Drei Wochen, unzählige Erinnerungen

Die gemeinsame Zeit in Peking neigte sich langsam dem Ende zu. Nach zwei ereignisreichen Wochen lagen nun die letzten Tage unseres Besuchs vor uns. Noch einmal wollten wir gemeinsam durch die Stadt ziehen, einige bekannte Orte besuchen, Neues entdecken und die verbleibende Zeit ganz bewusst genießen.

Nach dem Frühstück ging es für uns daher ins 798 Art District. Wir ließen uns einfach durch die kleinen Gassen des Kunstviertels treiben und genossen die besondere Atmosphäre.

Zwischen den alten Fabrikgebäuden entdeckten wir verschiedene Kunstausstellungen und Skulpturen, schauten in kleine Läden mit handgemachtem Schmuck und Keramik und machten zwischendurch natürlich auch einen Stopp für einen Kaffee. Es war genau die richtige Mischung aus ein bisschen Kunst, ein bisschen Stöbern und ganz viel entspanntem Herumschlendern.

Am Abend ließen wir den Tag ganz unkompliziert zu Hause ausklingen und bestellten uns verschiedene chinesische Gerichte. Auf dem Tisch landeten unter anderem Old Beijing Noodles, Gongbao Chicken, Jiaozi und gebratene Aubergine. So konnte sich jeder einmal quer durch verschiedene Gerichte probieren und den Tag gemeinsam bei einem Abendessen beenden.

Das kulturelle Aushängeschild Pekings

Am nächsten Tag stand ein Ort auf dem Programm, den ich mir ganz bewusst für unseren Besuch aufgespart hatte: die Verbotene Stadt, auf Chinesisch Gùgōng (故宫). Fast 500 Jahre lang war sie der kaiserliche Palast der Ming- und Qing-Dynastien und damit das politische und zeremonielle Zentrum des chinesischen Kaiserreichs. Während Nico die Verbotene Stadt bereits 2023 während seiner Urlaubsreise besucht hatte, sollte es für mich der erste Besuch werden. Ich wollte diesen besonderen Ort nicht einfach auf eigene Faust oder nur für ein paar Stunden anschauen, sondern mir bewusst Zeit dafür nehmen und ihn im Rahmen einer Führung kennenlernen.

Dafür trafen wir uns wieder mit Lili, die mich bereits bei einem Besuch mit Freunden im Sommerpalast begleitet hatte. Sie spricht gut Deutsch und schaffte es auch dieses Mal, die vielen historischen Gebäude, Geschichten und Zusammenhänge so zu erklären, dass wir nicht einfach nur von einem roten Tor zum nächsten liefen, sondern tatsächlich verstanden, was wir vor uns sahen.

Wir starteten zunächst am östlichen Bereich der Anlage, am Donghua-Tor. Schon hier bekamen wir einen Eindruck von den gewaltigen Dimensionen der Verbotenen Stadt, die sich über rund 961 × 753 Meter erstreckt und von einer zehn Meter hohen Mauer sowie einem etwa 52 Meter breiten Wassergraben umgeben ist. Der Graben diente dabei nicht nur der Optik, sondern war ein wichtiger Bestandteil des Schutzsystems des Kaiserpalastes.

Lili erzählte uns dabei auch von der früheren Funktion dieses östlichen Zugangs. Das Tor war einer der wichtigen Nebenzugänge der Verbotenen Stadt und wurde unter anderem für Lieferungen genutzt. In Peking wird es deshalb teilweise auch mit dem Spitznamen „Schnapstor“ in Verbindung gebracht, da über diesen Zugang früher unter anderem Lebensmittel und alkoholische Getränke in den Palast gelangten.

Von dort aus liefen wir zum berühmten Meridian-Tor (Wǔmén, 午门), dem großen Südtor und heutigen Haupteingang für Besucher. Schon von außen wirkt das Tor mit seinen hohen Mauern, Türmen und den charakteristischen geschwungenen Dächern beeindruckend.

Früher war allerdings genau geregelt, wer welchen der verschiedenen Durchgänge benutzen durfte. Der mittlere Durchgang war dem Kaiser vorbehalten. Die Kaiserin durfte ihn nur einmal in ihrem Leben benutzen: bei ihrer Hochzeit. Auch die drei Erstplatzierten der kaiserlichen Beamtenprüfung, durften den mittleren Weg beim Verlassen des Palastes einmal nutzen. Für alle anderen Besucher und Bediensteten galten je nach Rang unterschiedliche Zugänge.

