selbst (1), der rechte Nachbar ist die Zwei und der nächste Spieler rechts die Drei. Bei diesem Spieler wird die Mauer geöffnet.
Anschließend zählt man dort entlang der Mauer die höhere Würfelzahl ab. Wird beispielsweise zusätzlich eine Sechs gewürfelt, werden sechs Zweierstapel übersprungen. Direkt danach beginnt die Austeilung der Spielsteine.
Nun erhält jeder Spieler zunächst vier Steine gleichzeitig. Diese werden gegen den Uhrzeigersinn verteilt, bis jeder zwölf Steine besitzt. Anschließend bekommt jeder noch einen weiteren Stein und der Startspieler insgesamt zwei zusätzlichen Stein, sodass er mit 14 Steinen beginnt und alle anderen mit 13.
Von da an beginnt das eigentliche Spiel. Der Spieler, der an der Reihe ist, zieht zunächst einen neuen Stein von der Mauer. Anschließend entscheidet er sich für einen Stein, den er nicht benötigt, und legt ihn offen in die Tischmitte.
Jetzt wird es spannend, denn auch die Mitspieler dürfen auf diesen abgelegten Stein reagieren.
- Chi (吃 / „Essen“)
Darf nur der Spieler nutzen, der als Nächstes an der Reihe wäre. Kann er mit dem abgelegten Stein eine Zahlenfolge bilden zum Beispiel 3, 4 und 5 Bambus, ruft er „Chi“, nimmt den Stein auf und legt die vollständige Reihe offen vor sich ab. - Peng (碰)
Hat ein Spieler bereits zwei identische Steine auf der Hand und ein beliebiger Mitspieler legt den dritten ab, darf er „Peng“ rufen. Er nimmt den Stein auf und legt den entstandenen Dreierblock offen vor sich ab. Im Gegensatz zu „Chi“ ist „Peng“ also unabhängig davon möglich, wer den Stein abgelegt hat. - Mahjong (胡 / Hu)
Kann ein abgelegter Stein das eigene Blatt vervollständigen, ruft man sofort „Mahjong“ (oder „Hu“). Der Stein wird aufgenommen und das Spiel endet sofort, weil die Gewinnhand vollständig ist.
Nach jeder dieser Aktionen setzt der Spieler, der den Stein aufgenommen hat, das Spiel fort und legt anschließend wieder einen Stein ab.
Ziel ist es, ähnlich wie beim Rommé, durch geschicktes Ziehen und Ablegen bestimmte Kombinationen zu bilden. Wer zuerst vier vollständige Dreier-Sätze und ein Paar zusammenstellt, gewinnt die Runde.
Da wir mehr als vier Personen waren, spielten Nico und ich gemeinsam als Team. Das war für den Einstieg auch gar nicht schlecht, denn die vielen verschiedenen Steine und Regeln wirkten anfangs doch etwas überwältigend. Doch je länger wir spielten, desto mehr Spaß machte es und wir verstanden nach und nach die Spielstrategie dahinter.
Für den privaten Spielraum zahlten wir 160 Yuan für drei Stunden. Es war ein richtig schöner Abend mit Freunden und gleichzeitig eine tolle Möglichkeit, wieder ein Stück chinesischer Kultur kennenzulernen. Anfangs mussten wir uns zwar erst in die vielen Regeln hineindenken, doch mit jeder Runde machte das Spiel mehr Spaß. Und eines steht für uns jedenfalls fest: Das war ganz sicher nicht unser letzter Mah-Jongg Spieleabend.
Ausklang der Woche
Den Sonntag starteten wir ganz entspannt. Ich hatte noch ein paar Äpfel übrig und nutzte die Gelegenheit, daraus frisches Apfelmus zu kochen. Passend dazu gab es selbstgemachten Kaiserschmarrn.
Gerade als wir mit dem Frühstück beginnen wollten, klingelte allerdings das Telefon. Freunde fragten ganz spontan, ob wir Lust hätten, mit zum Wakeboarden zu kommen. Nach einem kurzen Blick aufeinander war die Entscheidung schnell gefallen. Frühstück essen, fertig machen und los.
Etwa 20 Minuten später saßen wir bereits im Auto und machten uns gemeinsam auf den Weg. Die Anlage liegt etwas außerhalb von Peking, sodass wir je nach Verkehr rund 45 Minuten unterwegs waren. Vor Ort angekommen, wunderte uns allerdings schon der ungewöhnlich leere Parkplatz.
Nach der Sicherheitskontrolle versuchten uns die Mitarbeiter auf Chinesisch etwas zu erklären. Mit dem Handy-Übersetzer fanden wir schließlich heraus, was los war: Aufgrund einer angekündigten Unwetterwarnung musste die gesamte Anlage sofort geschlossen werden.
Natürlich waren wir im ersten Moment etwas enttäuscht. Gemeinsam überlegten wir noch, ob wir spontan etwas anderes unternehmen könnten. Da sich die Gewitterfront aber bereits näherte und alle Wasseraktivitäten ohnehin abgesagt worden wären, beschlossen wir schließlich, wieder nach Hause zu fahren.
Kaum saßen wir im Auto, begann es auch schon kräftig zu regnen. Spätestens da war klar, dass die Entscheidung der Betreiber absolut nachvollziehbar gewesen war.
Den Abend ließen wir dann noch gemeinsam mit den Freunden bei einem gemütlichen Essen ausklingen.

Wenn wir auf die letzten Tage zurückblicken, wird uns wieder bewusst, wie viel Neues unser Leben hier noch bereithält. Oft sind es die kleinen ersten Male, die unsere Auslandserfahrung so besonders machen – sei es ein neuer Ort, ein neues Rezept, ein neues Spiel oder der erste Roadtrip.