Wieder angekommen

Kaum waren wir aus dem Urlaub zurück, ging es für uns beide auch schon wieder direkt an die Arbeit und Nico musste sogar am Samstag ran. So stand in unserer ersten Woche außer Wäsche waschen, Sport, Blog schreiben und Chinesisch-Unterricht nicht viel auf dem Programm. Zum Ausklang trafen wir uns sonntagabends mit Freunden zum gemeinsamen Sushi-Essen und verfolgten das Formel-1-Rennen in Singapur.

Auf den Spuren des Michelin

Die ersten Tage nach unserer Reise waren damit schneller vorbei, als gedacht. Und auch die neue Woche hielt direkt wieder etwas Neues für mich bereit: Gemeinsam mit einer Freundin wollte ich das Restaurant „Lady Chai“ in Peking ausprobieren. Seit 2020 steht es im Michelin Guide und ist vor allem für ein ganz bestimmtes Gericht berühmt: 1988经典必吃(单人餐) – ein festes Ein-Personen-Menü, das zu den Klassikern des Hauses zählt. Darin enthalten sind eine kleine Portion Chiliöl), der berühmte in Sojasauce geschmorte Rindfleischeintopf des Hauses, sowie eine mittlere Portion Nudeln in der hauseigenen Langzeitbrühe. Genau diese Kombination macht das Restaurant so besonders: schlichte Zutaten, die durch ihre Qualität und den tiefen, kräftigen Geschmack überzeugen.

Von außen wirkt das Restaurant unscheinbar, doch drinnen erwartet einen eine traditionell chinesische Einrichtung. Das recht große Lokal war ab 11:30 Uhr durchgehend voll besetzt, und als wir um 13 Uhr gingen, stand die Schlange immer noch bis vor die Tür. Man sah auch keinen einzigen Touristen, nur Einheimische. Auch die Mitarbeiter waren sichtlich überrascht, als wir hereinkamen, und vermutlich dankbar, dass ich die paar Sätze, die man bis zum Tisch beherrschen muss, auf Chinesisch draufhatte.

Die Nudelsuppe und vor allem das Rindfleisch schmeckten wunderbar vertraut, wie eine dunkle Bratensauce mit zartem Rindfleisch, das im Mund förmlich zerfällt. Für mich hat das Restaurant seine Berechtigung im Guide auf jeden Fall verdient: Die Qualität stimmte, und geschmacklich hat es mich ebenfalls voll überzeugt.

Für die Zeit nach dem Essen hatten wir uns ebenfalls bereits etwas überlegt. Wir beide hatten in letzter Zeit Besuch aus Deutschland und sind mit unseren Gästen durch die Hutongs geschlendert. Dabei sind uns unabhängig voneinander die kleinen Töpferläden aufgefallen und wir dachten uns, das wäre doch mal etwas Interessantes zum Ausprobieren. Bisher hatten wir es beide noch nie gemacht und waren entsprechend gespannt, wie es wohl werden würde.

Meine Vorstellung war ein Kaffeebecher und meine Freundin wollte eine Schüssel gestalten. Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten gelang es uns beiden mit der Anleitung des Ladenbesitzers richtig gut und am Ende waren wir beide mit unserer Form sehr zufrieden. Anschließend konnte man sein Werk noch bemalen oder es eben natur belassen. Wir beide trauten uns an etwas Farbe und hoffen nun, dass sie nach dem Brennen immer noch schön aussieht. Abholen können wir unsere Stücke dann spätestens in einem Monat.

Ich bin schon gespannt, wie sie am Ende aussehen werden!

Burger und Pizza zum Frühstück?

Am Donnerstag organisierte ich wieder ein Treffen für unsere Frühstücksgruppe. Bereits vor dem Japan-Urlaub hatte ich ein Café ausgesucht. Doch zum Glück bin ich diese Woche nochmal zufällig daran vorbei gelaufen. Verwirrt stellte ich fest, dass sich die Karte geändert hatte. Zuerst dachte ich, vielleicht gibt es jetzt zwei Karten, eine fürs Frühstück und eine für mittags. Aber nein: Es gibt nur noch Pizza und Burger. Für unser Frühstückstreffen war das also nicht unbedingt die passende Wahl.