Wir reihten uns zunächst in die Schlange für die Sicherheits- und Ticketkontrolle ein und gingen anschließend durch einen der Nebendurchgänge. Dahinter öffnete sich vor uns eine riesige Abfolge aus Höfen, Toren und Palästen, die sich scheinbar endlos nach Norden erstreckt.

Von hier aus führte unser Weg weiter durch die weitläufigen Höfe der Verbotenen Stadt bis zum „Tor der Höchsten Harmonie“. Wie viele der Palasttore wird auch dieses von zwei Bronzelöwen bewacht. Solche Löwen stehen in der chinesischen Architektur häufig vor bedeutenden Gebäuden und symbolisieren unter anderem Schutz und Macht.

Durch dieses Tor gelangt man zur „Halle der Höchsten Harmonie“ (Tai He Dian). Die 1420 erbaute Halle ist rund 35 Meter hoch und umfasst 2.377 m². Damit ist sie die größte und bedeutendste Halle der Verbotenen Stadt. Insgesamt 72 Säulen tragen das imposante Gebäude. Im Inneren befindet sich der berühmte Drachenthron, flankiert von symbolischen Figuren, darunter zwei Elefanten, die für Frieden und Stabilität stehen.

Die Halle beeindruckt jedoch nicht nur durch ihre Größe, sondern vor allem durch ihre Bedeutung. Hier fanden die wichtigsten kaiserlichen Zeremonien statt, darunter die Thronbesteigung eines neuen Kaisers, Feierlichkeiten zum Geburtstag des Herrschers sowie zum Neujahrsfest und zur Wintersonnenwende. Auch wichtige staatliche Ankündigungen und Zeremonien wurden hier abgehalten, beispielsweise die Ernennung von Beamten, die erfolgreiche Absolventen der kaiserlichen Beamtenprüfung waren, die Ernennung von Generälen vor Feldzügen sowie die Verleihung von Titeln an hohe Beamte.

Weiter ging es zum inneren Hof, Neiting, bestehend aus drei Palästen. Dort wurde es langsam persönlicher. Wir kamen in die Bereiche, in denen sich das eigentliche Leben der kaiserlichen Familie abspielte. Die Verbotene Stadt war schließlich nicht nur Regierungssitz, sondern über Jahrhunderte auch das Zuhause der Kaiser, ihrer Familien und des Hofstaates. Hier lebten die kaiserliche Familie und der Hofstaat, darunter hunderte Hofdamen und die Palasteunuchen.

Genau hier merkte man besonders, wie hilfreich unsere Führung war. Viele der Gebäude sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus: rote Mauern, goldene Dächer, kleine Innenhöfe und immer wieder dieselben architektonischen Elemente. Lili erklärte uns deshalb, wer welche Bereiche bewohnte und welche Funktion die einzelnen Gebäude hatten.

Immer wieder fiel uns in der Verbotenen Stadt auf, wie genau jedes Detail geplant und gestaltet wurde. Farben, Symbole, Dachformen und Figuren waren nicht einfach Dekoration, sondern hatten ihre eigene Bedeutung.

Was besonders auffiel, waren die Dächer. Auf den geschwungenen Dachfirsten sitzen ganze Reihen kleiner Figuren. Diese sogenannten Dachreiter waren ebenfalls nicht zufällig angebracht. Die Anzahl und Anordnung der Figuren waren ein Zeichen für den Rang eines Gebäudes. Ganz vorne steht typischerweise eine Figur, gefolgt von verschiedenen Fabelwesen und am Ende einem großen Tier. Je wichtiger das Gebäude, desto mehr Figuren konnten den Dachfirst schmücken.

Auch die steinernen Treppen und Rampen waren unglaublich detailliert gestaltet. Auf einer der großen Mittelrampen befinden sich aufwendig geschnitzte Reliefs mit Drachen, Wolken und weiteren traditionellen Motiven. Der Drache war dabei dem Kaiser vorbehalten und symbolisierte unter anderem kaiserliche Macht und Autorität. Selbst Flächen, über die man heute einfach hinweggeht, wurden damals mit enormem Aufwand gestaltet.

Doch nicht nur die Wege und Treppen waren kunstvoll gestaltet. Immer wieder fiel unser Blick auf die leuchtend goldenen Dächer, die sich über den roten Mauern und langen Gängen erhoben. Auch die Dachverzierungen selbst waren mit vielen kleinen Details versehen. Von verschiedenen Stellen aus eröffnete sich zudem ein schöner Blick über die Anlage und hinaus auf Peking. In der Ferne konnten wir sogar die Weiße Pagode im Beihai-Park und den Kohlehügel erkennen.

Zwischen den roten Mauern standen außerdem zahlreiche große bronzene Wasserbehälter. Sie waren nicht nur dekorative Elemente, sondern erfüllten auch einen ganz praktischen Zweck: Im Falle eines Feuers dienten sie als Wasserspeicher. Da die meisten Gebäude der Verbotenen Stadt aus Holz bestanden, waren Brände für die kaiserliche Anlage eine ständige Gefahr.

Und obwohl die Verbotene Stadt an vielen Stellen sehr weitläufig und fast schon monumental wirkt, gab es zum Schluss noch einen Bereich, der sich deutlich davon unterschied: den kaiserlichen Garten.

Dieser war für mich noch einmal ein kleines Highlight. Nach all den riesigen Höfen, Steinflächen und roten Mauern brachte das viele Grün eine ganz andere Atmosphäre. Zwischen alten Bäumen, Felsen, kleinen Pavillons und kunstvoll gestalteten Wegen wirkte dieser Teil viel ruhiger und fast schon verwunschen.

Auch hier zeigte sich wieder, wie sehr Architektur und Natur in der traditionellen chinesischen Gartenkunst miteinander verbunden wurden. Kleine Pavillons, besondere Felsen und Bäume wurden so angeordnet, dass immer wieder neue Perspektiven entstanden.

Nach drei Stunden Führung waren wir jedenfalls mit einer ganzen Menge neuer Informationen ausgestattet. Vor allem wurde mir klar, dass man die Verbotene Stadt zwar auch einfach auf eigene Faust durchlaufen kann, die vielen Geschichten und Bedeutungen aber erst durch eine gute Führung wirklich zum Leben erweckt werden.

Wir verließen die Anlage dann durch den nördlichen Ausgang und gingen direkt weiter zum Jingshan Park. Der Park liegt unmittelbar nördlich der Verbotenen Stadt und gehört ebenfalls zur historischen Nord-Süd-Achse Pekings.

Bevor wir den Kohlehügel hinaufstiegen, legten wir erst einmal einen kurze Pause ein und ließen die vielen Eindrücke der letzten drei Stunden ein bisschen sacken.

Auf Chinesisch heißt er Jǐngshān (景山), was sich sinngemäß als „Aussichtsberg“ oder „Landschaftsberg“ übersetzen lässt. Historisch ist der Hügel jedoch eng mit der Entstehung der Verbotenen Stadt verbunden: Beim Bau des Kaiserpalastes wurden große Mengen Erde aus dem Wassergraben und den Bauarbeiten hier aufgeschüttet. So entstand der künstliche Hügel, der früher auch Wansui Shan, also „Berg der zehntausend Jahre“, genannt wurde.

Heute führen verschiedene Wege und Treppen hinauf zu mehreren Pavillons. Je höher wir kamen, desto schöner wurde der Blick über die Stadt. Oben angekommen, wartete schließlich der berühmte Wanchun-Pavillon auf uns. Von hier oben liegt die gesamte Verbotene Stadt direkt vor einem.

Der Kontrast war wirklich beeindruckend: Von oben konnte man erst richtig erkennen, wie riesig die Anlage ist. Die unzähligen goldenen Dächer reihten sich hintereinander, eingerahmt von den roten Mauern. Dahinter erstreckte sich die Pekinger Skyline. Für mich war dieser Blick definitiv einer der schönsten des Tages.

Nach unserem Abstieg bestellten wir uns ein Didi und fuhren weiter zum Tian’anmen-Platz, auch bekannt als „Platz des Himmlischen Friedens“.

Bevor man den Platz betreten kann, muss man sich inzwischen vorab registrieren. Einen Eintrittspreis gibt es für den Platz selbst nicht. Die Reservierung dient vor allem dazu, den Besucherstrom zu steuern und die Menschenmengen zu kontrollieren.