Innerhalb von zwei Tagen musste deshalb eine neue Location her…

Mittwochs machte ich mich deshalb vor der Arbeit auf zu einem Bagel-Laden, schaute mir die Speisekarte an und fragte nach, ob man einen Tisch reservieren könne. Leider war das nicht möglich, aber immerhin notierten sie meinen Namen und Telefonnummer. Da das Restaurant wirklich klein ist und maximal etwa 20 Plätze bietet, machte ich mir schon Gedanken, ob am nächsten Morgen genug Platz für acht Personen sein würde. Zum Glück ist Frühstücken in China nicht so ein großes Ding, was mir etwas Hoffnung gab. Viel mehr blieb mir ohnehin nicht übrig, als abzuwarten.

Am Donnerstag erschien ich dann eine halbe Stunde früher und tatsächlich war es schon recht gut besucht. Doch tatsächlich es gab noch Platz für uns und man erwartete uns auch. Das Essen war super lecker und kam bei allen gut an. Beim Kaffee kamen sie allerdings nicht ganz so schnell hinterher, vermutlich hatten sie noch nie an einem gewöhnlichen Morgen so viel auf einmal zu tun. Es war dennoch wieder ein rundum schöner Treff und da das Café nur wenige Minuten von meiner Arbeit entfernt liegt, konnte ich diesmal auch besonders lange dabei sein.

Das Wochenende starteten wir ganz entspannt mit einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden. Bei gutem Essen und netten Gesprächen ließen wir die Arbeitswoche gemütlich ausklingen.

Der Samstag zeigte sich dann von seiner verregneten Seite. Es regnete den ganzen Tag, ohne eine einzige Pause. Weil man bei diesem Wetter ohnehin nicht viel draußen unternehmen konnte, machten wir es uns in unserer Wohnung gemütlich. Natürlich durfte auch der Sport nicht fehlen. Deshalb ging es für uns zwischendurch zum Training, außerdem erledigten wir gemeinsam ein paar organisatorische Dinge. Am Abend trafen wir uns dann noch einmal spontan mit einem Freund. So war der Samstag trotz des schlechten Wetters dann alles andere als langweilig.

Am Sonntag stand dafür ein ganz besonderes Ereignis auf dem Programm: der TCC Open Day 2026, der Tag der offenen Tür in Nicos Werk. Von 10 bis 15:30 Uhr konnten Besucher das Gelände erkunden und an verschiedenen Stationen aktiv werden.

Auch Nicos Abteilung hatte einen eigenen Stand vorbereitet, passend zum Thema Nachhaltigkeit. Dort konnten Besucher aus Lederresten, die bei der Produktion übrig geblieben waren, eigene Schlüsselanhänger herstellen. Das Leder und die Farbe des Anhängers durfte man selbst auswählen, anschließend schraubte jeder die Teile mit zwei kleinen Schrauben selbst zusammen. Eine schöne Idee, um aus übrig gebliebenem Material noch etwas Nützliches zu machen und gleichzeitig ein nützliches Andenken.

Nico betreute den Stand, bis alle Lederstücke vergriffen waren. Danach liefen wir gemeinsam über das Gelände und probierten die verschiedenen Stationen aus. Geboten war einiges: Frisbee werfen, Ringe über Pilonen werfen oder an einer kleinen Torwand Bälle ins Ziel schießen. Die Torwand war allerdings so klein und wackelig, dass sie schon eine Herausforderung für sich war.

Besonders lustig war auch das Bällebad aus Süßigkeiten. Innerhalb einer bestimmten Zeit durfte man versuchen, einen Sack so voll wie möglich zu stopfen. Da wurde natürlich jede Sekunde genutzt!

Zum Schluss verewigten wir uns noch auf der Unterschriftenwand. Mit einem TCC-Teddybären, Joshi als Kuscheltier und einem Puzzle als Gewinne im Gepäck machten wir uns glücklich auf den Heimweg.

Am Abend waren wir dann noch bei Freunden zum Essen eingeladen. Damit ging eine abwechslungsreiche Woche zu Ende, die nach unserem Urlaub zwar wieder ziemlich schnell vom Alltag bestimmt war, aber trotzdem einige schöne neue Erlebnisse für uns bereithielt.

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