Der Tian’anmen-Platz ist mit rund 880 Metern Länge und 500 Metern Breite einer der größten öffentlichen Plätze der Welt. Rundherum befinden sich einige der bekanntesten politischen und historischen Gebäude Pekings. Im Norden steht das Tian’anmen-Tor, im Osten das Nationalmuseum Chinas und im Westen die Große Halle des Volkes. Im südlichen Bereich befinden sich unter anderem das Mausoleum von Mao Zedong und das Zhengyang-Tor.

Wir schlenderten eine Weile über den riesigen Platz und ließen die besondere Atmosphäre auf uns wirken. Gleichzeitig liefen bereits die Vorbereitungen für den bevorstehenden Nationalfeiertag am 1. Oktober. In der Mitte des Platzes stand zu unserem Besuch gerade das große „祝福祖国“, also „Segenswünsche für China“, thematisierte Blumenarrangement.

Das riesige Blumenmotiv wird jedes Jahr rund um den Nationalfeiertag auf dem Tian’anmen-Platz aufgebaut und ist inzwischen fast schon zu einem festen Bestandteil der herbstlichen Kulisse Pekings geworden. Das diesjährige Arrangement wurde am 25. September fertiggestellt und kombiniert Blumen und Früchte. Die Gestaltung steht symbolisch für blühenden Wohlstand und eine reiche Ernte. Auf dem Korb stehen außerdem die Schriftzüge „祝福祖国“ und „欢度国庆“, also „Segenswünsche für China“ und „Feiert den Nationalfeiertag“.

Nach unserem kleinen Rundgang machten wir uns schließlich wieder auf den Heimweg. Rund um den Tian’anmen-Platz kann man nicht einfach irgendwo stehen bleiben und spontan ein Didi bestellen. Durch die großen abgesperrten und kontrollierten Bereiche mussten wir erst ein gutes Stück vom Platz weggehen, bevor wir unser Auto rufen konnten.

Diesen langen und beeindruckenden Tag beendeten wir mit einem Abendessen, das sich immer wie ein kleines Stück Heimat anfühlt: selbst gemachten Flammkuchen.

Ein deutsches Fest in einem fernen Land

Am Mittwoch stand für unsere Gäste noch ein letztes Mal Yoga auf dem Programm bevor sie anschließend an einem Event von unserer Wohnanlage teilnahmen. Diese veranstaltete für die Bewohner einen kleinen Workshop, bei dem man sich sein eigenes Duftperlen-Armband basteln konnte.

Unter dem Motto „Craft delicate incense beads from natural spices“ wurden aus natürlichen Gewürzen und Duftmaterialien die einzelnen Perlen zu einem persönlichen Armband aufgefädelt. Die Perlen verströmen einen ganz leichten, angenehmen Duft, der noch eine Weile am Handgelenk bleibt.

Als ich nach der Arbeit wieder zu unseren Gästen stieß, zeigten sie mir stolz ihre selbst gebastelten Armbänder. Doch damit nicht genug: Sie hatten während ich arbeiten war auch gleich eines für mich mitgebastelt. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. So hatte auch ich am Ende ein kleines Andenken an den Workshop ohne dabei gewesen zu sein.

Gemeinsam besprachen wir noch kurz unseren weiteren Tag, bevor auch Nico von der Arbeit nach Hause kam. Zusammen machten wir uns anschließend auf den Weg zur Deutschen Botschaft,um den Tag der Deutschen Einheit zu feiern. Selbstverständlich wird dieser eigentlich erst am 3. Oktober gefeiert, aufgrund der bevorstehenden Nationalfeiertagswoche in China wurde die Feier in diesem Jahr jedoch bereits vorgezogen.

Für uns war es dadurch eine schöne Gelegenheit, mitten in Peking ein kleines Stück Deutschland zu erleben. Im Innenhof der Deutschen Botschaft haben unterschiedliche Restaurants und Unternehmen ihre Stände vorbereitet und boten verschiedene Speisen und Getränke an. Auch für deutsches Bier war gesorgt. Dieses wurde von Fürst Carl aus Ellingen gesponsert, einer traditionsreichen bayerischen Schlossbrauerei, deren Geschichte bis ins Jahr 1690 zurückreicht.

Nach und nach füllte sich der Innenhof immer mehr. Es wurde gegessen, getrunken und sich ausgetauscht, bevor der offizielle Teil des Abends begann. Gemeinsam wurde die deutsche Nationalhymne gesungen und eine Rede gehalten. Danach übernahm ein DJ und spielte verschiedene deutsche Klassiker. Was zunächst noch eher nach einem offiziellen Empfang ausgesehen hatte, entwickelte sich dadurch schnell zu einer ausgelassenen Feier. Es wurde getanzt, gelacht und wir kamen mit vielen neuen Menschen ins Gespräch.

Gerade solche Abende sind für uns in China immer etwas Besonderes. Man trifft Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, die ebenfalls für eine gewisse Zeit in Peking leben und kommt dadurch schnell mit anderen Deutschen und deutschsprachigen Expats ins Gespräch. Und natürlich fühlt es sich mit deutschem Essen, Bier und bekannten Liedern für einen Abend ein kleines bisschen nach Heimat an.

Die letzten Tage

Langsam neigte sich unsere gemeinsame Zeit in Peking dem Ende zu und die letzten Tage brachen an. Noch einmal wollten wir gemeinsam ein paar verschiedene Seiten der Stadt erleben, bevor für unseren Besuch schon wieder das Kofferpacken und der Abschied anstanden.

Am nächsten Tag ging es für uns nach Sanlitun. Unser eigentliches Ziel war der UNIQLO-Store, wo wir unsere eigenen T-Shirts personalisieren lassen wollten. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren allerdings deutlich eingeschränkter als erwartet und es gab vor allem vorgegebene Motive und Designs. Ganz das, was wir uns vorgestellt hatten, war deshalb leider nicht dabei. Dafür schauten wir uns noch in Ruhe die gesamte Mall an, bevor es anschließend zurück ins Hotel ging, wo wir eine kleine Pause einlegten.

Nach Nicos Arbeit stand dann noch ein ganz besonderer Termin auf dem Programm. Gemeinsam machten wir uns zu fünft auf den Weg zur Preisverleihung des Fußballturniers von der Mercedes Benz Labor Union. Neben den Mannschaften wurden auch besondere Leistungen einzelner Spieler ausgezeichnet: der beste Torwart, der beste Torschütze und der beste Spieler des Turniers.

Für Nico und seine Mannschaft gab es gleich mehrfach Grund zur Freude. Seine Mannschaft belegte den ersten Platz und wurde damit Turniersieger. Nico selbst wurde außerdem als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet und auch der Torwart seiner Mannschaft erhielt die Auszeichnung als bester Torwart. Eine Moderatorin führte durch den Abend und bei der Ehrung der Gewinner durfte natürlich auch eine Konfettikanone nicht fehlen. Für Nico war es damit ein ganz besonderer Abend und für uns ein schöner gemeinsamer Abschluss des Turniers.

Den letzten Tag vor dem Abflug wollten wir ganz entspannt als Familie verbringen. Wir fuhren zunächst zu Nicos Firma und schauten uns die Gebäude von außen an. Auserdem gab es dort noch etwas Besonderes zu entdecken: In diesem Gebiet dürfen selbstfahrende Autos unterwegs sein, die man sich sogar als Taxi bestellen kann. Das einmal live zu sehen, war natürlich ziemlich faszinierend.

Anschließend ging es noch zum Pekinger Fernsehturm. Von der 238 Meter hohen Aussichtsplattform wollten wir noch einmal einen Blick über die Stadt werfen. Leider war die Sicht an diesem Tag nicht besonders gut, sodass wir nicht ganz so weit schauen konnten wie erhofft.

Zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit gingen wir abends noch beim „Schindler“ essen. Bei traditionellen deutschen Speisen ließen wir die letzten Tage in Peking gemütlich ausklingen, bevor es für unseren Besuch noch ans Kofferpacken ging.

Und plötzlich waren die gemeinsamen Tage schon wieder vorbei. In dieser Zeit haben wir gemeinsam ganz unterschiedliche Seiten Pekings erlebt: historische Orte und moderne Architektur, ruhige Gärten und das bunte Großstadtleben, chinesisches Essen und ein kleines Stück Deutschland mitten in Peking. Natürlich kann man China in ein paar Tagen niemals vollständig kennenlernen. Aber wir hoffen, dass wir unseren Besuchern ein kleines Stück von dem zeigen konnten, was wir selbst so faszinierend an unserem Leben hier finden.

Denn am Ende bleibt für uns eine Erkenntnis, die sich eigentlich durch die gesamte Zeit gezogen hat:

China muss man nicht nur sehen. Man muss es erleben.

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